Der Verdruss der Deutschen

63 Prozent der Deutschen waren im letzten Deutschlandtrend davon überzeugt, dass es in Deutschland eher ungerecht zugeht. Dagegen glauben 34 Prozent, dass der soziale Ausgleich weitgehend funktioniert. In den neuen Ländern fällt die gefühlte Gerechtigkeitslücke mit 26 Prozent positiven und 69 Prozent skeptischen Bewertungen deutlicher aus als im Westen; in den vergangenen Monaten hat die Kritik an den Verhältnissen aber etwas nachgelassen. (Dazu hier der Text aus der FR vom 4. Juli.) Im Juni-Deutschlandtrend blickten die Deutschen düster in ihre persönliche Zukunft, sind unzufrieden mit der Politik der großen Koalition und kritisch gegenüber der Demokratie. 43 Prozent befürchteten, dass es ihnen in zehn Jahren wirtschaftlich schlechter geht als heute, lediglich 18 Prozent erwarten eine Verbesserung ihres Lebensstandards. Gut jeder Dritte geht von einer Stagnation auf dem jetzigen Niveau aus.

Übereinstimmend mit der Kritik an der Arbeit der Bundesregierung (27 % Zustimmung im Juni und Juli, 72 % übten Kritik) bewerteten die Bundesbürger auch die Leistungsfähigkeit der bundesdeutschen Demokratie kritisch: Mit der Art und Weise, wie das System funktioniert, sind mehr als die Hälfte (52 Prozent) weniger oder gar nicht zufrieden. Auch schwindet das Vertrauen in wichtige Institutionen wie Regierung, Parteien, Gewerkschaften und Unternehmen.

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (pdf-Dokument) belegt, dass die Deutschen grundsätzlich eine große Distanz zur Politik haben. Zunächst kommt die Studie wenig überraschend zu dem Ergebnis, dass Arbeitslose (74 %) , Hartz-IV-Empfänger (71 %) und Geringverdiener (59 %) sich in ihrem Leben eher ungerecht behandelt fühlen. Wobei Gerechtigkeit zunächst ein unpolitischer Begriff ist. Daher wurde nachgefragt: Wer ist schuld, das „Leben“, die Politik?

Drei Viertel der Befragten konnten sich der Aussage anschließen, dass ihr Leben alles in allem in sicheren Bahnen verlaufe. Doch die drei oben schon genannten Gruppen fühlen sich aus der Bahn geworfen (Arbeitslose zu 74 %, Hartz-IV-Empfänger zu 66 %, Geringverdiener zu 54 %). Diese Gruppen machen sich auch große Sorgen um ihre materielle Zukunft. Nur 31 % der Deutschen seien sorgenfrei oder optimistisch, berichtet die Studie.

Die Mehrheit der Bundesbürger (57 %) ist skeptisch gegenüber den Reformen der Bundesregierung bzw. der Weiterführung dieser Reformen. Während Pensionäre (66 %) und Anhänger der Grünen (59 %) weitere Reformen befürworten, sind die Arbeitslosen (79 %), Anhänger der Linken (75 %) und die Hartz-IV-Empfänger (74 %) mehrheitlich dagegen. Knapp drei Viertel der Arbeitslosen (73 %) sagten, dass die Demokratie in Deutschland nicht gut funktioniere. Anhänger der Rechtsparteien schlossen sich dem zu 71 % an, Hartz-IV-Empfänger zu 63 %. Gleich danach kommen die Ostdeutschen mit 61 %. In diesen Gruppen ist auch die Haltung verbreitet, dass die deutsche Gesellschaftsordnung nicht verteidigenswert sei (Arbeitslose 54 %, Anhänger von Rechtsparteien und Hartz-IV-Empfänger je 52 %). Die Ostdeutschen gehen mit 38 % ebenfalls häufig auf Distanz zur deutschen Gesellschaftsordnung. Ein Drittel der Deutschen ist der Meinung, dass die Probleme Deutschlands mit der Demokratie nicht gelöst werden können (vor allem ist dies mit 75 % die Meinung der Anhänger von Rechtsparteien).

25 % der Befragten interessieren sich überhaupt nicht für Politik. Da sind die potenziellen Nichtwähler (59 %) die größte Gruppe, aber dann folgen schon die Arbeiter, die Arbeitslosen und die Hartz-IV-Empfänger (55, 43 und 42 %). Die Arbeitslosen spielen überdurchschnittlich häufig mit dem Gedanken, bei der nächsten Wahl der Wahlurne fern zu bleiben – 69 %. Von den Hartz-IV-Empfängern sind es 64 %.

Fazit der Studie: „Ganz offensichtlich gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der eigenen finanziellen Situation und der generellen Einstellung zur Demokratie in Deutschland: Personen mit schwierigen Lebensumständen weisen eher eine Demokratioedistanz auf als Menschen aus ‚gesicherten‘ und ‚geordneten‘ Verhältnissen. These: Armut bzw. soziale Disparität führen zu Demokratieverdruss. (…) Einen Sonderfall stellen die Bürger aus den neuen Bundesländern dar, die mehrheitlich – weitgehend unabhängig von ihrer persönlichen sozialen Situation – eine große Distanz zur Demokratie besitzen.“

Diese Zahlen belegen damit etwas, was von vielen Leserbriefautorinnen und -autoren und auch von den Usern des FR-Blogs häufig angesprochen wurde. Der jeweiligen subjektiven Perspektive wurde damit ein hartes Fundament eingezogen. Doch ist es deswegen gerechtfertigt, von Demokratieverdrossenheit zu sprechen? Da diese sich an den Ergebnissen der deutschen Politik festmacht, kommt hier wohl eher die altbekannte Politikverdrossenheit, die auch eine Parteienverdrossenheit ist, in neuem Gewand daher. Der Trend scheint sich indes zu verstärken. Das sollte uns allen zu denken geben.

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60 Kommentare zu “Der Verdruss der Deutschen

  1. Beim Thema „Demokratieverdrossenheit“ und der Suche nach Erklärungen werden immer wieder gerne die demokratischen Äpfel mit den eher birnenförmigen Demokratieerklärern, also Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, gleichgesetzt. Nein, wir Deutschen sind nicht demokratieverdrossen, denn die gute alte „Volksherrschaft“ ist uns immer noch viel wert. Wir leiden nur daran, wie diese umgesetzt wird, wie uns die Umsetzung dann begründet und erklärt wird und dann, wenn wir uns aufregen, uns Unverständnis und eben diese Demokratieverdrossenheit vorgeworfen werden.

    Was ist in den letzten 20 Jahren passiert? Wir hatten da eine Wiedervereinigung, die quasi aus der Portokasse bezahlt werden und über Nacht blühende Landschaften erschaffen sollte.
    Hat leider nicht ganz so funktioniert – manch Gutes im Osten wurde einfach zerschlagen, manch Schlechtes und vor allem viele Wendehälse und Absahner haben profitiert.

    Ja, wer sich schwach und ohnmächtig, ausgelutscht und über den Tisch gezogen fühlt, schreit gerne nach dem starken Mann – ist er/sie deshalb schon ein Anti-Demokrat?
    Was ist in unseren Schulen, Kindergärten, Betrieben, wenn sich jemand demokratisch verhält, sich in Gewerkschaften oder Betriebsrat engagiert, die Verhältnisse kritisiert, sich womöglich noch mit den Mächtigen anlegt – wird nicht recht bald versucht, ihn mit mehr oder weniger sauberen Mitteln klein zu kriegen, ihn aus dem Weg der Bahnen der Mächtigen zu räumen? Dieselben oft, die dann salbungsvoll in Talkshows „bürgerliches Engagement“ und Zivilcourage einfordern, und kräftig Beifall klatschen, wenn wieder mal jemand für diese Dinge ausgezeichnet wird.

    Trotz aller Lippenbekenntnisse schaffen es die Verantwortlichen in Bund und Ländern nicht, in Kindergärten und Schulen für gleiche und faire Bedingungen, egal, ob Migrantenkind, Kind von Arbeitslosen oder Millionärskind, zu schaffen.
    Unterrichtsfach: Mehr DEmokratie wagen – Fehlanzeige! Wer sich fühlt, wie ein Bauer auf dem Schachbrett sich fühlen könnte, der resigniert, legt sich eine fatalistische Haltung zu, oder geht, schlimmstenfalls, in den gewaltbereiten Widerstand.

