Verhübschender Politikerjargon

Fünf Jahre Agenda 2010 – Zeit für ein Resumée, oder ist es doch noch zu früh? Peter Struck meint jedenfalls schon mal: „Andere beneiden uns“. Dagegen Stephan Hebel im FR-Leitartikel „Agenda Abstieg„: „Einen Aufschwung später zeigen fast alle Indikatoren, die mit der Verteilung des Reichtums zu tun haben, eine Schlechterstellung der schon damals schlechter Gestellten an.“

Das Jubiläum beschäftigt natürlich auch die FR-Leser. Bruno Kalle aus Frankfurt meint:

„Zur Agenda 2010 ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Leider viel zu wenig von den Betroffenen. Denn ihre Armut erscheint ihnen meist als Anhäufung persönlichen Versagens. Heutzutage prägen die aufstrebenden Dienstleistungsklassen der Großstädte das hedonistische Wertemuster. Jeder kann es schaffen; wer es nicht schafft, gilt als Verlierer, der selbst schuld ist. Individualisierung und Entsolidarisierung schreiten unaufhörlich voran. Einen Sozialstaat braucht es nicht mehr. Die Frage ist aber nicht, ob man sich den noch leisten kann, sondern ob man ihn noch will! Man will natürlich nicht. Die Umverteilung geht ungebremst weiter. Natürlich beneiden „andere“ uns, wie Peter Struck sagt. Wobei mit „andere“ herrschende Machteliten gemeint sind, die es den Deutschen nur allzu gerne gleichtun würden. Zum Glück werden sie derzeit noch erheblich behindert durch eine gut organisierte Arbeitnehmerschaft.“

Kurt Berlo aus Dortmund zieht ein vernichtendes Fazit:

„‚Agenda 2010‘ ist m. E. die euphemistische Umschreibung für den größten Sozialabbau in der deutschen Geschichte. Das rot-grüne Reformpaket brachte nicht nur Arbeitslosen massive Nachteile. Heute wissen wir, dass das Ziel des Hartz-Konzepts, die Zahl der Arbeitslosen in vier Jahren zu halbieren, nicht annähernd erreicht werden konnte. Dies reklamiert heute auch kaum noch jemand. Die erklärte Absicht vom damaligen Arbeitsminister Wolfgang Clement, die Anzahl der Langzeitarbeitslosen mit Hartz IV drastisch zu verringern, lief komplett ins Leere.
Der seit 2005 eingetretene Rückgang der Arbeitslosen hat überwiegend konjunkturelle Gründe. Hartz IV schafft keine Arbeitsplätze. Die negative Bilanz dagegen ist verheerend: 1-Euro-Jobs vernichten Arbeitsplätze per Drehtüreffekt. Leiharbeit, Niedriglohnjobs und damit einhergehend die Zahl der Armutshaushalte steigen rapide an. Und die zahlreichen Working-poor-Existenzen (arm trotz Arbeit), die Hartz IV geschaffen hat, werden im Politikerjargon verhübscht als „aufstockende Geringverdiener“ dargestellt. Die Angst vor dem sozialen Abstieg hat längst die Leistungsträger in der Arbeitswelt erreicht.
Eine im Dezember 2007 vorgelegte DIW-Studie resümiert folgerichtig, dass die Hartz IV-Reform durch den Charakter einer gesetzlich erzwungenen Verarmung gekennzeichnet ist, weil es ‚deutlich mehr Verlierer als Gewinner‘ gebe.“

Lüko Willms aus Frankfurt:

„Es klingt schon absurd, daß die SPD-Führung die Agenda 2010 als Erfolg feiert. Fünf Jahre danach versucht die SPD, durch gesetzliche Mindestlöhne die Auswirkungen der Hungerpeitsche Hartz 4 auf die Löhne etwas zu mildern, und betrachtet diese Notwendigkeit als Erfolg?
Die ‚Agenda 2010‘ und besonders Hartz 4 hat der SPD die schlechtesten Wahlergebnisse seit Jahrzehnten beschwert, und die SPD betrachtet das als Erfolg? Aber vielleicht fühlen sich die führenden Kreise der SPD ja eher den Unternehmern verpflichtet als ihrer historischen Basis in der arbeitenden Bevölkerung und opfert sich mal wieder willig auf, weil ja ‚einer der Schweinehund‘ sein muß, wie der SPD-Mann Noske nach dem Ersten Weltkrieg sagte.“

Henny Ludwig aus Bad Homburg :

„Agenda 210 – Sie hat die Kinderarmut vervielfacht – jetzt sind es schon über 2,5 Millionen! Niemand von unseren Politikern, auch nicht mein Bundestagsabgeordneter Dr. Schmidt, kann sich vorstellen, wie man mit 208 Euro im Monat ein Kind ernähren und kleiden soll, alle Schulartikel u.a. Fotokopienbeträge von 5 Euro im Halbjahr, Ausflugsbeiträge von 15 Euro und zusätzliches Taschengeld für Imbiss, Eintrittsgelder u.a. bei mehrtägigen Abschlussklassenfahrten bezahlen soll. Es gibt noch viel mehr Beispiele.
Ich war bei der letzten Kindergelderhöhung vor der Agenda als Sozialdemokratin stolz, dass diese 20 DM nicht auf die Sozialhilfe angerechnet wurden und habe das überall öffentlich verkündet. Das war mit der Agenda vorbei. Das Kindergeld ist jetzt Einkommen des Kindes und wird auf den Regelsatz voll angerechnet.
Als mitfühlendes Kinderschutzbundmitglied kann ich nur wieder selbst mit Lebensmitteln und Barbeträgen der einen oder anderen Familie helfen. Kämen doch unsere Bundespolitiker öfter zu uns, die wir die Notlage von Kindern kennen, um sich zu informieren, ehe sie sich jetzt wieder in Lobpreisungen über die Agenda ergehen!“

Eine Leserin aus Würzburg, die anonym bleiben möchte, wendet sich direkt an Stephan Hebel:

