Postfach: Ignorieren Sie den „Kleinen“ einfach, Mr. Trump!

Willkommen zum Postfach
vom 4. Oktober 2017

Wieder sind Leserbriefe liegen geblieben, für die ich im Print-Leserforum keinen Platz gefunden habe. Also ab mit ihnen ins „Postfach“ hier im FR-Blog. (Mehr über die Hintergründe –> HIER.) Zuerst wie immer ein kleiner Überblick.

  • Otfried Schrot aus Ronnenberg rät dem US-Präsidenten Donald Trump: „Ignorieren Sie ‚den Kleinen‘ doch einfach einmal ein Vierteljahr, damit sein Verfolgungswahn zur Ruhe kommt“ und meint damit Kim Jong-un.
  • Die Post würde ihre Briefkunden wohl gern ignorieren. Axel Raue aus Bad Homburg prognostiziert für die weitere Entwicklung des Dienstleisters, dass es bald „nur noch einen Briefkasten pro Gemeinde“ geben wird.
  • Und dann die Rente, ein nicht gerade ignoriertes Thema: „Sind Sie eine Frau, da sieht es nicht so gut aus. Immer“, schreibt María del Carmen González Gamarra aus Frankfurt.
  • Die Politik ignoriert das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen nun nicht länger. 15 000 Polizisten sollen eingestellt werden. Die werden nämlich gebraucht, „um bei Demonstrationen TeilnehmerInnen wie beim G20-Gipfel oder gegen Stuttgart 21 zu provozieren“, meint Robert Maxeiner aus Frankfurt.
  • Es ist schon schlimm: „Man glaubt an nichts mehr und ist von dieser Welt total hypnotisiert“, schreibt Margrit Seelig de Boll aus Kelsterbach.
  • Zum Glück gibt es noch den Bürgerentscheid. Der soll es der Politik unmöglich machen, die Regierten zu ignorieren. Jetzt wieder in Dreieiech. „Manchmal ist es einfach mal so, wie es ist“, meinte Arno Fink von dort.

Und was meinen Sie?

fr-balkenIgnorieren Sie den „Kleinen“ einfach, Mr. Trump!

Zu: „Trump nennt Verhandlungen Zeitverschwendung „, FR.de vom 1. Oktober

„O ihr Deppen! Ein Raubtier, welches in die Enge getrieben wird, wendet sich gegen seine Verfolger und kratzt und beißt! Welche sinnlose und umweltfeindliche Vergeudung von Flugbenzin! Ignorieren Sie „den Kleinen“ doch einfach einmal ein Vierteljahr, damit sein Verfolgungswahn zur Ruhe kommt, reagieren Sie nicht auf seine Propaganda und „halten Sie einfach mal das Maul“! Lassen Sie ihn ins Leere laufen! Lassen Sie den Wellengang auf dem Weltmeer der Politik abebben! Das „Hochkitzeln“ der militärischen Spannungen dient nur den Aktionären der internationalen Rüstungsindustrie, nicht aber den „normalen Weltbürgern“! Wenn Ruhe eingekehrt ist, laden Sie Kim an einen sicheren Ort, an dem er sich nicht verfolgt oder bedroht fühlt, unter Leitung eines mäßigenden Vermittlers zu einem ruhigen Gespräch ein! Bedenken Sie, meine Damen und Herren, dass bei Ihren politischen Manövern das Schicksal von Millionen auf dem Spiel steht! Leute, die ihren Jähzorn nicht unter Kontrolle halten können, sind für die Lösung des Korea – Konfliktes völlig ungeeignet!“

Otfried Schrot, Ronnenberg

fr-balkenNur noch ein Briefkasten pro Gemeinde

Zu: „Post: Briefe nur an einzelnen Tagen „, FR.de vom 3. September

„Solche ‚Reformen‘ erhöhen die Gewinne der Post und tendenziell auch den Aktienkurs. Und darauf kommt es ja schließlich an, und nicht, wie vor dem Börsengang, auf die von der Post zu erbringenden Dienstleistungen. Es ist nicht schwer zu erraten, welche weiteren Schritte dieser Post-Reform folgen werden. 1. Nur noch ein Briefkasten pro Gemeinde. 2. Nur noch ein Briefkasten pro Bundesland. 3. Keine Briefkästen mehr, sondern ein zentrales Bundes-Brieflager in Bielefeld. Dort liefere ich meine Briefe ab und hole bei dieser Gelegenheit die an mich adressierten Briefe ab. Es ist zu hoffen, dass nicht auch die Deutsche Bahn, wie seinerzeit geplant, an die Börse geht. Am Ende gäbe es dann nur noch einen einzigen Bahnhof, nämlich den Zentralbahnhof in Bielefeld.