    Wir Bürger haben inzwischen ein feines Gespür für „Wasser predigen und Wein saufen“ entwickelt, z.B. um alle Reformen der letzten Jahre herum, angefangen bei Hartz I – IV bis zur Gesundheits- und Bahnreform. Wenn wir das Gefühl hätten, es handelte sich um echte Reformen, d.h. das Enger-schnallen des Gürtels gelte für alle, würden wir diese angeblichen Reformen auch mittragen. Nur komisch, das von der Globalisierung, die angeblich all diese Härten von uns verlangt, das obere Drittel der Gesellschaft nur wenig oder gar nicht betroffen ist, und sich hübsch aus der Verantwortung stiehlt. Und wenn dann Forderungen nach mehr Steuergerechtigkeit und Abgabengerechtigkeit aufkommen, heißt es, das dies den „Leistungsträgern“ nicht zumutbar sei, weil sonst eine ungeheuere Kapitalflucht in ausländische Steuerparadiese einsetzen würde.

    Abgesehen davon, das viele nicht begreifen, warum diese Steuersümpfe nicht auszutrocknen sind, schauen auch viele über ihren Tellerrand hinweg, in Länder wie die Schweiz, welche ein vorbildliches System der Rentenversicherung hinbekommen haben, oder nach Dänemark, wo seltsamerweise trotz Steuersätzen von fast 70% keine Kapitalflucht ins Ausland bekannt wurde.

    Der Normalbürger begreift nicht, warum dicke, spritfressende Dienstwagen steuerlich begünstigt sind, zumal er über seine Steuern diese noch mit finanziert. Ehepaare mit 2 oder sogar mehr Jobs begreifen nicht, warum die Ehefrauen von Gutverdienern zu Hause bleiben können, und trotzdem aufgrund Ehegatten-Splitting vom Staat auch noch dafür belohnt werden. Kassenpatienten begreifen nicht, das sie trotz höherer Beiträge in ihrer Arztpraxis nur als Patienten 2. Klasse behandelt werden.

    Genau das: „Wer hat, dem wird gegeben“, ist es, was viele Menschen fuchtig, wütend, und verdrossen macht.

    Wir werden es bei den nächsten Wahlen erleben, eine noch nie dagewesene niedrige Wahlbeteiligung, und eine noch nie dagewesene Stimmabgabe für radikale Parteien, wobei ich rechts und links nicht in einen Topf werfen möchte.

  2. Eigentlich interessiere ich mich sehr für Politik. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass es (noch) keine Regierungspartei gibt – oder eine Partei, die es auf absehbare Zeit auf die Regierungsbank schaffen wird – die sich nach der Meinung der Wählerinnen und Wähler richtet. Beispiele, die von den Wählern mehrheitlich abgelehnt werden sind Hatz IV, Agenda 2010, Kriegseinsätze … Wie kann es sein, dass die Politik der Regierung mehrheitlich abgelehnt wird, die Kanzlerin dennoch gut abschneidet.

    Alternativen in der Regierung? Die SPD weigert sich seit längerer Zeit beharrlich, ihre eigene Programmatik geschweige denn ihre Stammwähler ernstzunehmen und mutiert zum Wurmfortsatz der CDU. Steinbrück beweist uns dieser Tage, dass er gar nicht beabsichtigt, mit seiner Partei eigenständige Politik zu machen. Daher dürften sozialdemokratische Anliegen/Versprechungen wie der Mindestlohn gar bald gestorben sein.

    Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen nicht ihren Interessen gemäß wählen.

  3. Die Fragen der Studie sind ein bißchen seltsam.

    Es wurde anscheinend nirgends geklärt,wie denn Demokratie funktionieren soll und was die Befragten darunter verstehen.

    Im Zusammenhang mit dem Einbürgerungstest zeichnet sich ein seltsames Bild ab: Man ist zu 46 % unzufrieden mit etwas, von dem man fast nichts weiß.

    Schon der Vergleich von 59% potentieller Nichtwähler mit zur Wahl geprügelten Nichtwählern in Somalia zeigt, auf welchem Niveau wir uns bewegen.

    Unsere Demokratie funktioniert besser als man denkt, still und mit wenig Sand im Getriebe und mit viel weniger Schmiere als man glaubt.

  4. Fraglich ist doch auch, ob diejenigen, die sich als Verlierer einordnen, nicht auch in einem undemokratischen System verlieren würde, vielleicht noch mehr und gravierender als jetzt.

    Das letzte undemokratische System in Deutschland hat gewaltig viele Verlierer gehabt, das vorletzte auch, wo steckt denn nun der Wurm?

    Ich glaube, die Menschen, die sich undemokratisch verhalten, zerstören die Idee, deshalb ist es nicht ein Demokratieverdruß, sondern ein Verdruß über die „Lückenfüchse“, die jede Gelegenheit zu ihrem Vorteil mißbrauchen.

  5. also Bronski,
    dass Sie sich hier so ausführlich und in epischer Breite mit Zahlen auseinander setzen, die von Glaskugel- und Kaffeesatzlesern gewürfelt wurden .. representativ ist das doch nicht, somit sollte man doch der Genauigkeit derartiger „Umfrage-Ergebnisse“ Rechnung tragen und nur z.B. 5%-Schritte verwenden, alles Andere ist m.E. Mumpitz.
    Schon das Zusammenlegen von „.. Anhänger von Rechtsparteien und Hartz-IV-Empfänger je 52 % ..“ ist starker Tobak, war das von Ihnen beabsichtigt?
    Das nur am Rande, aber nun mal zum eigentlichen Thema: Wen wundert’s, wenn sich das „Stimmvieh“ über das nahezu gänzliche Fehlen eines Demokratiegedanken bei „unseren“ Politikerinnen und Politikern, gepaart mit ebenso vollständiger Ignoranz den Lebensumständen derjenigen gegenüber, die sie zu vertreten haben, aufregt: sie, die Damen und Herren in den Parlamenten u.dgl., sind nicht Herrscher, sondern Verwalter!
    Dass derzeit „die Wirtschaft“ nahezu tut, was sie will, ist doch nur eine Folge der Unfähigkeit „der Politik“ und der „Geiz-ist-geil-Mentalität“ sowie einer masslosen (z.Tl. auch blinden) Raffgier zuzurechnen.
    Veranstalten wir doch mal einen „Berliner Fenstersturz“, unseren „Volksvertretern“ geschieht dabei nichts: bei dem Mist, den sie vor den Türen angehäuft haben, fallen sie weich.

  6. Ich bin im Juni auch mal umgefragt worden. 70 % der Fragen konnte ich nicht mit vorgegebenen Antworten versehen und mußte mit dem Interwiever diskutieren. Beispiel: Ob die Merkel eine gute Kanzlerin sei. Das hängt doch davon ab, wie erfolgreich sie regiert und nicht wie wer sie findet, habe ich versucht ihm klarzumachen. Ich habe ihm dann gesagt, dass nach meiner Ansicht nach von ihr keine positiven Ansätze guter Politik für die Mehrheit der Bevölkerungzu erkennen sei. Ich meine, diese Art Umfragen sind als Voksverdummung anzusehen.