„Sie sprechen mir aus der Seele und ich danke Ihnen für diesen Artikel.
Ich, mehrsprachig, das Ideal eines jeden Vermittlers, da gut ausgebildet, ohne Anhang und flexibel bis zur Selbstverleugnung, bin seit einigen Jahren arbeitslos. Und auch wieder nicht! Mit Sicherheit erscheine ich in keiner Arbeitslosenstatistik, denn ich arbeite seit drei Jahren als 1€ -Kraft bei einem gemeinnützigen Träger. Dreißig Stunden pro Woche, rund ums Jahr, ohne Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ich habe aufgegehört, zu zählen, wie oft ich mich beworben habe, bundes- und europaweit (und es ist keineswegs so, daß ich mich auf meinen erlernten Beruf und mein ursprüngliches Gehalt beschränke). Hin und wieder erhalte ich eine Antwort, beispielsweise die, dass man mich nicht berücksichtigen könne, weil ich ’nicht vor Ort‘ sei. Das kann ich unmöglich, wenn ich mich in einem Radius von 500 Kilometern bewerbe – irgendwo muss ich sein, auch wenn sich dieses Sein auf wenige Quadratmeter in absolut puristischer Ausstattung beschränkt. Eine Matte zum Schlafen, ein Kleiderständer, mehrere Umzugskartons mit Wäsche, eine Waschmaschine; mehr darf es nicht sein, wenn man auf Abruf lebt. Soviel zu Mobilität und Engagement!
Für die Agentur für Arbeit bin ich nicht mehr existent. Nun ist die Arge zuständig, die den Bestand verwaltet. Nach vielen Jahren, in denen ich sehr gut verdient habe, befinde ich mich unaufhaltsam im Abstieg. – Mein Vermittler, der mir den 1€- Job verschaffen konnte, ist realistisch, was den Arbeitsmarkt betrifft; ich werde es zusehends auch – es ist nun schon zwei Monate her, dass ich das letzte Mal vor Verzweiflung weinte. Andere waren weiser und haben sich eingerichtet. Die offenbar ansteckende Krankheit Arbeitslosigkeit lässt den Freundes- und Bekanntenkreis rapide schwinden – ist man mit Leidensgenossen zusammen, geht es mitunter nur noch um ein Thema: Arbeitsloigkeit. Woher Kraft nehmen, wo alles so entmutigend ist? Man selbst ändert zwangläufig die Gewohnheiten, eben auf das Existenzminimum. Ein netter Plausch in einem netten Café, Kino oder Theater, selbst der Sportverein werden zum Luxus, wenn man nicht einmal Geld dafür hat, zum Zahnarzt zu gehen. Aber ich will nicht klagen, Geldmangel hat auch etwas für sich: man verfettet nicht, man ist vor Lastern gefeit, man läuft, anstatt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder fährt mit dem Rad. Soll gesund sein!
Die sogenannten ‚Sonderprogramme der Regierung für Arbeitslose Ü50‘ sind nicht so bedrohlich, wie man befürchten könnte (!), nein, sie sind ausnahmslos unwirksam. Man verschiebt die Parameter so lange, bis sie auf eine Gruppe passen, die es nicht gibt, schon ist man aus der Verantwortung. Meine Kollegen haben festgestellt, daß man auf keinen Fall deutsch, gut ausgebildet, gesund und über 50 sein darf. Dann hat man nämlich versch. …
Aber zurück zum 1€ Job, den ich mit 52 angetreten habe und ohne den es keine Waschmaschine und selten frisches Obst und Gemüse gäbe. Mein Vertrag läuft aus! Nun sammle ich noch einmal all meine Energie und wage den Sprung ins Ungewisse. In einer deutschen Großstadt werde ich den Aufschwung suchen. Wenn ich fündig werde, melde ich mich wieder.“

57 Kommentare

  1. Fiasco sagt:

    @ Lueko Willms (3. Leserbrief)

    Bluthund, lieber Herr Willms, es heisst Bluthund in dem Zitat von Gustav Noske (SPD): „Meinetwegen! Einer muss der Bluthund werden.“ Und zwar Bluthund aus gutem Grund: Gustav Noske (SPD) ist mitverantwortlich fuer die Ermordung Hunderter von unbewaffneter Menschen, die sich nach dem Spartakus-Aufstand im Januar 1919 bereits ergeben hatten (fast moechte man mit Kiesinger ausrufen: „China – ich sage nur China“ und dies auf Tibet uebertragen). Und Gustav Noske (SPD) war Mitwisser und Mitauftraggeber fuer die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wenige Tage spaeter. Wollen wir wissen, wer noch Mitwisser und Mitauftaggeber war bei dieser Ermordung und den vorausgehenden Misshandlungen? Nein, da OFF-TOPIC? Ja nun, nicht ganz – dahinter steckte auch die antibolschewistische Liga, die auf Vorschlag des Industriellen Hugo Stinnes (der sich selbst mit 5 Mio Reichsmark beteiligte) von der deutschen Industrie (z. Bsp. Siemens) und den deutschen Banken (zum Bsp. Deutsche Bank) mit insgesamt rund 500 Millionen Reichsmark finanziert wurde (eine gewaltige Summe, da weit VOR der Inflation).

    Merke:

    Die deutsche Industrie und die deutschen Banken und ihre Interessenverbaende haben schon seit Urzeiten ihnen dienliche und nuetzliche Organisationen unterstuetzt – egal ob es zum Blutvergiessen oder zur Verarmung fuehrte. Und bei der Agenda 2010 waren sie ja tatsaechlich auch mal wieder ganz auf Seiten der SPD. Deswegen ist mein Kommentar – in Richtigstellung eines Zitates aus dem Leserbrief von Lueko Willms – doch ON-TOPIC.

  2. Barney Gerölleimer sagt:

    @ Bronski

    Hallo Bronski,

    oben in den Leserbriefgen kannst Du erkennen, warum die ?PD nicht mehr gewählt wird. Die klassischen ?PD-Wähler und – Mitglieder verlassen in Scharen ihre Partei. Aber mit Sicherheit nicht, weil sie glauben, diese sei regierungsfähig, wie Du unter nem anderen Titel an Uwe Theel schreibst. Mensch kann nicht einfach sagen, die Neuen müssten erst mal beweisen, dass sie regierungsfähig sind. HIV – bewusst so abgekürzt – jedenfalls beweist, dass es mit der Regierungsfähigkeit der ?PD nicht so weit her ist.

  3. bakunix sagt:

    „Die Agenda 2010 war nötig und richtig. Sie hat Deutschland wieder nach vorne gebracht. Inzwischen ist Deutschland wieder die Wachstumslokomotive in Europa.“

    Das sind die Worte eines regierungsfähigen Politikers der „S“PD. Es ist immer dasselbe: Wenn „Wir“ gesagt wird, wenn „Deutschland“ gesagt wird, geht es um Verschleierung. Als ob im Struck-Deutschland alle am selben Strick zögen, auf dass es vorwärts, ja aufwärts gehe. Als ob die Rentner, die Hartz-Vierer und die Zumwinkels sich gegenseitig auf die Schulter klopfen könnten, weil sie gemeinsam „Deutschland“ nach vorne gebracht hätten, die einen, weil sie einsichtig sind, dass man sie unter die Armutsgrenze sparen muss, die anderen, weil sie klug genug waren, nachdem man ihnen in unablässiger Folge Steuern nachgelassen hat, diese letzten Reste ihrer Gemeinverpflichtung durch die ihnen gewährten Schlupflöcher in Sicherheit gebracht haben. Sprechblasen, nichts als Sprechblasen! Da gibt’s nur noch eins: Abwählen!

  4. I. Werner sagt:

    @ bakunix

    Abwählen! Und wen wählen? Ratlos.

  5. bakunix sagt:

    @ I. Werner

    Diese Frage ist sehr berechtigt. Als ich den Text abgeschickt hatte, stellte sich mir diese auch. Wahrscheinlich geht es vielen Menschen so. Wenn gewählt wird, immer weniger aus Überzeugung, sondern eher aus rein taktischen Überlegungen. (Stichwort: das kleinere Übel.) Wie seit langem festzustellen ist, schwindet die Parteienbindung zunehmend. Die SPD ist seit fünf Jahren, was ihre Mitgliederzahl betrifft, im freien Fall. Die Agenda-Politiker sind wohl eher bereit, diese Partei an die Wand fahren zu lassen, als dass sie auf die Bedürfnisse ihrer Stammwählerschaft berücksichtigten.

  6. G. Merz sagt:

    Ihr Lieben,
    die ihr alle gegen ALGII (Hartz IV hören ja mittlerweile einige der Initiatoren nicht mehr gerne) bzw. Agenda2010 schreibt:
    Es reicht nicht aus zu jammern (schriftlich oder im stillen Kämmerlein), ihr müsst selber aktiv werden. Z.B. bei Demonstrationen der Gewerkschaften die derzeit überall stattfinden. Z.B. durch selbstbewusstes Auftreten gegenüber denjenigen, die euch einreden wollen, euer Schicksal wäre selber verschuldet.
    Übrigens: Hartz IV ist nicht alleine eine „Erfindung“ der SPD. Alle anderen Parteien (ausschliesslich der Linken), insbesondere auch die Grünen, haben hier mitgewirkt. Die Grünen haben die Quittung ja bereits bei den letzten drei Landtagswahlen bekommen, und sich in Frankfurt fast halbiert, insbesondere dort, wo mit einem Direktmandat gerechnet wurde.