Axel Raue, Bad Homburg

fr-balkenFür Frauen sieht es nicht gut aus

Zu: „Rente: Ohne Mini-Job reicht’s nicht „, FR.de vom 24. August

„Stellen Sie sich vor, Sie haben fast 40 Jahre gearbeitet, manchmal in Teilzeit, oft in Vollzeit, einige Jahre sind Sie einem Mini-Job nachgegangen. Um nicht verrückt zu werden. Und arbeitslos waren Sie auch. Denn das damalige Unternehmen hat alles auf Outsourcing umgestellt und Sie sind „freigestellt“ worden. Mit Ach und Krach und Krankheit gehen Sie mit 65 in Rente, d.h. mit ca. 750 Euro. Monatlich. Denn die Fehlzeiten, die wenigen Einkünfte pro Jahr, sowie die Arbeitslosenzeiten haben dazu beigetragen, dass Sie keine 45 Pkt zusammenbekommen konnten. Auch sonst haben Sie während der Zeitspanne der Vollzeit keinen „durchschnittlichen Lohn“ verdient. Wenn Sie Mann sind, haben es einige geschafft. Mit der Bundeswehrzeit. Sind Sie eine Frau, da sieht es nicht so gut aus. Immer.
Selten sind Sie über einen „durchschnittlichen Lohn“ informiert worden. Immer wieder hieß es lediglich, nach 45 Jahren können Sie beruhigt in ihrem Ruhestand gehen. Manchmal gab es zahlreiche sowie gut begründete Argumente, warum Sie einfach nichts mehr verdienen konnten. Ohne Schulabschluss oder Ausbildung mussten Sie jede Hilfstätigkeit annehmen. Mit der Sie nie den „durchschnittlichen Lohn“ erreichen konnten. Mit Kind oder ohne Kind. Geschieden oder nicht. Und als Akademiker haben Sie ebenfalls selten den „durchschnittlichen Lohn“ erreichen können. Denn die Studienzeit wurde nicht anerkannt, wie auch die zahlreichen Jahre Praktika nicht. Elternzeit Ja oder nein. Und dazwischen viele Jahre VZ, doch stets vorwiegend unter dem „durchschnittlichen Lohn“. Für diese Menschen hat sich auch kaum einer interessiert. Und keiner hat ihnen je eine Chance dazu gegeben. Dann kommt ein netter Theoretiker und teilt Ihnen mit, Sie haben nicht das Recht auf Kosten der Gemeinschaft zu essen, d.h. im Klartext zu leben. Klingt das ungewohnt? Eigentlich nicht. Sie kochen vor Wut. Zu Recht.
Seit Adenauer schreibt ein bis heute brauchbares und noch aktuelles (Renten)Konzept vor, dass eine/r nach 45 Erwerbsjahren in Rente mit 65 gehen kann und zwar so, dass ein Leben danach ohne Betteln möglich ist. Es mag sein, dass die erste Generation stets Hunger leiden musste nach Eintritt ins Rentenalter, weil vor ihr keine Generation für sie eingezahlt hatte. Leider. Danach hat aber jede/r, soweit diese Gesellschaft ihnen eine Chance dazu gab, eingezahlt. D.h. es bestehen Ansprüche und Rechte. Keine/r von diesen Menschen geht ins „Restaurant“ und isst auf Kosten anderer. Sicher muss festgehalten werden, dass in der Bundesrepublik eines der besten Rentensysteme der Welt existieren. Das heißt aber nicht, dass nach Beendigung der Erwerbstätigkeit im 22. Jhr. ein Leben in Würde für alle möglich ist.
Das noch bestehende Rentensystem erstellt Rechnungen, die nie offiziell in der Gesellschaft sachgerecht thematisiert werden. Sondern nur suggestiv. A la Art: arbeite 45 Jahre lang und du bekommst eine gerechte Rente. Mit den Sozialdemokraten vor vielen, vielen Jahren war dies noch möglich. Mit der aktuellen Regierung ist die Armut im Alter weiterhin möglich. Oft wurden die Leistungen der Rentenversicherungsträger zweckentfremdet. Was kleinlaut und selten hervorgehoben wurde. Wie wäre es mit Wiedergutmachung aus Steuermitteln? Stattdessen werden immer mehr „Faktoren“ in die sogenannte Berechnung eingeflochten. In der letzten Zeit so der „demographische Wandel“. Mit einer abstrusen Argumentation. Es ist möglich, viele Menschen arbeiten und wenige werden gefüttert. Doch umgekehrt nicht. Daher lautet der aktuelle Faktor, viele Kinder müssen produziert werden. Rentenrettung. Doch was dann? Wenn diese viele Kinder eines Tages wieder von wenigen ernährt werden müssen? Was haben wir gewonnen? Die Weisheit scheinbar nicht. Oder doch? Viele Menschen zahlen in die Rentenkassen ein, damit IMMER sehr wenige ausgehalten werden müssen. Das Rentensystem wird seit Jahren sukzessiv umgestaltet: die Produktion von Vielen, die in die Rentenkassen einzahlen sollen, wird finanziell gefördert. Mit Familienprogrammen. Kinderzuschlägen u.ä. Wenn auch wichtig. Und die Wenigen werden auch produziert seit den 90ern. Arbeitslosigkeit macht krank. Schlechte Ernährung verschleißt das Leben. Lärm und Umwelt tragen dazu bei. Arbeitsdruck und Überstunden im Arbeitsbereich destabilisieren den Menschen. Sowie Rentenaltererhöhung. Grundsätzlich falsch.
Ein Fazit: Statt 80 wird der neue Mensch vielleicht 60. Renten gespart. Ziel erreicht. Wirklich?“