  7. Weltweit werden ausserirdische gesucht und gesehen!“Blödsinn“
    Wir haben schon seit vielen Jahren ausserirdische in Berlin.
    Wesen die nichts mit uns normalen Menschen zu tun „haben wollen“und in einer fremden Welt leben.
    Die uns als Wirt benutzen um uns zu manipulieren.
    Die sich beschützen lassen Tag und Nacht!
    Die Angst haben vor der Normalität!
    Die Angst haben vor der Warheit des Volkes!
    Die Angst haben als Mensch erkannt zu werden!
    Dei sich weigern einen Psychologen aufzusuchen!
    Die ihre Provilneurosen ausleben können!
    Denen für ihren Machterhalt jedes Mittel Recht ist!
    Die eine eigene eigene Sprache kreieren müssen damit sie keiner versteht!
    Das beängstigende ist zur Zeit ,dass sie auf Grund der derzeitigen Spritpreise diesen Planeten nicht einmal verlassen können!
    Wir sollten solidarisch sammeln für eine vollgetankte Untertasse und guten Flug wünschen!:-D

  8. /me kommt von der Hauptseite der FR

    Also wissen Se Herr Bronski, ich bin ja enttäuscht. Komm ich lunzen, haben sie so ein Luschithema. Das ist nun net böse gemeint, oder um sie zu dengeln, aber das ist so: „wie fülle ich den Blog auf“? Statistiken kommen da immer gut, gelle? 😉
    Dabei kann man sich das doch an den fünf Fingern ausrechnen: Die FR titelt vorne „Benzinklau, die auf’m Land sind da ganz dreist“. Wenn morgen Bauer Heinz mit seinem Traktor auf dem Rübenfeld liegen bleibt, geht’s uns noch schelchter. Da können net mal mehr die diebe klauen gehen.
    Mal ein wenig ernster: Man weiß doch, was Statistiken/Umfragen wert sind. Ein Teil in Berlin sagt: „Uns geht’s gut“, ein paar andere verweisen ständig darauf, aktuelle Zahlen liegen nicht vor, alles ist 5 Jahre alt. Armutsbericht hin oder her.
    Das ist alles eine Armut und dann sagt noch wer: „Im Kongo den Leuten geht es schlechter.“
    Stimmt, hat er Recht.
    Hier habt ihr alles, tschuldige daß ich noch lebe.

    Also leiber Bronski, ich wünsche mir mehr Fundament im Bronski-Blog. Und wenn umfragen dann solche wo man mitnehmen kann, wie die da: Welche Art Tasche von Mann getragen, wirkt auf Frau nicht abstoßend. Anders gefragt: Welche Art Tasche sollte Mann tragen um nicht unten durch zu fallen – bei Frau. (ist top aktuell aus dem Gallus)

    Lieben Gruß nach Hibbdebach.:-)

  9. @7 alterbutt
    richtig, die „Ausserirdischen“ sind unter uns, aber nicht nur in Berlin, sondern auch in Wiesbaden, Frankfurt am Main (über die Belagerung in dem an der Oder weiss ich zu wenig) und und und

    Aber warum nennen Sie diese Lebensform nicht bei ihrem Namen: POLITIKER.

    ist vielleicht etwas pauschal, aber wen’s nicht trifft, soll es überlesen 😉

  10. Guten Morgen lieber Bronski *ihm Kaffee bringt* 🙂

    Ich weiß ja nicht, für wen diese Umfragen gemacht werden, die dann statistisch Welt gereicht werden. Ich nehme mal an für Berlin (Wiesbaden) weil die ja mittlerweile jenseits von Milkyway anzutreffen sind.

    Wir erinnern uns an die außergewöhnliche Rentenerhöhung? Was ein Popanz da veranstaltet wurde? Wie großzügig doch Politik nun ist, von einem Wahlgeschenk die Rede war…

    Wenn Sie das vom Ergebnis einem Obdachlosen in den Hut werfen, müssen sie rennen, sonst kriegen Sie die Gusche voll. Die Hälfte dieser großzügigen „Spende“ von Vater Statt, hat schon die jüngste Preiserhöhung einiger Tageszeitungen wieder sich geangelt. Täglich eine Rundschau, die nun 10 Cent mehr kostet, auf den Monat gerechnet knapp 3 €uro. Muttern bekommt 7 €uro und bißchen nun mehr, nach wieviel Jahren Dengelei, trotz Trümmerfrauenstatus?

    Wenn unsere Familienminsterin sich da hinstellt, auf ihr Kinder verweißt, ständig betont, daß sie ja auch berufsttätig ist, würde ich Sie am liebsten enteignen, 40 Jahre zurückbeamen lassen und sagen: Nun gute Frau, nun mach mal. Die Frau hat noch nicht ein Jahr miterlebt, was viele Mütter 20 Jahre mitmachen müssen, damit aus kleines Mensch, dann was wird und in der Welt bestehen kann.

    Im Gallus war Geschäftsterben. Alteingesessene Lebensmittelläden haben zu gemacht.Gegenüber wo ich wohnte, aich einer. Und der hat mir gesagt: Früher gab ich den Leuten am Samstag wenn Sie kamen, eine Tüte voll mit, für 20 Mark. Heute kann ich nicht mal ihnen die Hälfte mitgeben – für 20 €uro.

    Wenn ich 5000 €uro im monat habe, juckt mich das wenig, ob nun Benzin 2 Cent wieder mehr, die da in Berlin um die Pendlerpauschale einen Eiertanz machen, heute ja, morgen nein, übermorgen – Staat ist pleite,wir wollen in 8 Jahren schuldenfrei sein. Wenn ja alle schuldenfrei sein woilten, würde das ja vielleicht aufgehen. Wenn alle unter gleichen Auflagen an den Markt gehen würden, würde es vielleicht eher passen. Aber in Amerika & anderswo juckt das niemanden, ob wir Schulden haben oder nicht, die interessiert es auch nicht, daß mit ihren Defizit hab Europa vor dem Kadi der EU-Kommision sich blaue Briefe abholen könnte, die Strafe gleich dazu.
    In China & anderswo inressiert es niemanden, was sozial bedeutet. Wenn einer im Bergbau hopps geht, stehen schon 100 andere hinter ihm um seine Stelle einzunehmen.
    Und auf diesem Level soll DE gedrückt werden – sinnbildlich.
    Weltweite globale Kommunikation, nennt sich das.

    Jedenfalls braucht es keine Erbsenzähler um zu wissen, daß viele Menschen schon in die Tiefe schauen – nur das Bildungswesen für Deutschlands Zukunft genommen. Ich würde meschugge werden oder Revolutionär im Underground, wäre das in meiner Jugendzeit passiert.

    Naja, schönen Tag allen. Nur Mut, heute beginnt der Aufbruch zum Fenstersturz, eine gute Lösung… gefällt mir.

  11. Hat das wer heute mitbekommen in der Hessenschau, die Stadt Wiesbaden und der 1 €uro-Jobber…? Wie sagte doch der „Kulturbeutel“ der Stadt Wiesbaden: Er hätte doch gehen können, niemand muß arbeiten… Und dann, jetzt kommt’s, der Mann wollte ja fest eingestellt werden, Wiesbaden hat abgelehnt, obwohl der Mann da alles aufzog und erst einmal die Amtsstube auf Vordermann brachte, die Stelle bekam jemand aus dem direkten persönlichen Umfeld des „Kulturbeutels“ der Stadt Wiesbaden. Der Mann mit dem 1 €uro in der Hosentasche, will nun klagen auf Festeinstellung, ein Vergleich mit Wiesbaden ist gescheitert.

    Sag ich doch, der Staat ist die schlimmste Heuschrecke.
    Müssen wir nun wen losschicken und fragen lassen, wie wir über unsere Zukunft denken?

    Fenstersturz! Allerorten!

  12. Mir ist noch kein politisches System bekannt geworden, bei dem nicht die kleinen Leute die Rechnung zahlen.

    Das Problem ist nicht die Demokratie, das Problem sind die, die schneller als alle anderen profitieren wollen.

  13. Das Problem ist sehr wohl die Demokratie, ob sie nun aus Brüssel diktiert wird oder aus Berlin, Wiesbaden, Frankfurt. Das fängt schon mit den verlogenen Zahlenspielen an, die unsere Politiker aus der Hosentasche ziehen. Jeden Monat das Gleiche: Arbeitslosen liegen vor, der verweiß das die geschönt sind, aus Berlin: Es liegt kein Bedarf vor, dies zu ändern. Das ist unsere Demokratie.