  7. rusti sagt:

    Die Agenda 2010 wurde mindestens fünf Jahre zu früh ins Leben gerufen. Man hätte noch einige Jahre herumwurschteln müssen wie bisher, die Verschuldung und die Arbeitslosigkeit weiter in die Höhe treiben müssen, um dann mit einer Agenda 2015 noch viel radikaler zu sanieren. Dann wäre auch dem letzten Altlinken Sozialromantiker klar geworden, dass wir nicht mehr in den 70er Jahren leben. Die Linke wäre eine Splitterpartei geblieben und eine bürgerliche Koalition hätte die Scherben beseititgt.

  8. Barney Gerölleimer sagt:

    @ rusti #7

    Warum den Arbeitslosen überhaupt noch was zahlen, nicht wahr?! Sollen sie doch verhungern!?

    Die Verteilung von unten nach oben zeitigt solche Erwiderungen wie Ihre.

  9. rusti sagt:

    @ Barney

    Volles Gehalt für alle Arbeitslosen, der Staat wirds schon zahlen? Und das Geld nimmt er sich von den bösen Kapitalisten die sich den ganzen Tag auf ihren Geldsäcken ausruhen – fein!

  10. Lurchi sagt:

    Der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch die Agenda 2010 ist ein Statistik-Märchen. Bei Geburt der Agenda im Jahre 2000 gab es 3,89 Mio Arbeitslose. Im Februar 2008 waren es laut Bundesagentur für Arbeit 3.62 Mio. Gleichzeitig sind jetzt unter den Erwerbstätigen 6,1 Mio Niedriglohnempfänger, die weniger als 70 Prozent des Durchschnitts verdienen. Rechnen wir der Arbeitslosenzahl die statistikverfälschenden Ein-Euro-Jobs, Mini-Jobs, bezuschusste Ich-AG’s und wegen Arbeitslosigkeit Frühverrentete hinzu, so zeigt sich der wahre Fortschritt: Verelendung.

    Und zur aktuell leichten Bremsung der übrigens stets munter weiter steigenenden Statsverschuldung hat wohl die Mehrwertsteuererhöhung einen höheren Beitrag geleistet als die Agenda 2010.

    Lassen wir uns nicht von Politiker-Sprechblasen den Blick auf die Fakten vernebeln!

  11. bakunix sagt:

    @ 7

    Rusti, man merkt deutlich, dass Deine Argumente von Kai Diekmann abgekupfert sind. Woher weißt Du denn sonst, dass Verschuldung und Arbeitslosigkeit zwingend korrelierten? Was ist denn ein „Altlinker Sozialromantiker“. Wo liegen denn die „Scherben“ und was sind die „Scherben“, die „eine bürgerliche Koalition“ angeblich schon längst beseitigt hätte?

    Wenn Du mir diese Fragen mit Argumenten erläuterst, werde ich Deinen Einwurf ernster nehmen. Ansonsten kann ich diesen abhaken unter neoliberaler Dummschwätzerei.

  12. Barney Gerölleimer sagt:

    @ rusti #9.

    Da gibt es Millionen, die trotz Arbeit Stütze vom Staat beziehen, damit sich ihr Arbeitgeber aus dem Mehrwert iher Arbeit bereichert. Und Sie faseln hier von Steuern. Steuern – das sagt schon die Bezeichnung – sollen dazu dienen, die Wirtschaft zu lenken. Das unterlässt der Staat aber seit Jahrzehnten. Die Folge: Milliarden Euro müssen vom Staat in das marode Bankensystem gepumpt werden. Gegen diese Steuerverschwendung aber sagen Sie in IOhrer Entgegnung kein Wort. Wer den Armen nicht die Möglichkeit gibt, sich ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen, gehört abgewählt!

  13. Max Wedell sagt:

    Eine Frage an die Experten hier:

    Ich denke, man kann in vielen Bereichen eine Besserstellung der Menschen hierzulande gegenüber den Menschen anderswo konstatieren. Sie haben mehr Urlaub, haben kürzere Arbeitszeiten, verdienen mehr (in Kaufkraft) wenn sie arbeiten, bekommen mehr wenn sie nicht arbeiten usw.usf. als fast alle anderen in der Welt…

    Diese Besserstellung ist zu einem ganz, ganz großen Teil bewirkt durch die Leistungen vergangener Generationen von Wissenschaftlern, Unternehmern, Arbeitern und Angestellten, ja auch Gewerkschaften. Wer heute 40 Jahre gearbeitet hat, hat natürlich auch einen Anteil an dieser Besserstellung, der persönliche Anteil des Berufsanfängers an seiner persönlichen Besserstellung (z.B. gegenüber einem chinesischen Berufsanfänger) ist hingegen null.

    Die Deutschen haben noch nicht begriffen, daß dieses „nationale Erbe“, für das sie weitgehend „nichts können“, sondern das sie nur durch den Glücksfall „Geburtsort“ in die Lage gekommen sind zu genießen, gerade im Begriff ist, ihnen abhanden zu kommen!

    Wie ein Linker frech die Kinder reicher Eltern zu enterben fordert („was haben die schon zu ihrem Erbe beigetragen, das ist doch ein Lotteriegewinn! Krempelt die Ärmel hoch und arbeitet gefälligst“), so fordert die Welt jetzt frech vom reichen Deutschland: „Entweder korrelieren eure Leistung und Ertrag in einer Größenordnung, wie das bei uns der Fall ist (m.a.W. Krempelt die Ärmel hoch und haut rein!), oder ihr werdet ganz einfach enterbt!“

    Diese Enterbung findet z.B. durch Arbeitsplatzverlagerungen, Unternehmensabwanderungen usw. statt, d.h. die durch vorherige Generationen erarbeiteten Werte verlassen unser Land.

    Es ist amüsant mitanzusehen, wie die familiäre Enterbung (Privilegienabschaffung), je weiter man nach Links schaut, desto mehr geradezu gefordert wird, die nationale Enterbung (Privilegienabschaffung) aber im Gegensatz dazu, je weiter man nach Links schaut, desto hysterischer und mit reichlicherem Geifer am Kinn verdammt wird.

    Es ist eben ein Unterschied, ob man sich dafür starkmacht, andere ihrer Privilegien zu entheben (das geht immer ganz einfach), oder selber Privilegien aberkannt bekommt.

    Die Einwohner Deutschlands haben ein Recht auf überdurchschnittlichen Wohlstand, wenn sie sich den durch Leistungen erarbeitet haben, die überdurchschnittlich sind. (Ich rede nicht von der Einzelperson, ich rede von der ganzen Nation.)

    Das Recht auf überdurchschnittlichen Wohlstand für sich zu postulieren, wenn es mit den entsprechenden Leistungen hapert, macht einen lächerlichen eindruck auf mich. (Wieder rede ich nicht von der Einzelperson, sondern von der ganzen Nation.)

    Es wird den Bewohnern Deutschlands in Zukunft noch viel mehr zugemutet werden, die Agenda 2010 ist ein geradezu lächerlicher Beginn… es wird aber noch ein Weilchen dauern, bis die Bewohner Deutschlands begreifen werden, daß laut lamentierend an den unverdienten Privilegien festzuhalten ein paar Jährchen mehr schlecht als recht vielleicht möglich sein wird, das Ende aber ganz anders aussieht: Entweder mehr Leistung und dann auch wieder mehr Wohlstand, oder aber sich weiterhin mit der Leistung begnügen, dann aber auch weniger Wohlstand. Mein Kristallkugel-Tipp: Es sieht nach letzterem aus.

