Postfach: Schnittstellen

Willkommen zum Postfach
vom 14. Dezember 2017

Schnittstellen

Wieder sind Leserbriefe liegen geblieben, für die ich im Print-Leserforum keinen Platz gefunden habe. Also ab mit ihnen ins „Postfach“ hier im FR-Blog. (Mehr über die Hintergründe –> HIER.) Diesmal zum Thema „Schnittstellen“ – im weitesten Sinne. Hier zuerst ein kleiner Überblick.

  • Wissenschaft und Religion, wie verträgt sich das miteinander? Viel besser als man denkt, meint Igor Fodor aus München und zitiert Stephen Hawking: Die Philosophie ist tot. Was bleibt also? Zurück zur Religion?
  • Manfred Kirsch aus Neuwied hat Schnittstellen zwischen der Linkspartei und der AfD entdeckt: „Der Zungenschlag, dem sich Lafontaine und andere bei den Linken hierbei bedienen, kommt einem Anbiedern an die AfD gleich und muss als linker Populismus bezeichnet werden.“
  • Darf man Schnittstellen zwischen der Politik, dem Verfassungsschutz und dem NSU annehmen? Günther Rohr aus Rodgau findet: „Die Dilettanten, die eiskalt Unterlagen verschwinden ließen resp. schwärzten, sind sofort fürsorglich zu befördern.“
  • Peter Bläsing aus Bonn ist skeptisch hinsichtlich der Schnittstellen im linken politischen Spektrum Deutschlands: Er glaubt,  „dass es in absehbarer Zeit in Deutschland keine Mehrheit für die Durchsetzung einer gegen das Kapital gerichteten Politik geben kann“.
  • Es herrsche „zu viel Selbstreferenz und zu wenig der Gottesbegriff als das nicht eigentlich zu Begreifende“, meint Sigurd Schmidt aus Bad Homburg, der auf der Suche nach Schnittstellen mit FR-Leser Wilfried Jannack ist. Dieser hatte ihn jüngst kritisiert. Vielleicht herrscht in dieser Hinsicht Übereinstimmung: „Der Neoliberalismus vereinseitigt in der Tat das Gesellschaftsbild.“
  • Und Günter Steinke aus Wiesbaden leuchtet noch einmal die Schnittstellen zwischen Roland Koch und Wilhelm Leuschner aus. Koch, Hessens ehemaliger Ministerpräsident, ist jüngst mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt worden, der höchsten Auszeichnung Hessens. Günter Steinkes Fazit: „Eine Auszeichung könnte allenfalls wegen Kochs Chuzpe erfolgen.“

Und was meinen Sie?

Balken 4Schnittstelle zwischen göttlich und weltlich

Zu: „Naturerkenntnis bringt einem Demut bei“, FR-Feuilleton vom 2.11.

„Interessanterweise sehen viele Physiker keinen Widerspruch zwischen Physik und Religion: Im 20. Jahrhundert gab es Wissenschaftler, die gleichzeitig Jesuitenpatres waren: Georges Lemaitre, ein Astrophysiker, der als Begründer der Urknalltheorie gilt, und Timothy Toohing, der 2001 gestorben ist, war sogar ein praktizierender Teilchenbeschleuniger-Physiker. Im Vatikan (und in Arizona, USA) betreiben Jesuiten sogar das eigene Observatorium des Vatikans. Und im Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel werden jährlich Elementarteilchen-Konferenzen organisiert. Außerdem hat der Vatikan seit 1931 eine eigene Päpstliche Akademie der Wissenschaften.
Umgekehrt flüchteten am Ende des 20. Jahrhunderts manche Wissenschaftler sogar zurück zur Religion, z.B. wurde in England der theoretische Physiker John Polkinghorne anglikanischer Priester oder der Teilchenphysiker Stefan Bosch, der Geophysiker Max König und der Luft- und Raumfahrt-Ingenieur Holger Weiß sind in das bayerische Benediktinerkloster St. Ottilien eingetreten.
Die Kirche will selbst entscheiden, wo die Schnittstelle zwischen göttlich und weltlich (wissenschaftlich) ist. Es gibt auch den Templetonpreis, mit ihm werden Verdienste an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Religion ausgezeichnet. Unter den Trägern sind der Physiker Freeman Dyson 2000, John Polkinghorne 2002, einer der Erfinder des Lasers Charles Townes 2005 und der Astronom Martin Rees 2011.
Der irische Dichter Oscar Wilde meinte: ‚Wissenschaft ist Historie toter Religionen‘.
Andersrum sehen einige Physiker einen Widerspruch zwischen Physik und Philosophie. Der Physiker Stephen Hawking meinte übrigens, die Philosophie sei tot. Ein anderer großer Physiker, der Nobelpreis-Träger Steven Weinberg, hat geschrieben, dass er Philosophie ‚undurchsichtig und belanglos‘ und ohne Wert für ihn als einen arbeitenden Wissenschaftler findet. Und der verstorbene Richard Feynman beschwerte sich in seinen berühmten Vorlesungen über Physik, dass ‚Philosophen immer mit uns sind, mühen sich in der Peripherie ab, versuchen uns etwas zu sagen, aber sie verstehen wirklich nie die Feinheiten und die Tiefe des Problems.'“