    Vom politischen System ansich hast du recht BvG. Es kommt immer drauf an, was man daraus macht.
    Heute so nebenbei aus den Nachrichten Erhöhungen gereicht bekommen: +20% Energie/Gas, bis zu +5% RMV (Nahverkehr) in Kürze. Dann wird schon drauf hingewiesen, daß die Gewerkschaften maßvoll an den Verhandlungstisch gehen sollen, wegen der Konjunktur. Die zuckt noch ein bißchen, nicht daß die Gewerkschaft ihr den Todesstoß versetzt. Ziel ist die Gewinnmaximierung. Zahlenspiel: 2007 Gewinn 1 Millionen. Dieser Gewinn muß Minimum gehalten werden, egal wie. Besser ist ja draufzusatteln. Eine Investition, Leitung unter die Erde legen, würde natürlich gleich an den kunden weitergereicht. Es ist nicht mehr so wie es mal war: Firma X in Frankfurt hat 500.000 Gewinn gemacht, kauft eine neue Maschine, stellt paar Lehrlinge ein, schickt wen zur Meisterschule, damit Lehrlinge in guten Händen sind, denn die sind die Zukunft der Firma. Das war einmal.

    Was ist heute? Hast Schäuble zum Fachkräftemangel gehört, wie er sich dreht und wendet? Wo ist die Investition unserer Demokratie in unsere Jugend?

  14. @rü

    Der fortwährende Ruf nach Fensterstürzen führt lediglich zur Verteuerung der Parterrewohnungen.

  15. @rü

    Ja, kommt darauf an , was man daraus macht. Der Betonspruch lag mir schon lange auf der Tastatur.

    Also ran an die, die bloß potjemkinsche Dörfer draus bauen, nicht an die wirklichen Fundamentebauer.

  16. Meine Mutter hat Post (1 Seite) von Mainova (Energieversorger Frankfurt) bekommen. Da wurde erzählt es wird teurer – die 7 €uro sind nun lange schon aufgebraucht, nicht mal 1 Monat haben sie gehalten. In diesem Brief wird erzählt, wie toll der Service von Mainova ist, sie sich auf Mainova verlassen kann und alles kann sie im Internet nachlesen. Dort findet sie auch eine Aufschlüsselung.

    Meine Mutter hat aber keinen PC, auch kein Internet. Muß sie nun 1000 €uro investieren, um Mainova verstehen zu können? Und nun? Nicht mal mehr zu einem anständigen Brief mit Erläuterungen reicht es – trotz ständiger Erhöhungen.

  17. @bronski

    Ich habe eine Möglichkeit gefunden, Anfragen an alle Mitglieder des Bundestages zu stellen.

    Wie wär’s mit einer Anfrage zum Thema von uns an diese?

  18. @ BvG, lustig finde ich das alles schon lange nicht mehr. die Politiker können froh sein, daß die heutige Jugend so desinteressiert an allem dahinvegetiert. Richtige Lahmärsche sind des. Anderseits: Jeder zieht sich das groß, was er verdient.

    Ich war in jungen Jahren in Paris 😀

  19. Das geht mir jetzt ein bisschen zu weit vom Thema weg. Ist mir schon klar, dass das Thema selbst unscharf formuliert ist (rü, hättest du auch zwischendurch mal reingelunzt, hättest du eine Menge scharfer Sachen gefunden; hast aber nur nebenbei mal geguckt). Hier geht’s nicht darum, sich über die allgemeinen Erschwernisse des Lebens wie Teuerung zu beschweren. Alles wird teurer, das merken wir alle täglich. Hier geht’s darum: Was davon wird warum von wem den Politikern angelastet, und warum führt das zu Politik- oder gar Demokratieverdrossenheit?

    Nebenbei gesagt handelt es sich bei der oben – viel zu trocken – wiedergegebenen Studie durchaus um die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, Hajo.

  20. @rü

    Lustig ist das nicht mehr, sehe ich auch so und das Desinteresse ist durchaus im Interesse der Politiker. Können sie ja dann machen was sie wollen.
    Da könnte man schon die Wut kriegen.

    Aber uns bleibt ja Paris…

    (Schwacher Gag zum Feierabend. Bis morgen.)

  21. Naja lieber Bronski, es gibt Themen die kaue ich nicht dauend wieder (wie Atom); da kannst ja nix dafür, hast ja recht. War nächtliches dahingeflappse meinerseits, wegen von der Hauptseite kommend, wo Werbung zu Bronskis Beat Club zu sehen war. 😉

    Du fragst warum Demokratie + Politikverdrossenheit?
    Das hatten wir doch auch schon, die sind jenseits von Milkyway anzutreffen. Schau nach Wiesbaden, willst das noch für ernst nehmen das Kasperltheater? Koch fordert mehr Verantwortung (vorne FR, Hessen-Nachrichten), wo ist seine Verantwortung gegenüber dem hessischem Volk? Wie bekloppt soll Volk sein oder gar werden, damit solche zweibeinigen Sprechblasen im Sinesrausch ihres Seins baden können?

    Das ist eine ernste Frage!

  22. @ BvG: schwach, vielleicht… aber ein BvG-Stempel!

    Eine geruhsamme Nacht dir (den anderen auch, und Bronski auch… den Fürsten allerorten nicht).

  23. Hallo Bronski,
    „Nebenbei gesagt handelt es sich bei der oben – viel zu trocken – wiedergegebenen Studie durchaus um die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, Hajo.“
    .. was sich halt heutzutage so alles „repräsentativ“ nennt!
    Es mag ja sein, dass hochkarätige (kennst Du die Diamantenpreise?) Menschen wohldurchdachte Bücher über dieses Thema geschrieben haben, aber mir will es halt nicht eingehen, dass 1000 (mehr oder weniger willkürlich) ausgewählte Menschen die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung mit seinen mannigfaltigen Schichten, Bestrebungen, Erwartungen etc. wiedergibt.
    Auch das, lieber Bronski, führt (Stichwort Verarsche) zu der Verdrossenheit allüberall in unserer mit Obrigkeit reich gesegneten Republik.

  24. @ Hajo

    Hast du dir mal den Link angeguckt? Offensichtlich nicht. Für die Studie wurden gut 2500 Interviews geführt. Das geht über eine Umfrage weit hinaus.

    Wenn man über den Verdruss reden will, braucht man nen Aufhänger. Die Zahlen der FES-Studie hielt und halte ich für einen brauchbaren Aufhänger, da sie einen konkreten Ansatz liefern. Unstrukturiert draufloswettern kann jeder.

  25. Wenn ich noch einwerfen darf – erstmal Guten Morgen zusammen – lieber Bronski, ich habe das Beispiel meiner Mutter nicht umsonst gereicht. Was sollte sie erzählen? Gerecht wenn sie 7 €uro mehr bekommnt, andererswo mal so eben 500€ sich zugeschoben wird?
    Was sollte ein „Grashüpfer“ als Antwort geben, der im Sommer die Frankensteiner Schule verlassen hat und mit 18 Jährchen vor sich blickt?
    Wir können gerne das Spiel noch fortsetzen, die Antworten sind alle vorhersehbar. Wenn ich die Zeil langgehe oder im Gallus schlendere, meinen block zücke, wird die „repräsentative“ Frankfurter umfrage ähnlich ausfallen. Stelle ich mich vor die ehemaligen Adlerwerke, frage da, kann ich zur Freude der Koalition das ganze schön rosa einfärben. Gehe ich hinten in die hinterste Ecke nach Eschersheim, wird das rosa recht schmutzig werden. Gehe ich Richtung Frankfurter Wochenmärkte, wird die Stimmung erst am Abend besser, die letzte Bratwurst, noch ein letztes Bierchen. Also …
    Mag ja sein das die da mehr Leutchen gefragt haben, repräsentativ wäre vielleicht, wenn über einen längeren Zeitraum die gleichen Leute befragt werden. So kann man Stimmungsschwankungen ersehen, tendenziell die Befragten so auswähle, daß sie ein Spiegelbild der Gesellschaft wiedergeben, mit Kinder, ohne Kinder, Alleinerziehend, Migrant (1/2/3. Generation), etc.pp. Da rumlaufen, wen von der Straße gezielt aufsammeln und befragen… Und je nach Interviewer geht das auch alles nach Nasenspitze. Naja… 😀

  26. noch was, bin ja dann weg 😉 (bis zum abend)

    Wenn ja solche Umfragen noch was bewirken würden, würde ich sagen, von mir aus. Aber das tun sie ja nicht.