    P.S. Man erspare mir bitte Postings von der Art „Dieser oder jener Konzern hätte doch diese oder jene exorbitanten Gewinne gemacht.“, wenn vorher nicht geklärt wurde, in welchem Ausmaß die Leistungen inländischer Unternehmensteile an diesen Gewinnen überhaupt beteiligt waren. Oft zehren nämlich die deutschen Unternehmensteile die Erträge der ausländischen Unternehmensteile zum Teil auf, d.h. ausländische Arbeitnehmer arbeiten für Privilegienwahrung des deutschen Arbeitnehmers in solchen multinationalen Konzernen.

  14. Max Wedell sagt:

    P.S.S. Die anfangs angekündigte Frage habe ich mittlerweile vergessen, nach dem Schreiben des Posts hatte ich plötzlich keine mehr… 😀

  15. Uwe Theel sagt:

    @ 14. Max Wedell

    „Die anfangs angekündigte Frage habe ich mittlerweile vergessen, nach dem Schreiben des Posts hatte ich plötzlich keine mehr…“

    Substantielle Antworten waren ihnen in 13. schon lange zuvor ausgegangen.

  16. Lurchi sagt:

    @ 13. Max Wedell

    Wussten Sie, dass sich seit November 2007 die Mehrheit der deutschen DAX-Konzerne in ausländischem Besitz befindet?

    Wissen Sie, wie unmässig und gierig amerikanische „Private Equity-Investoren“ in den letzten Jahren in Deutschland vormals erfolgreiche Unternehmen ausgeplündert und Ihre Profite in Steueroasen verschafft haben?

    Welche in Deutschland versteuerten Gewinne machen deutsche Unternehmen z.B. in China?

  17. bakunix sagt:

    @ 13

    Ja, Max Wedell, wie kann man nur auf dem Auge für Arbeitnehmerfragen so blind sein? Gibt es derzeit keine Finanzkrise, die von den Hedgefonds-Vetretern und Konsorten herbeigeführt worden ist? Wird nicht ein Großteil der Landesbanken derzeit gestützt, weil sie das Geld in diese windigen Spekulationsprojekte gestopft haben, um eine Rendite von 20 Prozent und mehr zu erlangen, die jedoch in der Realwirtschaft nicht zu erzielen sind? Die helfenden Steuergelder kommen von denen, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen und keine Renditeeinnahmen haben. Ist in den letzten Jahren nicht laufend der gesamtstaatliche Lohnsteueranteil gestiegen während derjenige, der aus Gewinnen resultiert, gesunken ist?

    Weitere Fragen ließen sich anschließen. Zum Beispiel: Weshalb pflegst Du einen derart herablassenden Ton gegenüber der von Dir im Blog angeblich schreibenden Linken? [Zitat: „Man erspare mir bitte Postings von der Art …“]. Kein Mensch zwingt Dich, hier Texte zu lesen oder gar zu schreiben. Geschweige denn, sich mit Texten auseinanderzusetzen, die eventuell unter Deinem Niveau sind.

  18. Max Wedell sagt:

    @17

    Erstmal bin ich für Arbeitnehmerfragen überhaupt nicht blind. Die Personen, die in Tschechien, Polen, Rumänien, Marokko, Indien oder China auch durch Unternehmensverlagerungen von hier nach dort Gelegenheit bekommen und bekamen, ihren Wohlstand teils drastisch zu verbessern, sind nämlich nichts anderes… ARBEITNEHMER.

    Insofern bin ich hier, scheint es, der einzige, den Arbeitnehmerfragen global interessieren, nahezu alle andern auch in der öffentlichen Diskussion sehen „Arbeitnehmerfragen“ nur von einem nationalen, in seiner Überheblichkeit eigentlich schon nationalistischen Standpunkt aus. Daher übrigens auch, sollte er tatsächlich sich eingeschlichen haben, ein leicht aggressiver Unterton: Bei Themen, bei denen ich national egoistisches Vorgehen für vernünftig halte, z.B. gegen Armutsimmigration, die dem Land massiv schadet, der man aber nicht ausweichen kann, ohne sein Recht auf Heimat abzutreten, habe ich von Linken genug Aggression erfahren, sodaß ich jetzt, wenn die Linken (und damit meine ich nicht hier Postende, sondern allgemein die gesellschaftliche Linke) ihrerseits nationalistische Egoismen pflegen, gerne Gleiches mit Gleichem vergelte.

    Im übrigen war die Bitte „Man erspare mir…“ ja nicht auch ganz unnötig, siehe Lurchi…

    Die Globalisierung ist ein breites Thema. Ein Teilthema ist, wie mobil Unternehmer sein können bei der Standortbestimmung für ihre Unternehmungen. Diese Mobilität ist angewachsen, und das ist gut so im Interesse einer globalen Anhebung des Wohlstandes, dazu habe ich meine Meinung gesagt.

    Die sog. „Finanzkrise“, „Hedgefonds“ und andere Dinge sind andere Teilaspekte, ich finde es aber falsch, aus ihnen abzuleiten, die unternehmerische Mobilität müsste eingeschränkt werden, oder aus ihnen eine moralische Rechtfertigung abzuleiten für nationalegoistische Privilegienwahrung des reichen Deutschlands gegenüber der armen Welt…

    Wenn ich ein Produkt bei B mit besserem Preis/Leistungs-Verhältnis kaufe als bei A, ist das auch kein „neoliberaler“ Einkauf, sondern nahezu jeder wird das als vernünftiges Vorgehen bezeichnen. Ich finde es langsam nervtötend, wenn Unternehmer, die bzgl. Arbeitnehmerleistungen genauso verfahren, als Monster dargestellt werden, und dies ständig als „neoliberal“ bezeichnet wird, das war alles, was ich dazu sagen wollte.

  19. Max Wedell sagt:

    Zum eigentlichen Thread-Thema:

    Es war absehbar, daß die die von mir erwähnten Globalisierungseffekte Einwirkungen auf den Wohlstand in D haben werden, da es immer schwierig ist, von einem Mehr an Verwöhnung (= geringe Leistungsbereitschaft) zu einem Weniger zu gelangen (umgekehrt gehts einfacher), dies ist eine humanpsychologische Angelegenheit.

    Die Agenda 2010 war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, das Kriminelle an ihr war aber, mit welchem Brimbamborium, mit welchen begleitenden Begründungen und Versprechungen man sie „verziert“ hat. Es muß doch absehbar gewesen sein, daß dieses „Begleitwerk“ binnen kurzem von der Realität als die Lüge entlarvt werden würde (z.B. die Versprechungen von Reduktion von Arbeitslosigkeit durch A2010 usw.), die es von Anfang an war.

    Die oben humanpsychologischen Gründe werden noch ein Weilchen länger verhindern, daß die Menschen aus ihren Träumen erwachen und realisieren, daß Wohlstand dauerhaft nur durch Leistung, und nicht durch Festklammern an Privilegien bewirkt wird. Solange es diese Erkenntnis nicht gibt, wird die Klientel für Sozialleistungen weiter Jahr für Jahr anwachsen, und damit Programme nötig machen, die die Leistungen weiter reduzieren.

  20. Max Wedell sagt:

    P.S. … die Leistungen pro Kopf (!) weiter reduzieren.

  21. Sebastian Chwala sagt:

    @Max Wedell:
    Was sie schreiben gibt keinen rechten Sinn. Sie haben eine Problem mit „Armutsimmigration“, fordern aber dass man die Abwanderung von Unternehmen aufgrund von Lohndumping gefälligst akzeptieren soll. Ist Ihnen eigentlich schon mal die Idee gekommen, dass die ein System, dass bedingungsloses Verschieben von Kapital über den Globus, grosse Teile der Menschheit aus Not dazu zwingt nach Europa zu kommen, um nicht zu verhungern ?