Igor Fodor, München

Balken 4Anbiedern an die AfD

Zu: „Linke suchen Einigung über Flüchtlingspolitik“, FR-Politik vom 15.11.

„Nein, ich kann das Thema Flüchtlingspolitik nicht emotionsfrei diskutieren, weil ich es für ein Herzensanliegen aufrechter Demokraten, Humanisten und Christen halte. Deshalb ist es auch substanzloses Geschwafel, wenn Oskar Lafontaine jüngst wieder seine Partei zum Umdenken in der Flüchtlingspolitik auffordert und von einem „wirklichkeitsfremden“ Bleiberecht und 1050 Euro“ faselt. Es ist selbstverständlich für Sozialisten eine zutiefst moralische Haltung, wenn sie als Internationalisten für ein menschenwürdiges Auskommen sowie die Aufnahme von Flüchtlingen ohne Ausnahmen plädieren. Dass selbstverständlch Fluchtursachen beseitigt werden müssen liegt auf der Hand und ist wohl unstrittig. Nur: Den Menschen, die in größter Not bei uns Schutz, Hilfe und auch Perspektive suchen, ist mit dem Verweis darauf nicht geholfen. Es ist geradezu unverantwortlich, wenn sogenannte Linke wie Lafontaine mit Blick auf die Rechtsradikalen und deren Wähler den Versuch starten, die Flüchtlingspolitik der Linken umzudrehen. Der Zungenschlag, dem sich Lafontaine und andere bei den Linken hierbei bedienen, kommt einem Anbiedern an die AfD gleich und muss als linker Populismus bezeichnet werden. Die Linken sollten auf die Scheinargumente der Rechten nicht eingehen, sondern Haltung und Zivilcourage in der Asylpolitik zeigen. Sonst wird sie bei wirklich links stehenden Wählerinnen und Wählern an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verlieren und das zu Recht. Wer das Abwandern vieler Wähler an die Afd durch die Übernahme deren menschenfeindlichen Positionen verhindern will, verhält sich nicht anders als die CSU. Doch mit Minderheitenschutz in dieser Gesellschaft hatten Lafontaine, Wagenknecht und andere in der Linkspartei zumindest bisher nur wenig im Sinn. Ich erwarte von den Linken eine humane Flüchtlingspolitik und nicht die Übernahme rechter Stammtischparolen. Menschenrechte, wie das Recht auf Asyl, kennen keine Grenzen und müssen umgesetzt werden, ohne Wenn und Aber.“

Manfred Kirsch, Neuwied

Balken 4Fürsorgliche Beförderung

NSU-Ausschuss: „Nie am späteren Tatort gewesen“, FR-Regional vom 4.11.