    Der „Armutsbericht“ war bestimmt nicht weniger fundiert, deutlicher kann eigentlich nicht gesagt werden, was los im Land ist, aber was die Folge? Einsicht? Nachdenklichkeit der elitären Politklasse?

    Nein.

    „Das sind alte Zahlen, noch von rot/grün, nicht verwertbar.“

    Als ob in drei Jahren Jahren sich alles unter Schwarz/rot um 180° gedreht hätte…

  27. Hier der Link zur Seite des Meinungsforschungsinstitus polis / sinus, das die Umfrage durchgeführt hat. Meines Wissens wurde das in Telefoninterviews gemacht, nicht auf der Straße.

  28. /me nochmal reinlunzt

    Ach Bronski, komm… 😀 Des ist ja noch schlechter ^^ (wie schreibt man das „schlechter“ wenn’s gedehnt wird, also nicht schlechter… schlächter… nee, auch net ^^ )

    Wenn meine Hartz VII-Kasse ‘nen Schoppepetzter zuläßt, gebe ich ihn an der Rezeption ab – für dich 😀 Hast dir redlich verdient 😀 *winkt*

  29. Telefon-Interviews auch noch!
    Das ist doch der grösste Käse, den man sich überhaupt denken kann:
    1. wie will ein Interviewer die Antworten bewerten, wenn er noch nicht einmal die Reaktionen des Interviewpartners sieht (etwas Psychologie gehört schon noch dazu)
    2. wie wollen diese „Institute“ (vielleicht besser: „Anstalten“ 😉 ) alle Bevölkerungsschichten überhaupt erfassen. Ja, ich weiss, auch unter Hartz IV-Empfängern gibt es welche, die Telefone besitzen, aber sind die representativ?
    Und was soll man sich auf der verlinkten Seite ansehen? Etwa die Werbung für Glaskugel- oder Kaffeesatzleser?
    Aber lieber Bronski, Du kannst ja getrost meinen Beitrag wegen „unstrukturiertem Verhaltens“ löschen, bevor es noch jemand anders liest.
    Schönen Tag noch und viel Spass im Elfenbeinturm!

  30. Mit jeder Regierung ist es wie mit der Verdauung:
    Wenn sie funktioniert merkt man von ihr kaum etwas.
    Alles ander verursacht Darmbeschwerden und unwohlsein.
    Die derzeitige Situation wäre dann aus ärztlicher Sicht nicht weiter mit Plazebos zu behandeln.
    Da muß schon mehr kommen um einen Heilungsprozess zu fördern.
    Scharlatane haben wir nun genug ertragen und es wird Zeit für vernünftige Eingriffe ,selbst wenn das eine oder andere Geschwür entfernt werden muß!
    Einen Trost hat das ganze wie die Geschichte immer bewiesen hat:Wenn ein Volk unzufrireden war ,war es immer ein neuer Schritt in eine Weiterentwicklung der Völkern.

  31. Ein bisschen enttäuscht von euren Reaktionen bin ich nun doch. Die Studie bzw. die Ergebnisse des Deutschlandtrends messen Stimmungen, so gut dies eben geht. Natürlich ist das diskussionswürdig. Allerdings kommen hier unterschiedliche Meinungsforschungsinstitue zu ähnlichen Ergebnissen: Die Deutschen glauben immer weniger an die Demokratie. Um diesen Trend geht es in diesem Thread, nicht um die Methoden der Meinungsforscher. Die Kritik an denen ähnelt doch erstaunlich der Geschichte von dem Überbringer schlechter Nachrichten, den man für diese Botschaft tötete, als wäre er dafür verantwortlich.

  32. Aber nun mal Ehrlich Bronski,
    wie weit kann man diesen Instituten heute noch trauen.
    Dass diese allerdings alle ähnliche Ergebnisse vorweisen gibt allerdings zu denken und nun stellt sich die Frage ,wer hat diese in Auftrag gegeben und was bewegt sich dadurch.
    Das Volk hat sein Misstrauensvotum schon längst vor den Meinungsforschern abgegeben ,aber wird das auch zur Kenntnis genommen?
    Wenn die Auftraggeber diese Institute benötigen um Meinungen aus dem Volk zu erfahren,ist es nicht der Beweis ,wie fern man sich vom Volk entfernt hat?
    Oder gehören die Auftraggeber gar nicht zum Volk?

  33. ach Bronski, es geht mir doch nicht darum, dass die „Ergebnisse“ dieser Institute grundsätzlich anzuzweifeln sind, was mich nur aufregt ist die Arroganz dieser Damen und Herren, die (nebenbei gut bezahlt) meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
    In Wahrheit braucht man gerade beim vorliegenden Thema der Unzufriedenheit mit „der Politik“ nur Augen und Ohren aufzusperren. Selbst in Leserbriefen der FR – kennen Sie das Blatt? 😉 – finden sich mehr als genug entsprechende Beispiele.
    Dafür brauche ich keine „MarktFORSCHUNG“ (FORSCHUNG!! ich weiss übrigens, was das bedeutet) dieser Art – so nach dem alten Fussballerspruch „der Ball ist rund“ und „das Spiel dauert 90 Minuten“.

    Wie steht’s doch irgendwo bei Matthäus: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“

    Ich will doch keinen Streit, aber solche Leute regen mich schon auf und diejenigen, die ihnen hörig sind, erst recht.

    schönes Wochenende
    Hajo Gebhardt

  34. Die Deutschen glauben immer weniger an die Demokratie.

    … naja, Bronski, das wurde ja schon angerissen/angedeutet – was ist Demokratie? Wenn wir beide loslegen, einer geht vor fragt so Fragen wie das Institut, der andere einen Tag später, mit Moschee, Wanderarbeiter aus Osteuropa und ähnliches, dann ist die Demokratie aber dann gänzlich eine andere.
    Wir haben ja nicht mal eine echte parlamentarische Demokratie. Das haben wir hier im Bronski-Blog der FR auch schon ausgeknobelt, anhnd der Themen – wie Lobby (Unterwanderung) und anderes.

    Ich glaube schon an die Demokratie, nur nicht an unser jetziges politsaches System. Das ist eine Feudalherrschaft geworden. Irgendwann müssen die kinder wieder in den Berg, damit der Kinderarmut ein Ende gesetzt wird. Dann gibt es endlich auch wieder Zwerge fürs „Taunus Wunderland“.

    Tschuldige, wegen des zynischen Endes.

  35. Wenn man keine Macht hat, etwas zu verändern, verwendet man seine ganze Zeit daruaf, diese Macht zu erlangen.
    Wenn man die Macht dann hat, verwendet man seine ganze Zeit darauf , sie zu behalten.

    Und alles bleibt wie es ist.

    Das ist der Frust an der real existierenden Demokratie in Deutschland

  36. Und überhaupts:
    Artikel 20 GG
    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    Ob einer will oder nicht, bei der Demokratie bleibts.
    Unzufrieden mag man sein, auf Distanz gehen oder dagegen sein geht nicht.

  37. @36 BvG
    sorry, vielleicht steh ich auf dem Schlauch, aber hat jemand etwas gegen Demokratie geschrieben? Ich denke, hier geht’s doch darum, dass das Verständnis, was Demokratie bedeutet und wie sie zu leben ist, bei einigen Damen und Herren – vorsichtig ausgedrückt – etwas seltsam ausgeprägt ist.

  38. @Hajo
    Das bezog sich darauf, daß in der Studie zu lesen ist, daß einige Menschen der Demokratie nicht zutrauen, die anstehenden Probleme zu lösen.
    Da kommt mir der Gedanke, wie man denn dann die Probleme lösen will.

    Ich wollte nur darauf hinweisen, daß es keine Alternative zu ihr gibt. Das Zitat aus dem GG richtet sich ebenso an die „Enttäuschten“ als auch an die Demokratie-Mißbraucher.