  22. Sebastian Chwala sagt:

    @Max Wedell Beitrag 19
    Was denn nun ? Wenn sie den Leuten noch mehr die Kaufkraft zusammenstutzen bricht doch die Binnennachfrage entgültig zusammen. Ihr Geschwafel über Leistung ist übrigens der blanke Hohn im Angesicht von 6,7 Millionen Menschen in geringfügigen Beschäftgungsverhältnissen.

  23. bakunix sagt:

    @ 18

    Max Wedell, sei vorsichtig, sonst gibt’s was auf die Mütze! Bloggern, die dem globalisierten Kapitalismus nicht huldigen, einen „nationalistischen Standpunkt“ vorzuwerfen, zeugt, ich drücke mich gelinde aus, von Verblendung. Wer sich dem Diktat der Neocons nicht unterwirft, wird von Dir mit denen in Verbindung gebracht, an deren Wesen die Welt einst genesen sollte.

    Dabei scheinst gerade Du einer von denen zu sein, wenn Du schreibst:

    „Bei Themen, bei denen ich national egoistisches Vorgehen für vernünftig halte, z.B. gegen Armutsimmigration, die dem Land massiv schadet, der man aber nicht ausweichen kann, ohne sein Recht auf Heimat abzutreten, habe ich von Linken genug Aggression erfahren, sodaß ich jetzt, wenn die Linken (und damit meine ich nicht hier Postende, sondern allgemein die gesellschaftliche Linke) ihrerseits nationalistische Egoismen pflegen, gerne Gleiches mit Gleichem vergelte.“

    Diese Diktion, aus der deutlich wird, dass Du „national egoistisches Vorgehen für vernünftig“ hältst, hat Dir zurecht dieses Unverständnis eingebacht, das Du scheinheilig beklagst. Auch Dein Hang zur Gewaltsprache „Gleiches mit Gleichem vergelte(n)“, lässt nicht darauf schließen, dass Deine Bildung im ethischen Bereich weit fortgeschritten sein kann.

  24. Barney Gerölleimer sagt:

    @ Max Wedell #13

    „Die Einwohner Deutschlands haben ein Recht auf überdurchschnittlichen Wohlstand, wenn sie sich den durch Leistungen erarbeitet haben, die überdurchschnittlich sind.“

    so schreiben Sie, obwohl ihnen doch wohl kaum entagángen seindürfte, dass hierzulande inzwischen einige Hunderttausend Menschen trotz Vollzeitarbeit zusätzlich zu ihrem Lohn Stütze beziehen, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Menschenverachtender gehts nicht. Die Agenda schreibt fest, dass die Produktivitätssteigerung zukünftig voll an denen vorbeigehen soll, die diese Produktivitätssteigerung erst ermöglicht haben.

    Woander schrieb ich schon, dass sich das Wählerverhalten ändern wird. Werden dann die Stimmen der Rentner bei Wahlen nicht mehr so viel zählen wie die Stimmen der Nichtrentner?

  25. Max Wedell sagt:

    @21, die Mobilität von Ideen und Waren führt nicht zu den Notsituationen, die die Menschen verhungern lassen, ganz im Gegenteil, weltweit wird in den für Ideen und Unternehmertum offenen Gesellschaften der Wohlstand erhöht. Viele kommen wegen Krieg, Klimakatastrophen, und ein medial vermitteltes Bild vom „reichen Wunderland Europa“.

    @22, Es gab immer schon und wird auch immer Marktbereiche geben, in denen das Arbeitskräfteangebot weit höher ist als die Arbeitskräftenachfrage, insbesondere wenn durch Armutsimmigration das Arbeitskräfteangebot in diesen meist unqualifizierten Arbeitsmärkten nochmal drastisch erhöht wird und die Armutsimmigranten oft bereit sind, für weit geringere als von Einheimischen als minimal erachtete Löhne zu arbeiten. Es gibt nur eine Maßnahme zur Lösung des Problems: Verringerung des Anteils der Un- oder Wenigqualifizierten in der Bevölkerung (z.B. durch Weiterbildung, aber auch finanzielle Anreize zur Abwanderung entprechender Personen) Damit Einsicht in Weiterbildungsnotwendigkeit, d.h. Bildungsbereitschaft hergestellt wird, müssen im Bereich Langzeitarbeitslosigkeit die Bezüge sinken, die freiwerdenden Mittel kann man in die Abwanderungsfinanzierung Ungebildeter stecken.

    @23, deine Vokabeldeuterei, mit der du linkentypisch mal wieder Nazitum diagnostizieren willst, beiseite…
    daß die Linke(n) beim Thema Globalisierung total nationalistisch denkt, fällt doch nicht nur mir auf… Angela Marquardt z.B. wechselte aus genau dieser Einschätzung heraus von PDS nach SPD, dazu war vor kurzem auch ein größerer Artikel in der FR, diese Frau hat die Atmosphäre in PDS/Linke aus einer viel größeren Nähe als ich wahrnehmen können…

    Euch Linken scheint eine Welt vorzuschweben, in der die Produktionsstätten gefälligst in Deutschland zu bleiben haben, für die Armen anderer Länder macht man aber dann gern die Türe auf und läd sie herzlich ein, um das Gewissen zu beruhigen… sie können per Hartz IV gern partizipieren… Mir schwebt eine Welt vor, in der auch die Armen dieser Welt IN IHRER HEIMAT eine Chance bekommen, sich einen Wohlstand zu erarbeiten, und es Wanderungsbewegungen wenn überhaupt nur bei hochqualifizierte Experten gibt.

    Wenn ich an das Gezeter denke, mit der die reichen Deutschen die Entscheidung der Finnen begleiteten, die es wagten, ihre Handyproduktion nach Rumänien zu verlagern. Wohlgemerkt, wenn sich jemand darüber ereifert, der selber betroffen ist, dann will ich dazu nichts sagen. Wenn sich aber völlig unbetroffene in Emden, Regensburg oder Görlitz zu diesem Bochumer Thema haßerfüllt so äußern, als könne diese Handyfabrikation einfach nur in D verbleiben und nichts anderes, zum Teufel mit den Rumänen, so kann dies NUR mit

    NATIONALISTISCHEM DENKEN

    erklärt werden… Auch die Meinung, wenn die reiche Seite vorher genug Bestechungsgelder (die hier Subventionen genannt werden) gezahlt hätte, könnte die finnische Unternehmensführung sich einfach nur für die reiche Seite entscheiden und nicht anders, ist fragwürdig.

    Ich möchte, daß in Rumänien und anderswo Bedingungen herrschen, die so sind, daß die Menschen dort gerne leben… und nicht hier nach D fluten um zu betteln… die Verlagerung des Nokiawerks ist ein kleiner aber wichtiger Schritt dazu.

    @24 „Die Agenda schreibt fest, dass die Produktivitätssteigerung zukünftig voll an denen vorbeigehen soll, die diese Produktivitätssteigerung erst ermöglicht haben.“

    Inwiefern hat ein Langzeitarbeitsloser eine etwaige Produktivitätssteigerung erst ermöglicht? Mir scheint das Gegenteil der Fall, Erträge aus hoher Produktivität anderer werden verbraucht.

    2 Wochen Jahresurlaub, durchgängig 40 Stunden/Woche, Abschaffung bürokratischer Hürden bei Einstellung und Kündigung (z.B. Entrümpelung Kündigungsschutz)… dies und weitere Angleichungen des Leistungs/Ertragsquotienten würde Verhältnisse schaffen, in denen auch wieder mehr Menschen am Wirtschaftsleben partizipieren könnten. Unternehmensabwanderungen könnten solche Maßnahmen drastisch verringern.