„Es ist ja geradezu sensationell, was Sie uns da mitteilen. Die gegenseitigen Lobeshymnen zwischen Innenminister Beuth (CDU) und dem zuständigen Abteilungsleiter (? ) Herrn W. Kanther sind einfach grandios. Herr Kanther, der 2012 eine Reformgruppe im LfV geleitet hatte, betonte, dass die Behörde in den vergangenen Jahren massiv reformiert worden sei. In Sachen Transparenz, Arbeitseinstellung und Mitarbeiterschulung stehe das LfV heute „völlig anders da“ (2017). Die Chancen, eine Terrorgruppe wie den NSU früh zu erkennen, seien heute stark verbessert, auch durch das „Jagdfieber“ der Mitarbeiter. Ich gehe davon aus, das es auch Mitarbeiterinnen gibt, aber zunächst die Frage: Was ist den Leuten beim LfV denn vorher, d.h. zwischen 1948 und 2012, beigebracht worden? Das NS-Gebet: Händchen falten, Köpfchen senken,/ immer an den Führer denken,/ denn er gibt uns täglich Brot/ und führt uns aus aller Not?
Ich lobe hiermit Herrn Kanthers exklusive Zitierfähigkeit, denn das oben Gesagte kann man auch anders interpretieren: Die Gesinnung bleibt. (Nebenankläger in München vermuten sogar, das es institutionellen Rassismus gibt). Die Dilettanten, die eiskalt die Beweismittel hin und her schoben (zwischen Hessen, Thüringen, Sachsen und Bayern), Unterlagen verschwinden ließen resp. schwärzten, sind sofort fürsorglich zu befördern und in den wohlverdienten vorgezogenen Ruhestand zu versetzen. Sie hätten die Beweisunterlagen komplett vernichten sollen! Übrigens: Das „Jagdfieber“ hat bereits Politiker der FDP ergriffen. Da wird das Verbot aller linken Gruppierungen wie z.B. VVN – BdA gefordert. Die Parteien wie Die Linke, SPD werden noch nicht erwähnt; die kommen später ‚dran‘.“

Günther Rohr, Rodgau

Balken 4Keine Mehrheit für antikapitalistische Politik

Gastwirtschaft: „Wider den Jamaika-Frust“ (pdf-Dokument), FR-Wirtschaft vom 14. November

„Alle Jahre wieder im November wendet sich der Volkswirtschaftsweise Bontrup an die Leserschaft der FR, um die Dichotomie zwischen dem parlamentarisch demokratisch verfassten Staat und der autoritär organisierten und kapitalgesteuerten Wirtschaft als das Grundübel unserer Zeit anzuprangern. Diesmal scheint er sogar auf die letztjährliche Kritik einzugehen und benennt diejenigen, denen es seiner Meinung nach obliegt, den von ihm prophezeiten „Jamaika-Frust“ zu verhindern: SPD, Linke, Gewerkschaften sowie Sozial- und Umweltverbände sollen sich zusammenschließen mit dem Ziel, endlich die Wirtschaftsdemokratie durchzusetzen. Er würde ihnen dann mit seiner Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik beratend zur Seite stehen.
Alles prima. Doch Bontrup macht den gleichen Fehler, den auch viele frustrierte SPD-Linke machen, wenn er glaubt, notwendige Bedingung für den Zusammenschluss sei es, dass SPD und Linke ihre rein parteibezogenen Interessen hintanstellen und das gesellschaftliche Ganze sehen. Abgesehen davon, dass es nahezu kabarettreif ist, so etwas dem derzeit in diesen Parteien agierenden Personal vorzuschlagen, muss immer wieder betont werden, dass es in absehbarer Zeit in Deutschland keine Mehrheit für die Durchsetzung einer derartigen gegen das Kapital gerichteten Politik geben kann, weil niemand in den Linksparteien die rein parteibezogenen Interessen, d. h. möglichst oft gewählt zu werden, hintanstellen wird; denn eine solche Politik ist derzeit nicht mehrheitsfähig und würde die vereinigte Linke unter 20 Prozent drücken.
Wie wäre es denn, Herr Professor Bontrup, wenn Sie sich darum nicht scherten, dem Beispiel Ihres Kollegen und AfD-Gründers Lucke folgten und aus Ihrer Arbeitsgruppe eine eigene, dann aber antikapitalistische Partei machen würden? Meine Stimme hätten Sie.“

Peter Bläsing, Bonn

Balken 4Vereinseitigtes Gesellschaftsbild

Erwiderung auf „Noch besteht Hoffnung“ (pdf-Dokument), Leserforum vom 17. November