  39. Demokratieverdrossenheit ist eine Sache.
    Demokratie ist und bleibt der einzige Kompromis im Zusammenleben einer so großen Meinungsvielfalt.
    Ich habe in den letzten 30 Jahren die andere Seite in den ehem.GUS erfahren dürfen als Westeuropäer und finde bei aller Liebe keine Alternative.
    Selbst die ,die nach der Mauer rufen wissen es besser und ich glaube sie drohen nur oder machen auf dieser Weise ihren Unmut Luft.
    Tolalitäre Staaten haben und hatten diesem „Kompromis „nichts fernünftiges entgegenzusetzen.
    Auch unter dem derzeitigem Gefühl der Kälte in dieser Gesellschaft war es in diesen Staaten immer noch ein wenig kälter und Menschenverachtender.
    Aber ich glaube ,da gibt es hier keine gegenteilige Meinungen.
    Allerdings sehe ich auf Grund meiner Erfahrungen immer mehr Ähnlichkeiten in der Verfahrensweise.
    z.B. Demoralisierung der Bevölketung durch Machtmonopole in der Wirtschaft haben meiner Meinung nach schon etwas totalitäres mit ähnlichen Auswirkungen ,die ich z.B in Russland erfahren habe in den 70er Jahren.
    Betroffen in der Auswirkung dieser Monopole waren und sind immer die Menschen in ihrer Abhängigkeit.
    In Russland oder anderen GUS-Staaten waren es Lebensmittel und bei uns sind es heute z.B Kredite ,die in Zeiten guter Konjunktur in vielfältiger Weise aufgenommen wurden und deren Auswirkungen ,eben in dieser Erpressbarkeit tausender Menschen „Familien“niederschlägt.
    Erpresseung dieser Art hat es immer gegeben ,aber es hat sich „nach 1945″ nie so Negativ auf die Moral augewirkt.
    Die Verführer sind heute andere!!
    Ich glaube aber auch,dass ein großer Teil der Verdrossenheit schwanger geht mit der Hilflosigkeit des Einzelnen oder vieler nicht aus eigener Kraft aus diesem Dilemmer heraus zu kommen.
    Das war in den Jahren des Aufbaus anders und einfacher,weil jeder die Möglichkeit hatte allein durch Händ Arbeit nach vorn zu kommen.
    Die Lohnentwicklung war immer Steigend.
    Beispiel: Wer z.b. 1950 ein Reihenhaus gebaut hat mit Staatlicher Hilfe hatte derzeit ca 20.000 DM Schulden und ein Std -Lohn z.B Bergbau von 50 Pfennig.
    20.000 DM war zu der Zeit Vergleichbar mit heute 250.000 EU für die gleiche Bautätigkeit ,allerdings mit dem gravierenden Unterschied,dass ab 1950 die Löhne sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit erhöht haben“Wirtschaftswunder“ und sich die 20.000 DM schnell relativierten.
    Bis ca. 1980 hat sich diese Entwicklung der Lohsteigerung nicht sehr verändert.
    Überstunden wurden bezahlt-Weihnachts-(Urlaubsgeld war normal.Autos wurden bar bezahlt usw.
    Heute bei 250.000 EU : keine Lohnsteigerung,Überstunden werden abgefeiert,Urlaubs und Weihnachtsgeld kaum noch zu bekommen.Faktor Arbeit hat an Wert verloren wie nie dagewesen.
    Ein Arbeitnehmer muß in einem mittelständischen Handwerksbetrieb mindestens 65.000 EU erwirtschaften ,damit dieser überleben kann,Was aber bei der Preisentwicklung nicht mehr realisierbar ist.
    Wir kaufen nicht mehr bei Tante Emma und wundern uns ,dass diese schließt.
    Wir rufen keinen Handwerker sondern schmeißen weg und kaufen neu aus China.
    Die Monopolisten.B für Lebensmittel werden uns so lange mit Angeboten prügeln bis alle kleinen vom Markt gefegt sind und uns dann „ohne Angebote“ so viel für ein Ei abverlangen wie „sie“ wollen.
    Es beißt sich also die Katze in den eigenen Schwanz und was bleibt ist Demokratieverdrossenheit.!!
    Oder ist da ein System zu erkennen von Monopolisten???
    Es ließen sich noch hunderte Beispiele liefern und gerne erwarte ich den Wiederspruch.“ist ja nur meine Meinung und tut nicht weh.
    Fazit für mich: Demokratieverdrossenheit haben wir durch unser tägliches Verhalten erst möglich gemacht und uns ausgeliefert für ein ganz besonderes Monopoly.

  40. jau alterbutt, Sie haben Recht mit der Aussage, dass wir ein Stück weit selbst an der heutigen Situation sind und alle von Ihnen angeführten Argumente kann ich unterschreiben. Was Sie jedoch unterschlagen ist die Tatsache, dass sich in unseren Parlamenten und Regierungen mehr und mehr Raffsucht, Aktionismus um des Aktionismus Willen und Unverständnis ob der Zusammenhänge (Ursache und Wirkung) breit macht und das wird gefördert durch Machtgier bzw. dem Hang zum Schleimsch.. Einzelner, die in Parteien derart fest sitzen, dass noch nicht einmal ein GAU (Verlust bei Wahlen) eine Änderung herbeiführt.

  41. Lieber Hajo,
    wenn wir mal ganz ganz Ehrlich sind ,wünschen wir uns noch in dieser Minute an die Macht zu kommen .
    Zunächst mit viel Idealismuß „wie früher die Grünen als sie noch im Parlament Socken gestrickt haben“
    Und nach und nach werden wir wie Du bemerkt hast zu Raffsüchtigen,Machtgierig und zu Schleimern,bis spätestens zu dem Zeitpunkt der Alterssicherung ,die ja als Parlamentaria schneller zu realisieren ist.
    Also alle mal Hand aufs Herz!
    Wer möchte mal??
    Es sind Menschen und wenn wir deren warscheinlich sehr langweiligen Lebenslinie verfolgen würden fällt es sicher weniger schwer deren Einfachheit oder Einfaltslosigkeit zu verstehen.
    Wenn unter deren Reihen mehr so genannte einfache Menschen mitgestallten könnten würde man denen immer und immer wieder vorwerfen zu polemisieren ,bis sie das Maul halten und sich anpassen.
    Ein Teufelskreis aus dem keiner so richtig austreten möchte weil es für den einzelnen „Damen und Herren“ zu teuer wird.
    Alternativ: Kinder an die Macht?
    Roboter ?
    Einer von uns?
    Einen König ?

  42. aber alterbutt,
    „Und nach und nach werden wir wie Du bemerkt hast zu Raffsüchtigen,Machtgierig und zu Schleimern,bis spätestens zu dem Zeitpunkt der Alterssicherung ,die ja als Parlamentaria schneller zu realisieren ist.“
    Diese Verallgemeinerung tut schon ein wenig weh: also, mir kann das sicherlich nicht passieren 😉

  43. Demokratieverdrossenheit entsteht in erster Linie durch die Politiker selber, welche die Menschen für dumm verkaufen. Zwei Beispiele:
    1.) Angela Merkel sagt sinngemäß: „… wir haben in der Großen Koalition viel für die Menschen erreicht, wie die Rente mit 67“. Meine Frage: Was bringt das den Menschen? Hier wurde nichts verbessert, sondern ein großes Problem durch die Regierung geschaffen! Kaum einer wird bis zu diesem Alter arbeiten können. Es erwarten uns Rentenkürzungen, die Rentenformel wurde zugunsten der Privatversicherer radikal gestutzt, das System wird letztlich teurer, die Leistungen schlechter trotz Subventionen.
    2.) Kurt Beck forderte Anfang der Woche die Senkung der Lohnnebenkosten. Auch hier wieder: Den Menschen wird ein unsinniges „Mehr-Netto-vom-Brutto“ vorgegaukelt. In Wirklichkeit dürfen sie in Zukunft noch mehr von der Zeche (Krankenversicherung) selber zahlen. Ein Minusgeschäft! Die Wirtschaft freut sich und der Wähler ist der Gelackmeierte.