  26. ams sagt:

    Ich finde es mehr als zynisch, wenn ein Familienvater mit 9 Kindern es schafft, als Stütze annähernd 3800,- € als Stütze zu erhalten. Soviel kann er, wenn er mal was anderes macht als sich fortzupflanzen, niemals verdienen mit seiner Hände Arbeit. Und genau hier liegt der Hund begraben. Ich habe es satt, die Jammerarien derer zu hören, die bekommen. Ich gebe, und ich gebe immer mehr. Und erhalte von dem, was ich erarbeite immer weniger.

  27. Uwe Theel sagt:

    @ 25. ams

    Nicht jammern, ams, aus Ihrem Posting #25 die Konsequenz ziehen:

    Einen Job unterhalb des Existenzminimums annehmen – wenn vorhanden – und sich „fortpflanzen“ – nach Möglichkeit. Für die neun Pflanzen, Verzeihung, Kinder dabei wird in Ihrer 1,5 Zimmer-Wohnung genug Platz sein und die laufenden kinderspetifischen Kosten bestreiten Sie spielend. Frau von der Leyen wird sie lobend bei Anne Will erwähnen.

    Problem gelöst, oder?

  28. ams sagt:

    einer Familie mit 10 Kindern steht eine Wohnung mit mehr als 120 qm zu, die 3800,- verstehen sich mit Miete. Im vorliegenden Fall wurde sogar ein Haus gemietet.

    Wer mietet mir ein Haus ? Ich setze nur die Kinder in die Welt, die ich ernähren kann. Und nicht ernähren lasse.

    Ich habe noch immer gearbeitet, bin Müll gefahren und Rettungswagen. Ich habe mich selbst ernährt. Nicht ernähren lassen.

    Mir geht Harz 4 in bestimmten Bereichen nicht weit genug.
    Die Oma muß krebsen, da allein.

    Solche Typen bekommen mehr als andere verdienen.

    Wie kann es sein, daß der als Sozialhilfeempfänger mehr Geld erhält als er jemals erarbeiten kann?

    Dafür etwas mehr übrig als ihre PDS Polemik ?

  29. Jörg sagt:

    Der ganze Jammer ist,dass die Dummköpfe so sicher sind und die Gescheiten voller Zweifel.
    Es gab schon immer wichtigere Dinge als Geld,nur braucht man Geld um diese zu kaufen!
    SO EINFACH KANN DAS LEBEN SEIN !!

  30. Jörg sagt:

    Ich versuche mal an dieser Stelle mit einem Hinweis auf die eine oder andere Institution, die nicht unbeteiligt sind am gesamtdeutschen derzeitigen Desaster!
    Professionelle Bandenkriminalität in Deuschland !
    Die Anforderungen an die Unternehmer seitens der Politik in Richtung verantwortungsbewusstes sozialen denken und handeln.
    Bandenkriminalität ,betrieben von einigen Banken immer öfter im Einklang mit der Justiz!!
    Ziel ist es Unternehmer alles Erreichte wegzunehmen,dass heiß aber auch Menschen in das soziale Abseits zu drängen ohne Rücksicht auf Verluste.Unternehmen werden vernichtet,was zur Folge hat,dass auch Arbeiter und Angestellte mit ins soziale Abseits gedrängt werden!Die Folgen für die deutsche Wirtschaft ist deutlich zu erkennen.
    Hunderttausende von klein und mittelständischen Unternehmen wurde bei geringstem Anlass die Kreditlinie gekündigtund die Konten fällig gestellt!
    Der seinerzeit faforisierte neue Markt ,bei dem Milliarden versenkt wurden veranlasste die Banken vor der versenkung zu internen Gesetzen wie Reating und Basel 2 .Der Tot für tausende von Unternehhmern war vorprogramiert.
    Inerhalb von wenigen Tagen mutierten gute florierende Unternehmen zu Risikokandidaten die weggefegt wurden inkl der arbeitenden Bevölkerung!!
    Das deutsche Bankrecht wird ad absurdum geführt,Kündigung zur Unzeit existiert auch für die Justiz nicht!Die Verwertung wird ohne rechtliche Würdigung von Beweisen und ohne die seitens des bundesdeutschen Grundgesetzes bzw.der Menschenrechte der EU garantierten gerichtlichen Anhörung vorgenommen.
    Das PRIVTUNTERNEHMEN Bank hat immer Recht!!!
    Der Arbeitsplatz beschaffende PRIVAT unternehmer hat nie Recht !!
    Politiker und auch Teile der Justiz sind scheinbar zu dumm die Folgen Ihres Handelns übersehen zu können.“oder gibt es andere Gründe“???
    Diese Haltung ist genau genommen ein Verbrechen am ganzen Volk und auch der EU.
    Zitat:Die Geschichte mancher Staaten liest sich wie die Lebensgeschichte rückfälliger Verbrecher!!
    In diesem Sinne : Glück Auf

  31. bakunix sagt:

    ams schreibt # 25: „Ich finde es mehr als zynisch, wenn ein Familienvater mit 9 Kindern es schafft, als Stütze annähernd 3800,- € als Stütze zu erhalten.“ Allein wenn Du den sehr guten Rat von Uwe Theel annimmst und neun Kinder zeugst, erhältst Du 1536 € Kindergeld zuzüglich zu Deinem Gehalt. Das sind Transferleistungen, die von mir mitfinanziert werden. Wahrscheinlich werden sich noch mehr solcher Zahlungen einstellen. Wenn Dein Gehalt nicht stark über dem Durchschnitt liegt, erhieltest Du als Oberhaupt einer kinderreichen Familie auch Heizkostenzuschüsse und Wohngeld. Auch wenn Du mehrere Kinder im Kindergarten untergebracht hättest, würdest Du, je nach Region, Nachlässe erhalten, die durch andere kompensiert werden müssten. Also: Reg’ Dich nicht so auf, setz’ Deinen Hut in den Nacken, denn der Wind bläst auch bei Dir von hinten.

  32. ams sagt:

    ihr könnt hier soviel Sozialromantik verbreiten wie ihr wollt. Ich bleib dabei. Es kann nicht sein, daß jemand, egal in welcher Konstellation, von der Gemeinschaft der Arbeitenden mehr erhält als der, der 40 Stunden in der Woche erhält. Punkt. Bedürftigkeit sieht anders aus.

  33. BvG sagt:

    @ams

    Sozialromantik verbreitet hier keiner.

    Die einzige Sozialromantik, die ich erkennen kann, ist, daß die sozialen Berufe aus Idealismus mit romantischen Gehältern zufrieden sind.

  34. ams sagt:

    das kann ich als Feuerwehrmann und Sanitäter so bestätigen.

  35. Uwe Theel sagt:

    werter ams,

    wenn agendamäßig dann die Berufsfeuerwehr bundesweit privatisiert worden ist, in Ihrer Nähe keine größeren Industrieanlagen sind und deshalb wirtschaftlich nichts dafür spricht, größere Feuerwehreinheiten zu unterhalten oder Werksfeuerwehren zu haben, dann können Sie ja ehrenamtlich eine Feuerwehr mit ausgedientem Gerät bei sich im Hinterhof aufziehen, und mal sehen, wie es sich mit ALGII und Kindergeld so toll leben läßt. Wir kommen dann alle gerne zum fröhlichen Feuerwehrgrillfest im Sommer. Das wird romantisch, falls ihre neun(?) Kinder, die Besatzung von Wagen Nr. 1, nicht zuviel Krach machen, weil das Kinogeld wieder nicht für alle reicht, während sie sich um die drei Karten, die Sie locker machen konnten, streiten.