María del Carmen González Gamarra, Frankfurt

fr-balkenPolizisten provozieren Demonstranten

Phrasenprüfer: „15.000 neue Polizisten: ‚Das ist unseriös‘ „, FR.de vom 15. September

„Unseriös finde ich, nicht konkret zu benennen, wofür wir 15000 neue Polizisten brauchen sollen. Um bei Demonstrationen Teilnehmer-innen wie beim G20-Gipfel oder gegen Stuttgart 21 zu provozieren oder zusammen zu knüppeln oder mit Wasserwerfern oder Pfefferspray zu verletzen brauchen wir sie nicht, um wie in Frankfurt Nazis zur U-Bahn zu begleiten oder friedliche Demonstranten Stunden lang einzukesseln ebenfalls nicht, um sinnlos massenweise Daten unbescholtener Bürger zu sammeln auch nicht, um Fussballstadien auf Kosten von Steuerzahlern zu bewachen ebenfalls nicht, auch nicht, um Menschen zu überprüfen, nur weil sie etwas anders aussehen, um Flüchtlinge zu denunzieren und potentielle Straftäter aus der Naziszene zu schützen schon gar nicht und auch nicht, um für Pegida oder die AfD zu werben. Wir brauchen sie, um Bürger vor Gefahren für Leib und Leben zu schützen, unabhängig davon, um welcher Art Täter es sich handelt. Manchmal wünsche ich mir auch mehr Polizei auf unsere Straßen, wenn mich mal wieder ein gefährlicher Raser links überholt, schneidet oder drängelt. (Unsere sich verbreiternde Egomanengesellschaft zeigt sich besonders häufig auf Autobahnen.) Wenn die Polizei eingesetzt würde, um präventiv und deeskalierend nicht nur während Zeiten von Sommermärchen zu wirken, das wäre mal ein echter Fortschritt. Aber es werden ständig und ohne Not eskalierende Situationen geschaffen, – den G20-Gipfel zähle ich auch dazu – welche die Arbeit der Polizei missbrauchen, sodass sie wahrscheinlich gar nicht dazu kommen, selbst wenn sie wollte.“