    Was tun? Wählt er die linke Alternative ist er „linken Rattenfängern aufgesessen“, wählt er gar nicht muss er sich als Politikverdrossener beschimpfen lassen. Was bedeutet Demokratie noch mal?? Schaut den Leuten doch einfach mal wieder aufs Maul, werte Volksvertreter!

  44. Unser einzigstes Problem zur Zeit ist,dass wir nur Politiker haben die an die nächste Wahl denken und vorgeben über die nächste Generation nachzudenken.
    Hätten wir wieder STAATSMÄNNER,könnten wir sicher sein,dass diese an die nächste Generation denken.
    Fazit: Was für einen Buchhalter ein Verbrechen ist würde ein Politiker als Kunst bezeichneN:“VERTUSCHEN“

  45. alterbutt:
    zieh Dir nicht den Zorn der „anderen Hälfte“ zu: es soll auch schon STAATSFRAUEN gegeben haben 😉
    Vielleicht halten einige Zeitgenossen Politik auch für eine Kunst ..

  46. Aber Hajo,ob Frauen oder Männer:
    Hat der Wurm nicht beides ?
    Er kricht und schlängelt sich trotzdem durch das Erdreich und seine Kunst besteht allein darin ,nicht gefressen zu werden.:-D

  47. Ich häng‘ mich mal wieder rein, weil das Atomkraft-Thema nicht das einzige sein kann.
    Also: was ich in den letzten Jahren beobachte, ist nicht nur die Verdrossenheit über die – parlamentarisch gewählten – Politiker, sondern auch die abnehmende Bereitschaft, sich selbst zu engagieren – und zu versuchen, das, was Mensch kritisiert, zu ändern.

    Irgendwann ist es müßig, den Fuzzis und Fuzzinen oben vorzuhalten und vorzuwerfen, das sie ihr Handwerk nicht verstehen, und nur willfährige Befehlsempfänger der Lobbyverbände wären, und das zu Willy Brandts und Herbert Wehners Zeiten ja ganz andere Politiker, blah blah. Alles richtig, aber keiner zieht die Konsequenz daraus: rein in die Parteien, und nicht raus, und Positionen erkämpft, und Mehrheiten gewonnen, und dann versucht, mitzugestalten. Wir leiden doch an der Parteien-Demokratie, und daran, das immer mehr, wie es den Anschein hat, stromlinienförmige Karriere-Typen das Sagen haben, und nicht mehr Figuren mit Ecken und Kanten.

    Wenn wir allerdings der Meinung sein sollten, das all dies nichts nützt, sollten wir über ein anderes demokratisches System nachdenken.
    Durch das Buch „Das Tahiti-Projekt“ bin ich auf einen interessanten Vorschlag des Sozialökologen Johannes Heinrichs gestoßen.
    Dieser schlägt vor, das Bundes-Parlament zu viergliedern, in ein Grundwerte-, Kultur-, Politik und Wirtschaftsparlament. Das ranghöchste Gremium wäre das Grundwerteparlament, dessen Präsident auch Staatspräsident wäre. Bei Entscheidungen in einem Parlament sind die jeweils anderen betroffenen Parlamente zu hören. Der Bürger würde dann jedes Jahr ein Parlament wählen; er hätte eine klarere Vorstellung, welcher Kandidat für welche Themen steht. Infos unter http://www.viergliederung.de

  48. ja, lieber Herr Fladung, das ist wohl ein guter Ansatz, das mit dem Engagement, aber ich kann Ihnen sagen, es ist ein sehr mühsamer und äusserst frustrierender Weg und wenn man dies „so nebenbei“ machen muss (schliesslich will die liebe Familie ja auch – materiell – versorgt werden), kommt man schnell an die Grenzen: der Wille kontra eine Betonmauer, die KKW-Abmessungen hat (sorry, das sollte keine Anspielung auf unseren „Disput“ sein).

    Dieser Vorschlag von Herrn Heinrichs (ich habe den Artikel noch nicht gelesen, werde dies aber noch tun) scheint mir faszinierend, aber meinen Sie ernsthaft, dass das in unserer so schönen und durch-bürokratisierten Republik nicht ins vollkommene Chaos führen würde? Stellen Sie sich mal vor, wieviele Posten und Pöstchen dadurch entstehen würden (und die kosten …), mal abgesehen von den Laufzeiten für die diversen parlamentarischen Vorgänge.
    Und stellen Sie sich mal das Gesetzes- und Duchführungsverordnungs-Werk vor: das füllt Schrankreihen!

    Als Steuerzahler sage ich im ersten Ansatz: ganz vorsichtig anfassen!

    Schönes Wochenende
    Hajo Gebhardt

  49. Volksabstimmung für jeden Gesetzesentwurf der
    langfristigen Karakter hat.
    Auf diesem Wege nehmen wir die Politik schlußentlich aus der Verantwortung und als Resultat hätten diese mehr Mut auch die für sie unangemehmen Themen unters Wahlvolk zu bringen.
    Die erste Volksabstimmung wäre das Thema Volksabstimmung und dann schaun wir mal wo die Warheit liegt.
    Wir würden uns wundern über den neuen Menschen „Politiker“

  50. @alterbutt

    Daß Volkes Wille nicht der beste Staatenlenker ist, über die Frage ist man doch hinaus.

    Wenn die Menschen nicht weiter wissen, neigen sie dazu, zu vergessen, was sie sind und Endlösungen in’s Auge zu fassen. Dagegen haben ja die Eltern der Verfassung einige Riegel installiert.

    Es ist ja sicher nicht so gemeint von Dir, aber ich verdreh‘ mal Dein Wort und sage, daß wir von Systemen, die einen „neuen Menschen“ anstreben, die Nase gestrichen voll haben.

  51. Also: was ich in den letzten Jahren beobachte, ist nicht nur die Verdrossenheit über die – parlamentarisch gewählten – Politiker, sondern auch die abnehmende Bereitschaft, sich selbst zu engagieren – und zu versuchen, das, was Mensch kritisiert, zu ändern.

    Irgendwann ist es müßig, den Fuzzis und Fuzzinen oben vorzuhalten und vorzuwerfen, das sie ihr Handwerk nicht verstehen, und nur willfährige Befehlsempfänger der Lobbyverbände wären, und das zu Willy Brandts und Herbert Wehners Zeiten ja ganz andere Politiker, blah blah. Alles richtig, aber keiner zieht die Konsequenz daraus: rein in die Parteien, und nicht raus, und Positionen erkämpft, und Mehrheiten gewonnen, und dann versucht, mitzugestalten. …

    Lieber Wolfgang Fladung, von welchem Sternensystem kommen sie dann? 😉

    Wissen Sie, sobald sie einer Partei betreten, passiert folgendes:
    Sie stehen vor der Wahl, minimum die Hälfte ihrer Ziele wegzuwerfen um dann Stufe für Stufe sich hochzuarbeiten, was nur durch gute Tretarbeit möglich ist (Rad fahren) oder aber Sie machen von ihrem gesetzlichen Rückgaberecht des Parteibuches gebrauch, mit dem Wissen, es wird nix mit ner schicken Altersversorung, bist net geboren dafür und immer nur Stühle für den kleinen Ortsparteitag aufzustellen, macht auch nicht immer Spaß.

    Die Viergliederung wird in einem großen Streit enden. Wer ist für was zuständig und was ist wichtiger? Kultur gehört sowieso gaaaanz hinten hin, das ist Luxus, kann sich heute keiner mehr leisten, sagt zumindest das Wirtschaftsresort 😉 Und jedes Jahr wählen? Was folgt denn nach „Wahlmüdigkeit“? Gibt es da eine Steigerung, weil die 30% Wahlbeteiligungen müssen dann ja erklärt werden. Regnen tut es auch nicht immer. Oder immer im Winter wählen lassen, selbst bei +10° frieren die Leute, weil schon das kostenlose Kontigent Energie von Vater Staat verbraucht wurde.

    Zum Lesen des vorgeschlagenen Buches werde ich allerdings nicht kommen, keine Zeit dafür. Da liegen andere Dinge noch vor, die gelesen werden wollen. Umweltkram vor Ort und sowas, nix wichtiges also.