  36. Bronski sagt:

    Nun mal sachte, liebe Leute. Ihr beißt mir den ams hier gleich wieder weg, ihr Platzhirsche. Dabei sollten wir über jeden neuen Mitdiskutanten froh sein, auch wenn er vielleicht ein wenig aus dem Bauch heraus redet.

    ams bezieht sich auf diesen Fall; das wisst ihr sicher alle. Regelleistung 2653,41 Euro; 1192,97 Euro für Unterkunft und Heizung; für jedes Kind bis zu 14 Jahren monatlich 208 Euro, bis zum Alter von 25 Jahren 278 Euro. Macht zusammen 3846,38 Euro. Da kann ich ams‘ Erregung schon verstehen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es sich nicht um die Regel handelt, auch wenn das von Teilen der Presse so dargestellt werden sollte.

    Ich sag’s mal so, wie es mir gerade in den Sinn kommt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Dieser Fall relativiert die verbreitete Hartz IV-Armut kein Stück. Aber ob man deswegen zu dem Schluss kommen muss wie der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, der für die Diskrepanz zu den Gehälter von Beschäftigten die hohe Steuerlast verantwortlich macht und der Bild-Zeitung sagte: „Die hohe Belastung mit Steuern und Abgaben erstickt jeden Leistungsanreiz. Leistung muss sich wieder lohnen, und deshalb fordere ich: Mehr netto!“?

  37. Jörg sagt:

    Und vorsicht Ihr Platzhirsche,es sind oft die ersten die erschossen werden .Um selber zu leuchten muß man nicht das Licht des anderen ausblasen!!

  38. ams sagt:

    da gehört schon ein wenig mehr hinzu, lieber Bronski.

    Aber das mit dem Bauch stimmt. Gelobe Besserung.

    Aber auch auf den Verdacht hin, daß wieder mein Bauch spricht:

    Ein guter Freund von mir arbeitet an entsprechender Stelle, und der berichtet mir da von der REGEL, nicht von der Ausnahme.

    Sicher ist der Regelsatz für den Einzelnen nicht gerade sehr viel, auf den ersten Blick zumindest nicht. Aber last euch mal die vielfältigen Sonderzuwendungen, die so anfallen erläutern und ihr werdet feststellen, daß uns, die wir in Lohn und Brot stehen keine r einen Fernseher hinstellt, nur weil der Alte kaputt ist. Auch mein Kühlschrank muß von mir bezahlt werden, und die fällige Hose alle Gebot lang ist aus meinem Erarbeiteten zu bezahlen. Ich kann nirgends eine Bedarfszuwendung beantragen. Das meine ich damit.

    Rechnung:
    Regelsatz Hartz 4 WEST 345,- €
    Miete 300,- €
    plus sonstige Zuwendung100,- €
    (Zuschüsse Strom etc.)
    macht zusammen 745,- €
    plus

    wenn ich arbeiten gehe, kann es mir passieren daß ich nicht viel mehr bekomme. 1000,- € sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

    Ich mache aus meiner Einstellung keinen Hehl. Ich geh arbeiten, und ich verlange mehr als jemand, der zuhause sitzt und Kinder in die Welt setzt, die er nicht ernähren kann.

    In meinem Beruf komm ich in alle Ecken der Gesellschaft, und daher stammen meine Eindrücke, nicht aus der Boulevardpresse.

  39. Max Wedell sagt:

    ams,

    du hast die Krankenversicherung vergessen…

  40. Uwe Theel sagt:

    @ 36. ams

    Vielleicht kommen Sie einmal auf die einfache Idee, dass auch dem 1000-Euro-Jobber schlicht zuwenig für ein menschenwürdiges leben mit Familie von seinem „Arbeitgeber“ gezahlt wird und treten dem mal auf die Füße, statt neidisch darüber zu sein, dass jemand der unverschuldet in soziale Not geraten ist „nur geringfügig“ weniger Solidarunterstützung aus der Gemeinschaftskasse (in die die Wirtschaft nicht einmal mehr die Hälfte einzahlt!!!) erhält, als der unterbezahlte Pseudobeschäftigte, z.B. Sie selbst.

    Zudem: Dabei sinken Realllöhne, Renten und Sozialbezüge seit jetzt dreißig Jahren, während die Einkommen aus Vermögen und Eigentum „auf der anderen Seite“ ebenso lange schon steigen. (Dass Marx die Gründe dafür erkannt hat liegt übrigens schon länger als dreißig Jahre zurück. Fast solange hat es auch die SPD schon wieder vergessen.).

  41. ams sagt:

    Moment: Pauschal JEDEM, der in HARTZ 4 gerutscht ist zu unterstellen, dies sei unverschuldet geschehen ist genau unzutreffend wie es anders herum zu formulieren.

    Es gibt Leute, die es sich mit der staatlichen Stütze bequem gemacht haben. Und nur um die geht es mir. Stütze kassieren, und nebenbei ein wenig schwarz arbeiten…

    Und Herr Theel, wenn doch Marx und Engels die
    Lösung der Probleme parat haben, dann können sie mir bestimmt auch den Staat benennen, in dem ihre Theorien funktionieren.

    Und es geht hier nicht um „Neid“, denn ich geh arbteiten, und was ich ausgeb hab ich an anderer Stelle verdient.
    Mir geht es um Mißbrauch. Nur darum. Denn der wird mit meinem Geld betrieben. So sieht die Realität aus.

  42. BvG sagt:

    3684

    Dies ist die Anzahl von vergleichbaren Familien, die mit dem Gehalt von Josef Ackermann pro Jahr unterstützt werden könnten.
    Das ist Mißbrauch.
    Das andere ist ein rechnerischer Sonderfall.

  43. Jörg sagt:

    Wer auch immer es geplant hat ,es scheint mal wieder zu fuktionieren!
    Die Gesellschaft zun trennen in: gut, böse faul ,reich, arm ,schmarotzer ,klug,klüger , doof,doofer,dass hat immer schon funktioniert und ist auch beabsichtigt .
    Und siehe da ,auch die ganz Schlauen fallen darauf rein.
    Die Reichskristallnacht hat viele Kinder,man/frau muß sie nur groß ziehen.

  44. Uwe Theel sagt:

    @ 39. Kommentar von: ams

    Nur zu Ihrer Information:

    Marx und Engels haben analysiert und kritisiert, dass der Kapitalismus, sein an und für sich gutes Ziel, nämlich den Mangel an Lebensmitteln (das ist mehr als man beim ALDI kriegt) für alle zu beseitigen – so ähnlich steht das übrigens in jedem Studienbuch der Ökonomie – nicht erreichen kann. Sie haben das Problem erkannt und benannt. Für dessen Lösung bedarf es der Anstrengung der Gutwilligen. Die Anderswilligen sind z. Zt. noch an der Macht, bzw. sorgen dafür, dass es so bleibt. Sie wollten Staaten? Ich nenne mal Chile 1973.

    Aber pflegen Sie nur weiter Ihre Vorurteile, ideologischen Verblendungen und glauben weiter, dass jemand Mißbrauch „ihren Geldes“ betreibt, wenn er gerade soviel „Stütze“ bekommt, dass es zum Leben und Sterben nicht reicht. Ihre Abstiegsängste, selbst wenn Sie nicht mit Neid auf die noch dazu Falschen gepaart sind, sind leider tatsächlich real. Wie Sie damit umzugehen scheinen, führt zur Entsolidarisierung der Bedrohten. – Schon mal daran und die Folgen dabei gedacht?