Robert Maxeiner, Frankfurt

fr-balkenToten von dieser Welt hypnotisiert

Zu: „Wenn die Psyche krankt „, FR.de vom 14. September

„Aus einem Bericht des AOK Bundesverbandes geht hervor, 79% der Arbeitnehmer werden von Ärzten wegen psychischer Probleme, meist durch Lebenskrisen hervorgerufen, krank geschrieben. Die Jahres-Ausfallzeiten sind mit 25,7 Tagen errechnet worden. Hilfe und Betreuung übernahmen früher die Kirchen mit ihren Lehren.
Heute wird das in größeren Betrieben mit erarbeiteten Betreuungskonzepten von geschultem Personal, Ärzten und Psychologen übernommen. Meist folgen langjährige Behandungen, von Erfolgen wird nichts berichtet.
Viele der heutigen Arbeitnehmer haben das Urvertrauen in Gott verloren. Man glaubt an nichts mehr und ist von dieser Welt und von dem, was die Sinne wahrnehmen, total hypnotisiert. In dem Augenblick, wenn man mit der Trennung vom Partner, Tod eines geliebten Menschen konfrontiert wird, bricht man hilflos zusammen und findet keinen Trost, ist völlig aus der Bahn geworfen. Auch beim Verlust seines Arbeitsplatzes, einer schweren Krankheit oder Krach am Arbeitsplatz, mit Nachbarn oder Familie trifft das zu.
Dann geschieht es nur allzu oft, eine Depression stellt sich ein, man fühlt den Burnout, verbunden mit Lebensangst, Angst vor dem Terrorismus, dem 3. Weltkrieg, Angst sein Leben zu verlieren, schließlich die Angst vor dem Tod … und wird arbeitsunfähig.
Altes tiefes Wissen ist verloren gegangen. Man weiß nichts mehr von Jesus Christus und seiner Botschaft, welche ER vorlebte. Glaubt, man lebe sein einmaliges Leben und identifiziert sich mit seinem individuellen, ständig sich veränderten, vergänglichem Körper; stirbt irgendwann den Tod und will den Zeitpunkt selbst bestimmen. „Ruhe in Frieden“. Die Wenigsten sind sich bewusst, dass die Wirklichkeit des Seins, das göttlich-geistig, unsterbliche Leben, Seele, Bewusstsein, ewiges Sein ist. „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ (1. Korinther, 15:55)

Margrit Seelig de Boll, Kelsterbach

fr-balkenManchmal ist es, wie es ist

Zu: „Bürgerentscheid als letztes Mittel des Protests „, FR.de vom 21. September

„Manchmal ist es einfach mal so wie es ist. Zum einen regt man sich darüber auf, dass Bürgermeister Zimmer einfach so die Pachtverträge kündigt, zum anderen dann eine große Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, da muss man sich schon zweimal die Augen reiben. Zumal sich die FWG in ihrem Programm für eine behutsame Entwicklung ausgesprochen hat.
Aber – wenn man sich genauer umschaut, ist das eigentlich nur die Fortsetzung der üblichen, „wir machen mal Politik egal wie“ in Dreieich.
Der o. a. Vorgang reiht sich ein in viele Vorhaben welche ohne den Bürger, an dem Bürger vorbei oder gegen die Bürger getroffen wurde. Und sollte sich ein Bürger an die zuständigen Stellen im Rathaus wenden, bekommt er ein Schreiben zurück (unterschrieben von Hr. Bürgermeister Zimmer, wobei ich der Auffassung bin, dass Hr. Zimmer den Inhalt nicht zur Kenntnis genommen hat. Warum? Ich als Bürgermeister würde ein solches Schreiben nicht an meine Bürger senden), was jeglicher Beschreibung spottet. Siehe Neubau Brücke Hengstbach, Eisenbahnstrasse.
Zurück zum o. g. Artikel. Zum einen muss eine Stadt wie Dreieich sich im Großraum Rhein Main positionieren, keine Frage. Aber, muss das unbedingt mit einem Sport- und Bildundscampus sein wie geplant? Zumal ca. 15 km nördlich eine Fussballakademie entsteht.
Die Möglichkeit eines Bürgerentscheides ist ein legitimes Mittel um unmittelbar in das politische Geschehen einzugreifen und ich bin der Auffassung, dass man es zumindest versuchen sollte.
Noch ein Satz zu Hr. Jakobi, gerade im Jubiläumsjahr ist die von Ihnen gemachte Äußerung ein Zeichen dafür, dass Sie noch in den Strukturen von vor 40 Jahren denken, was bedauerlich ist. Gerade von Ihnen als Stadtverordneter hätte ich eine solche Äußerung nicht erwartet oder vertreten Sie nur die Interessen von Dreieichenhain? Und – es könnte auch sein, dass die Offenthaler mal die Sprendlinger brauchen. Dass die Bürger der einzelnen Stadtteile anders denken als die politisch Verantwortlichen zeigt die Geschichte aus dem Jahr 1606 wo man nicht gefragt hat ob man Sprendlinger oder Haner ist sondern man hat einfach geholfen.
So hoffe ich doch, dass die Bürger von Dreieich zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen.“

Arno Fink, Dreieich