„Die Leserzuschrift von Wilfried Jannack, Hannover, erfrischt insofern, weil die Forderung nach einer rot-rot-grünen Koalition hier mit einem intellektuellen Spaziergang durch die Geisteswelten von Georg Simmel, Karl Marx, Max Weber, Jürgen Habermas, Adam Smith, David Ricardo und anderen Protagonisten spät-aufklärerischen Denkens verbunden wird. Nun ist aber die kapitalistische Produktionsweise eigentlich nur eine Erscheinungsform der Geldwirtschaft als solcher. Georg Simmel denkt doch gar nicht eigentlich gegen Karl Marx an, sondern Simmel ist eben ein genuiner Soziologe, während Marx – in der damaligen Welt noch der puren Nationalökonomie – eher eben „nur“ ein Volkswirt war.
Der sogenannte gegenwärtig herrschende marktradikale Neo-Liberalismus vereinseitigt in der Tat das Gesellschaftsbild. Das behauptete Verwertungsinteresse der Geldwirtschaft ist natürlich evident. Von Kolonisierung der Lebenswelt zu sprechen (Jürgen Habermas) bedeutet nichts anderes, als dass im Prinzip alles heute als „Ware““ umgesetzt werden kann (nicht zuletzt der weibliche Körper in der Mode und vor allem im Marketing, auch neuer Automodelle), wenn es denn dann immer auch die ausreichende Menge von Käufern gibt. Die Verdinglichung à la Adorno oder neutraler: der inhärente Positivismus des sich selbst veräußernden Seins (Martin Heidegger) ist ein „constituens“ moderner Gesellschaften. Dies Alles ist aber schon viel lyrischer und anschaulicher im Faust von Johann Wolfgang von Goethe ausgebreitet worden.
Leider geht Wilfried Jannack nicht auf den Urvater des Konzeptes ein, nämlich des die gesamte Geschichte übergreifenden Herr-Knecht-Verhältnisses ein, nämlich den Autor Friedrich Wilhelm Hegel.
Schön ist, dass Wilfried Jannack auch auf Georg Lukacs“ Verdinglichungskritik verweist. Vielleicht ist das Rätsel der modernen Gesellschaft dies, dass zu viel Selbstreferenz vorherrscht und zu wenig der Gottesbegriff als das nicht eigentlich zu Begreifende anerkannt wird.
Aber wie sagte doch Max Weber, der mit Abstand größte deutsche Soziologe: Mit der Entzauberung der (ideologischen) Götterwelt der alten Griechen hat die Menschheit ihre Unschuld verloren!“

Sigurd Schmidt, Bad Homburg

Balken 4Großtaten? Chuzpe!