  45. Jörg sagt:

    im allgemeinen glauben die meisten ,das Erfolg die Menschen verdirbt,in dem er sie egoistisch und selbszufrieden werden läßt.
    Ich glaube es ist ein Irrtum.
    Das Gegenteil ist wohl der Fall! Derjenige der seinen Erfolg selbst geschaffen hat ist in den meisten Fällen bescheiden,tolerant und auch manchmal auch liebenswürdig.
    Mißerfolg ist das Mittel das Menschen verbittert und sie oft grausam macht.
    S. Vergangenheit und fürchte die Zukunft!!

  46. Barney Gerölleimer sagt:

    @ AMS # 25

    Sie werden es nicht galuben, aber wenn jeder Arbeitslose 9 Kinder zeugen würde – Ihre Annahme geht ja davon aus, dass sei die Regel – gäbs kein Problem mit Renten in der Zukunft. Ich bin nicht der Meinung, die Herren Rürup und Raffelhüscghen wären dumm. Die haben schon richtig gerechnet. Allerdings haben sie andere Schlussfolgerungen gezogen wie ich.

  47. ams sagt:

    Herr Theele, mir sind Leute ganz Rechts und ganz Links sehr suspekt. Sie scheinen der letzteren Gilde anzugehören……

    Argumente werden mit Ideologien beantwortet. Wieso noch einmal ist der Kommunismus gescheitert ? Denken Sie wirklich, die Ihnen so nahe Partei PDS, oder wie immer sie sich nun nennen mag, hätte das Geld zur Verfügung ihre Versprechungen wahr zu machen ? Die sammeln im Moment die Enttäuschten um sich herum. Wollen wir mal hoffen, daß sie nicht an die Macht gelangen.

  48. sagt:

    Herr ams, er gehört nach ganz links, ganz links außen, daß er von den rechten schon einen Kaffeebecher bekommen kann. Der will sogar die Rundschau reformieren, weil zu wenig links. ^^ Und alles was nicht nach seinem Gusto ist, fliegt raus, auch die Schreiberlinge der FR, wird des Landes verwiesen – mit neuen Flugzeug aus Österreich 😉 (S.i.T.)

  49. Sebastian Chwala sagt:

    @ams:
    Sie fallen mith Ihrer Argumentation auf die Scharfmacher ein, die sie eigentlich kritisch betrachten sollten. Es ist doch reine „Bild“-Polemik gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge vernebeln zu wollen, in dem man so tut, als seein irgendwelche besonderen Ausnahmen die Regel. Das Problem in Deutschland ist aber nicht, das es zuviel „Sozialbetrug“ von Arbeitslosen gibt, sondern das eine Politik gemacht wird, die die gesellschaftlichen Gruppen entlastet, die über soviel Geld verfügen, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was sie damit anstellen sollen. Und diese Herren erzählen uns dann, das es nichts mehr zu verteilen gäbe, was ja auch stimmt. Es liegt auf ihren Bankkonten in der Schweiz und Liechtenstein.

  50. ams sagt:

    Dies ist so nicht richtig. Von MEINER Lohnsumme geht mittlerweile mehr ab als ich behalte, direkte und indirekte Steuern zusammen, und ich habe KEIN Geld in Liechtenstein. Von den „paar“ Reichen wäre auch keine Haushaltskonsolidierung zu machen. Die breite Masse macht es. Und von der nimmt man es. Und zu dieser gehöre ich.

  51. Sebastian Chwala sagt:

    @ams:
    Was reden Sie eigentlich für ein wirres Zeug und haben gar nicht verstanden, was ich sagen will, also nochmal:
    Die Belastungen der Normalverdiener rühren daher, dass Millionäre und Milliardäre in diesem Land sich systematisch vor ihrer Verantwortung für das Gemeinwesen drücken. Dies ist durch eine Steuerpolitk passiert, die in den letzten 30 Jahren mehr und mehr Spitzensteuersätze gesenkt und Steuerschlumpflöcher geschaffen hat. Suchen sie die „Asozialen“ lieber in dieser Gesellschaftsschicht, als bei denen die sich un die Brotkrummen, die von unseren sogenannten „Reichen und Mächtigen“ fallen gelassen werden,schlagen. Eine gerechte Steuerpolitk, bei der jeder nach seinen finanziellen Möglichkeiten beitragen müsste, würde ganz andere Spielräume ergeben.

  52. ams sagt:

    oje, gibt es hier ausser Kommunisten auch andere ?

  53. Uwe Theel sagt:

    @ 50. ams

    Ihre Frage:

    „oje, gibt es hier ausser Kommunisten auch andere ?“

    Die Antwort:

    „Ja absteigende mittelschicht“

  54. bakunix sagt:

    @ ams

    Mir ist hier noch keiner aufgefallen, der Kommunist wäre. Es ist ja richtig, was Du schreibst, dass Dein Nettolohn immer geringer wird, weil die Steuerlast gerade für die Mittelschicht gestiegen ist. Siehe ‚Panorama’ vom 27.3.08: Die „Durchschnittsverdiener haben kaum von Steuererleichterungen profitiert. Und nicht nur das: Ihnen werden sogar noch verdeckt Steuern vom Staat abgezogen. Es geht um 63 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen in den kommenden sechs Jahren. Das hat die Regierung in einem Gutachten berechnet.“ Weiter wird gezeigt, wie durch das Senken der Steuern für die Ober- und auch für die Unterschicht der Staat auf unzählige Milliarden verzichtet hat, die er heimlich wieder von der Mittelschicht holt, Beispiele sind: Kilometerpauschale, Mehrwertsteuererhöhung, Versicherungssteurerhöhung etc.

    Das ist doch aber kein Grund über die Arbeitslosen und sonstigen staatlichen Almosenempfänger herzufallen und die Position zu vertreten, diese bekämen zuviel, deshalb geht es mir schlechter. Das ist seit Jahren die Propaganda der Springerpresse und des Spiegel, die bereitwillig im Zusammenspiel mit den Agenda-Politikern solche Positionen, auch anhand von Extrembeispielen, die verallgemeinert werden, unters Volk streuen.

    Also: Schau nicht nach unten und erzürn’ Dich über die, die nicht mal Geld für Verhütungsmittel haben, sondern nach oben zu den Politikern und den Unternehmern, die sich im Zusammenspiel Positionen und Geld zugeschoben haben (Clement, Schröder, Schily u.a.). Meinst Du, die wären von den Konzernen hofiert worden, wenn sie Politik gegen deren Interessen gemacht hätten?

  55. Jörg sagt:

    an bakunix.
    es gibt Unternehmer und es gibt Unternehmer.
    Gemein haben sie,dass sie etwas unternehmen.
    Und trotzdem trennt sie einiges.
    Die einen „Mittelstand “ unternehmen auf eigenes Risiko und schaffen die eigendlichen Arbeitsplätze ink. der sozialen Komponete und die anderen schaffen es ohne eigenes persönliches Risiko „supventioniert.“
    Also bitte nicht in einen Topf werfen und etwas diverenzieren.
    Zu Schröder : was haben wir gelacht über den Schauspieler in den USA der vom mittelmässigen Filmkuhhirte zum Presidenten aufgestiegen ist.Aber wir haben uns mit Schröder den größten Schauspieler erlaubt den die BRD je hatte „Schröder HA HA HA. Dieser Nasenbär hat uns verarscht wie kein anderer.

  56. bakunix sagt:

    @ Jörg #53

    Das ist richtig, ich hätte differenzieren müssen. Da man hier schnell des Kommunismus verdächtigt wird, habe ich mir gedacht, wähle ich Begriffe, die auch in diesem Blog kompatibel sind. Ich hätte richtiger von Großkapital und Finanzspekulanten schreiben sollen.

  57. Max Wedell sagt:

    Huch!

    „gegen Großkapital und (internationales) Finanzspekulanttum“

    Hab ich irgendwo schon mal gehört…

    Ein weiterer Fall für Götz Aly?