  52. Hallo Rü, ich komme vom Sternensystem Milchstraße, Seitenarm, Stern Sonne, 3. Planet vom Energieversorger aus gesehen.

    Natürlich habe auch ich meine Erfahrungen gemacht, mit Parteibüchern unterschiedlicher Farben (außer schwarz und blau-gelb), und weiß, wovon Sie reden, weil ich all das von Ihnen beschriebene auch selbst erfahren habe.
    Der Nachteil ist nur: Wenn wir die Parteien diesen Karrieretypen mit dem Tunnelblick überlassen, erzeugen wir genau das System, über das wir uns dann aufregen, gell?

    Ich wollte mit meinem Statement auch provozieren, weil die Demokratieverdrossenheit ja zwei Seiten hat. Es ist, wie wenn es längere Zeit regnet: Entweder, der Mensch findet sich damit ab, und hofft auf besseres Wetter, oder er nimmt den Regenschirm und/oder wetterfeste Kleidung, und raus. Ist natürlich unangenehmer, außer für Naturburschen. Ich kann aber auch die dauernde Meckerei nicht mehr hören, und deshalb rate ich jedem: Mitgestalten, muß ja nicht in irgendeiner Partei sein, es gibt genügend NG-Organisationen, BIs, Vereine etc. Ich selbst arbeite z.B. in unserer Lokalen Agenda 21 und bin Attac-Fördermitglied.

    Ich hätte wohl in meinem Beitrag ergänzen müssen „rein in die Parteien, in BIs, in NGOs, etc.“

  53. Hallo BvG,
    als hätte ich es nicht schon gewusst:
    neuer Mensch war wie Du bemerkt hast, nicht „so“ gemeint!
    Aber es ist schon merkwürdig wie vorsichtig man sein muß und in dem Zusammenhang fange ich an die Politiker zu verstehen ,wenn diese viel reden aber fast nicht mehr aussagen.
    Auch mal darüber nachdenken.
    Wir “ die öffendliche Meinung sind auch schon nicht mehr bereit Politiker als normale Menschen zu sehen in dem wir nur darauf warten aus jedem Fehler ein Feuerwerk zu entfachen ,dass ihm Angst und Bange wird.
    In diesem Sinne lieber BvG: etwas mehr Spielraum und weniger Fehlinterpretationen.
    Es gibt ja auch immer die andere Möglichkeit „die Gute“

  54. Alle die wir hier Quiken könnten ohne weiteres eine eigene Partei gründen,allerdings habe ich meine Bedenken,dass wir Jahre brauchen in Einigkeit das Parteiprogramm zu stellen,geschweige denn den Vorstand zu bestimmen.
    Also vorsichtig ,so viel anders sind wir gar nicht!

  55. Ich schlage mal folgenden Versuch vor:
    Wir gründen für eine von Bronski begrenzte Zeit eine Blogpartei.
    Fangen wir bei der Namensgebung an.
    Jeder hat nur einen Vorschlag und dann Abstimmung.
    Dann Programm und den Vorstand.
    Schaun wir mal was kommt !
    Und dann fangen wir das Thema noch mal von vorne an!!

  56. Schön daß es dort, wo Sie herkommen, der Humor mitgegeben wird.

    Wissen Sie, ich mach seit 2 Jahren mit einem Stück Wald rum – als Waldläufer und solo. Einzelkämpfer. Das Stück Wald hat ein ausgewiesenes Naturdenkmal, ist ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Zwei illegale Mülldeponien wurden noch nie beseitigt, eine wird beseitigt, findet sich dann an anderter Stelle wieder ein, obendrein gibt es reihenweise hinterlassenschaften des hessischen Sextourismus, und jede Wanderklasse, die über die Brücke kommt, fällt in den Saustall den Mann hinterläßt.

    Was glauben sie wo ich überall war? Bei der Partei mit der Sonnenblume, bei der Stadt, beim Umweltamt, Zeitung geschrieben… Und das ist nun nur ein Stück Wald. Ein Kilometer lang, 500 Meter breit – in etwa. So viel säuft ganz Hessen nicht an K-Bier, was da vor die Hunde geht. Ich meine, das ist ein Stück Wald, klein… wieviele Jahre soll man werden, um große Probleme zu lösen?

    Der Wald hat mir gezeigt, wo es langgeht. Mir braucht niemand mehr mit Umwelt kommen, den zerr ich den Dreckhaufen. Die haben alle verloren – unglaubwürdig, untätig. Es schreibt sich eben leichter als Tip/Gesetzesvorlage: herkömmliche Glühbirnen ausdrehen und andre stromsparende reindrehen. Es demonstriet sich auf dem zukünftigen FAG-Gelände mit Sonnenblumenlogo medienwirksamer, als da hintern im hintersten Winkel des Stadtwaldes.

    Das ist Parteien-Politik.

  57. @ alterbutt:

    Salut 🙂

    So einfach ist das nun auch nicht

    Aber es ist schon merkwürdig wie vorsichtig man sein muß und in dem Zusammenhang fange ich an die Politiker zu verstehen ,wenn diese viel reden aber fast nicht mehr aussagen.
    Auch mal darüber nachdenken.
    Wir ” die öffendliche Meinung sind auch schon nicht mehr bereit Politiker als normale Menschen zu sehen in dem wir nur darauf warten aus jedem Fehler ein Feuerwerk zu entfachen ,dass ihm Angst und Bange wird.

    Herr, die Geister die ich rief, werd ich nun nicht mehr los… ein berühmter Frankfurter Bub dies mal schrieb. Auf die Neuzeit übersetzt: Wenn ich vielen Herren diene, was wird wohl am Ende dabei rumkommen? Eben genau das: viel reden, nix verwertbares erzählt und schon gar nix umgesetzt.
    Das ist nicht anders, als wenn sie 20 Freundinnen haben, der Tag kommt, da kauft Ihnen nicht eine einzige mehr die lange Überseereise auf einem Segelschulschiff ab. Dann schwimmen Sie, alleine, weit hinaus auf See und die Mädels bleiben lachend zurück.

    Und diene ich nun vielen Herren, wird es auch nix mit: Das Kind beim Namen nennen. Und was bleibt? Ich erzähle es 🙂

    Es bleibt alleine Ihrer Interpretationsgabe überlassen, was nun zum Inhalt einer Erzählung wird. Sie haben die Wahl, der Erzähler hat Ihnen viele bunte Schuhe hingestellt. Welchen Sie sich anziehen – anschließnd ihr alleiniges Problem, denn den Schuh sollten sie sich ja nicht anziehen, war ja nie so gedacht gewesen.

    Nen schönen Sonntag in den Norden der Republik. .-)

  58. @alterbutt

    Hab ja gesagt, daß ich Dein Wort verdrehe. Aber ich versteh die Kritik, auch so zieht man Leute in’s falsche Licht.

    Für die Politiker wünschte ich mir, daß sie, statt es jedem recht machen zu wollen, mal alles rechtens machen würden.

    Ein großer Schritt für einen Menschen, ein kleiner Schritt für die Menscheit.

  59. *kichert* Lieber Herr Bronski, ich habe da was aus der Apotheker-Umschau vom 01. Juni 2008. Dort steht auf Seite 78:

    In einer Studie der Universität Hohenheim beurteilten 60% der befragten Bundesbürger ihre persönliche Situation als gut oder sehr gut. Mit 77% belegten die Hamburger einen Spitzenplatz. Insgesamt ist die Stimmung in den neuen Bundesländern deutlich schlechter als in den alten. Das Schlußlicht bildet Brandenburg. Lediglich 29% Prozent der Bewohner dieses Bundeslandes sehen ihre Situation derzeit optimistisch.

    Mehr steht da nicht. Ich entschuldige mich für die Verspätung dieses Schnippel Textes 😉 Die a-Umschau ist Weiherlektüre 😀

    Einzig ich mich ja nun frage, wie lange das „neue“ noch neu ist? Thüringen und andere Länder gehören doch schon lange zum Inventar der Bundesrepublik.

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