Zu: „Rückendeckung für Roland Koch„, FR-Regional vom 20.November

„Mit dem höchsten Ehrenpreis des Landes Hessen, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, soll also Roland Koch am 1. Dezember für „Politische Courage“ ausgezeichnet werden. Ausgerechnet Koch, dessen Machtgier und Verlogenheit offenbar nur seinem Nachfolger im Amt des Hessischen Ministerpräsidenten, Herrn Bouffier entgangen zu sein scheint. Hier trifft wohl der bekannte Spruch zu: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen“.
Um das wenigstens etwas zu kaschieren soll Koch bei der Preisverleihung wohl von den beiden anderen Nominierten Frau Brigitte Zypries und Herrn Salomon Korn flankiert werden.
Ich hoffe sehr, dass Frau Zypries und Herr Korn sich die üblen Machenschaften von Koch in Erinnerung rufen können und es ablehnen werden, bei der Verleihung des Preises als billige Statisten an Kochs Seite aufzutreten. Als kleine Hilfe zur Erinnerung für die beiden hier eine, sicher unvollständige, Aufzählung Koch’scher „Glanztaten“:
•    1998 erhält Koch vom HDI – Haftpflichtverband der deutschen Industrie – über eine „Mittelstandsvereinigung der hessischen CDU“ eine Spende in Höhe von 450.000 DM, mit der er u. a. seinen Landtagswahlkampf 1999 mit der Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts der damaligen rot-grünen Bundesregierung führte.
•    2000 erklärte Roland Koch, bereits Ministerpräsident Hessens, im Rahmen der Spendenaffäre der Hessischen CDU und der Liechtensteiner Stiftung „Zaunkönig“, diese Vorgänge der illegalen CDU-Finanzierung seien ihm nicht bekannt gewesen. Er versprach die „brutalstmögliche Aufklärung“. Auf einer Pressekonferenz am 10. Januar 2000 verschwieg er trotz mehrfacher Nachfrage die Rückdatierung eines Kreditvertrages über 2 Mio. D-Mark, der Geldflüsse in der Parteibuchhaltung rechtfertigen sollte. Diese Geldzuflüsse erklärte er mit „jüdischen Vermächtnissen“.
•    2001 begann die Affäre um die Frankfurter Steuerfahndung, die wg. angeblichen Personalmangels zehntausende Akten unbearbeitet lassen muße, die bei der Commerzbank im Rahmen einer Hausdurchsuchung wegen des begründeten Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung beschlagnahmt worden waren. Pflichtgemäß gegen die entsprechende Anordnung der Amtsführung des Frankfurter Finanzamts remonstrierende Steuerfahnder wurden psychiatrisiert und 2006 zwangspensioniert, obwohl sie sich an den MP Koch per Brief mit der Bitte um Hilfe und Handeln gewandt hatten. Der war seiner Fürsorgepflicht für die Beamten jedoch nicht nachgekommen und liess alle Anfragen und Briefe unbeantwortet. Auch nachdem sich die psychiatrischen „Gutachten“ nicht nur als mangelhaft, sondern auch als falsch und nicht den medizinischen Standards entsprechend herausgestellt hatten, unterblieb bis heute jede Bitte um Entschuldigung seitens der Hessischen Landesregierung bei den betroffenen Steuerfahndern.
•    2010 gab Koch seinen Rückzug aus der Politik und den Wechsel als Vorsitzender des Vorstandes zum Baukonzern Bilfinger + Berger bekannt. Man kann diesen Posten als nachträgliche Bestechung für die Vergabe von großen, zwei- und dreistellige Millionen € teuren Bauvorhaben in Hessen während Kochs Regierungszeit an diesen Baukonzern werten, darunter das Justizzentrum in Wiesbaden sowie die neue Startbahn am Frankfurter Flughafen. Letztendlich hatte Koch durch das Herunterwirtschaften des bei seinem Amtsantritt zweitgrößten Baukonzerns Deutschlands seine wirtschaftliche Inkompetenz nachdrücklich bestätigt und war deshalb am 8. August 2014 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Trotzdem bezog er bis zu seinem Vertragsende im Februar 2016 sein Gehalt von mindestens 1,5 Millionen Euro pro Jahr weiter. Nach seinem Ausscheiden wurde der Konzern filetiert und zerschlagen und damit auch Arbeitsplätze hoch qualifizierter Arbeitnehmer nicht nur am Standort Wiesbaden vernichtet.
•    2011 Kochs Wechsel als Aufsichsratsvorsitzender der deutschen Tochter der schweizerischen Bank UBS war dann ebenso folgerichtig wie seine weitere Tätigkeit ab
•    2015 als Aufsichtsrat bei VODAFONE. Beide, UBS und VODAFONE sind nach meiner Erinnerung weltweit wiederholt durch Korruption sowie Geschäfte am Rande der Legalität aufgefallen. Insofern scheint Koch hervorragend in das Anforderungsprofil für Führungskräfte dieser „Global Player“ zu passen.
Meiner Meinung nach wäre es aufgrund allein dieser „Großtaten“ nicht gerechtfertigt, Koch ausgrechnet für „politische Courage“ auszuzeichnen. Eine Auszeichung könnte allenfalls wegen seiner Chuzpe erfolgen – aber das wäre dann eine andere Veranstaltung.“

Günter Steinke, Wiesbaden

Balken 4

2 Kommentare

  1. @Bronski
    Diese Seite braucht etwas Wartung (einleitender Text, Überschriften).

  2. Bronski sagt:

    @ Henning Flessner

    Diese Seite war vorzeitig online gegangen. Danke für Ihren Hinweis.

    Gruß, Bronski