Die Kohlen im Feuer

Eine kleine Randnotiz gleich zu Beginn dieses Artikels: Endlich! Endlich drängt ein Thema an die Oberfläche, das wirklich wichtig ist: Braunkohle versus Klimaschutz. Kohleverstromung versus Naturschutz. RWE versus Hambacher Forst. Inklusive massiver Proteste. Und schon zeigt sich, dass die AfD zu den wirklich wichtigen Fragen, den großen Problemen unserer Zeit, nichts beizutragen hat. Ich verspreche, dass ich die AfD im Folgenden konsequent nicht wieder erwähnen werde.

HambacherÜbrigens: Auch unsere „Klimakanzlerin“ scheint zu diesem großen Thema nichts mehr beitragen zu wollen. Man könnte auch sagen: Klimakanzlerin, das war einmal. Merkel vor dem Gletscher und so weiter. Merkel schweigt. Da soll eine große Runde aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden und anderen Interessenvertretern den Kohleausstieg strukturieren. Vorpreschend Ronald Pofalla, der einen Pflock einrammt: Vor 2038 ist da nichts zu machen. Der Protest lässt nicht auf sich warten. Greenpeace fordert: Abschaltung aller Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens 2030. Es geht darum, das „Zwei-Grad-Ziel“ einzuhalten, das mit den Pariser Verträgen zum Klimaschutz Völkerrecht wurde. Doch in Deutschland hat sich der Kohlendioxid-Ausstoß seit zehn Jahren nicht mehr reduziert. Peinlich genug: Die Bundesregierung hat bereits das Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren, als nicht mehr erreichbar aufgegeben. Dabei lag der Anteil von Ökostrom am bundesdeutschen Energiemix im ersten Halbjahr bereits bei 36 Prozent, der aus Stein- und Braunkohle bei 35 Prozent, berichtet FR-Autor Joachim Wille.

Das Problem bleibt: Wir brauchen auch künftig grundlastfähige Kraftwerke, die flexibel einspringen können, wenn Windflaute und Dunkelheit herrschen. Das besorgen derzeit noch die konventionellen Kraftwerke mit Braun- und Steinkohle und Uran. Doch ganz egal, welche großtechnischen Lösungen gefunden werden: Es führt kein Weg vorbei am Ausstieg aus der Kohle. Ihre Zeit ist abgelaufen, nicht nur in Deutschland. Deswegen ist der Konflikt um den Hambacher Forst im Grunde schon jetzt ein Konflikt der Vergangenheit.

Der Energieversorger RWE mag, juristisch gesehen, das Recht haben, den Wald abzuholzen, um an die darunter liegende Braunkohle ranzukommen. Und trotzdem ist der zurzeit beobachtbare Versuch, dieses Recht durchzusetzen, ein großer Fehler. Wir werden die Braunkohle künftig nicht mehr brauchen. Wir dürfen sie nicht mehr brauchen müssen! Der Energiekonzern hat die Energiewende verschlafen, hält nun trotzig an der Braunkohle fest und beharrt auf seinem Recht, als könne er auf diese Weise seine Legitimation zurückerlangen. Damit setzt RWE die Kohlekonferenz in Berlin unter Druck – ohne bisher schlüssig erklärt zu haben, warum man in der Konzernzentrale glaubt, dass die Braunkohle auch weiterhin gebraucht wird. So bleibt am Ende der schlimme Verdacht, dass RWE ausgerechnet jetzt im Hambacher Forst durchgreifen lässt, um zu verhindern, dass die Kohlekommission einen guten Weg zum Kohlausstieg findet.

Balken 4Leserbriefe

Jürgen H.Winter aus Schöneck:

„Man fragt sich, was noch passieren muss, bis die Menschheit Vernunft annimmt. Die Meteorologie weltweit ist der Auffassung, dass ein Temperaturanstieg von vier bis fünf Grad unvermeidlich erscheint, falls nicht gegengesteuert wird. Da passt der von Staatswegen verordnete Kahlschlag von Hambach zum weiteren Abbau von Braunkohle bestens ins Bild. Was denken sich eigentlich die Verantwortlichen?
Zum besseren Verständnis: Wir befinden uns in einem Jahr mit Durchschnittstemperaturen, die zwei bis drei Grad über der Durchschnittstemperatur der vergangenen Jahrzehnte liegen, und das auf der ganzen nördlichen Halbkugel. Wo soll da das Temperaturziel von zwei Grad am Ende des Jahrhunderts herkommen? Bis jetzt war seit 2000 fast jedes Jahr wärmer als das vorhergehende. Das bedeutet, dass sowohl Politik als auch Wirtschaft in Deutschland diese Fakten einfach ignorieren. Nun weiß im Vorfeld niemand, wie die heraufdämmernden Katastrophen aussehen werden, ob es Überschwemmung nach Unwettern oder Dürre sein werden, aber kommen werden sie bestimmt. Für jeden sollte also klar sein, dass das weitere Verbrennen von Braunkohle ab sofort unterbleiben muss. Das von Herrn Pofalla angepeilt Ziel Ende der 30er Jahre ist absolut unakzeptabel, denn je länger wir wie gehabt weitermachen, umso schlimmer werden die Folgen sein. Das sind die Fakten! Hier geht es letztendlich ums Überleben, nicht um Geld oder Arbeitsplätze.
Ich bedauere die Polizisten, von denen vermutlich viele gegen ihre Überzeugung hier für RWE und die Politik buchstäblich die Kohlen aus dem Feuer holen müssen, und das aus mehr als fadenscheinigen Gründen. Ich klage die Groko-Regierung an, die Bevölkerung auf übelste Art und Weise über die Folgen ihres Tuns zu belügen. Wenn Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in Kalifornien sagt: „Es macht Mut , dass es in den USA so viele Verbündete für eine ambitionierte Klimapolitik gebe “, so muss dem Mann doch klar sein, dass bei uns genau das Gegenteil passiert. So ein Spruch ist ja wohl der Gipfel an Verlogenheit. Man fragt sich, was passieren muss, bis auch bei uns genügend Einsicht einkehrt, dass es so nicht weitergehen kann.“

Gerhard Schuster aus Kriftel:

„Wie gerne würde man das, was sich gerade im Hambacher-Forst abspielt und das, was dazu geführt hat, als surrealexistierenden Schwachsinn abtun. Leider ist alles, was dort geschieht, brutal real und akribisch vorbereitet. Statt Hirnschmalz darauf zu verwenden, wie man geordnet aus der Braunkohle aussteigt und Arbeitsplätze z.B. auch bei der notwendigen Sanierung und Renaturierung schafft, ersinnt man diese Brandschutzbegründung für die Räumung der Baumhäuser. Ist das Realsatire, bodenlose Frechheit, Dummheit oder….. ? Egal, die „kreativen“ Beamten sitzen in ihren Amtsstuben sicher neben der Kaffeemaschine. Polizei und Naturschützer werden aufeinandergehetzt und müssen diesen Schwachsinn ausbaden. Um das Publikum in den Wohnstuben auf das, was sie erwartet, vorzubereiten, wurden schon eine Woche vor dem Polizeieinsatz aus Reihen der NRW Landesregierung die Naturschützer als gewaltbereite Linksextreme abgestempelt. Die Politik lässt sich vor den RWE-Karren spannen und sorgt dafür, dass dem Klima munter weiter eingeheizt wird.
Wen kümmert das Klima bei RWE? Schon vor Jahren haben sie dort die Zeichen der Zeit verpennt und waren jüngst das einzige DAX-Unternehmen mit roten Zahlen. Das Festhalten an der Braunkohle passt zu den unfähigen Sturköpfen, die in ihren weichen Chefsesseln vermutlich nur noch vom Ruhestand und ihrer üppigen Alterversorgung träumen. Wenigstens SPD- und Gewerkschaftsbasis sollten doch endlich mal diesen Nadelstreifenfunktionären, die zum nicht unerheblichen Teil aus ihren eigenen Reihen kommen, kräftig auf die Finger hauen. Was nützt der Erhalt von ein paar Arbeitsplätzen für die Opas, wenn mangels Konzepte die Enkel in die Röhre schauen werden?“

Petra Hemptenmacher aus Troisdorf:

„Fast täglich kommt eine neue Presse-Mitteilung aus irgendeinem Wirtschaftsverband mit Klagen über den Fachkräftemangel. Es müssten angeblich jährlich 100.000 Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden, um dem Fachkräftemangel abzuhelfen. Und dann soll es nicht möglich sein, 20.000 Fachkräfte aus der Braunkohlewirtschaft in neue Stellen zu vermitteln?! Wie passt das zusammen? Und wenn die Beschäftigten aus der Braunkohlewirtschaft ihren neuen Arbeitsplatz nicht an ihrem jetzigen Wohnort finden, sollte man sie geflissentlich daran erinnern, dass für ihre Arbeitsplätze Hunderttausende Mitbürger ihren Wohnort verlassen mussten, um für die Braunkohlebagger Platz zu machen. Das ist schließlich Teil des Geschäftsmodells der Braunkohlewirtschaft! Wieso soll es dann für deren Beschäftigte unzumutbar sein, für einen neuen Arbeitsplatz den Wohnort zu wechseln?!

Annette Weber aus Heusenstamm:

„Sprechchöre wie „Polizei, steh uns bei“ sind sicher hilfreicher als Fäkalienwürfe! Denn beim Wald zeigt sich, wer wirklich „konservativ“ im Sinne von bewahrend eingestellt ist, fürviele Polizisten und deren Einsatzleitungen kann das auf jeden Fall bejaht werden. Dass die AfD hier schweigt, lässt auch tief blicken! Sie stehen eben für Zerstörung aller geistigen UND materiell unersetzlicher Werte wie der Bäume!“

Thomas Ewald-Wehner aus Nidderau:

„Mal wieder ist die Staatsmacht eine unselige Verbindung zur RWE eingegangen. Der Braunkohletagebau hinterlässt eine grauenvolle Kraterlandschaft. Klimaveränderung und Raubbau an der Natur gehören zusammen. Es muss nachdenklich stimmen, wenn in der 2. Hälfte des Monats Septembers Hochsommertemperaturen von über 32 Grad – nach über 100 Sommertagen – erreicht werden. – Jetzt möchte RWE einen 12000 Jahre alten Wald roden lassen, den sie von Kommunen seinerzeit für 50 Pfennige den Quadratmeter erwarb. Allein der aufstehende Wald ist ein Vielfaches wert und schon der merkwürdige Erwerb muss nachdenklich stimmen. Die jungen Menschen haben alles Recht der Welt, sich gegen die natur- und klimaschädliche Vernutzung des Waldes zur Wehr zu setzen und sich gegen die Kohleverstromung in einem dichtbesiedelten Bundesland zu wenden. Wie wäre es, wenn mal wieder über Stromsparen gesprochen wird, wenn damit eine braunkohleverbrennende Dreckschleuder geschlossen werden könnte?“

Sigurd Schmidt aus Bad Homburg:

„Es erstaunt, dass in der gesamten Presseberichterstattung bisher nicht zum Ausdruck kommt, dass zumindest in der Bundesrepublik Deutschland aus ökologischen Gründen Waldbesitz von Eigentümerseite nicht zum Raub-Abbau von Rohstoffen – wie etwa in Australien oder bestimmten Regionen von Südamerika – missbraucht werden darf. Außerdem passt doch die Wiederaufnahme des Braunkohlenabbaus, früher und auch noch heute sehr bedeutsam in Mitteldeutschland, überhaupt nicht in die Klimaziele der Bundesrepublik.- Eine andere Frage ist es, ob die Besetzung privaten Waldgrundes durch selbst ernannten Okkupanten rechtens ist und der Eigentümer des Hambacher Forstes jetzt nur von seinem Recht Gebrauch macht, unerwünschte wilde „Wege-Lagerer“ zu nötigen, den Wald zu verlassen. – Was nicht geht ist, dass die NRW-Regierung in dieser Frage nicht eine offizielle Stellungnahme im Düsseldorfer Landtag abgibt.“

110 Kommentare

  1. Greenpeace ist der Ansicht, dass man erst 2030 aus der Kohle aussteigen kann. Woher soll die Kohle bis 2030 kommen?

  2. Brigitte Ernst sagt:

    @ Henning Flessner

    Nach meiner Information wird noch im Ruhrgebiet und im Teutoburger Wald Steinkohle abgebaut, die ja einen erheblich höheren Brennwert hat als Braunkohle. Es ist also nicht nötig, wegen der vergleichsweise kurzen Laufzeit der Kohlekraftwerke jetzt noch für das Klima so wichtigen Wald abzuholzen und die Landschaft zu verschandeln.

  3. @Brigitte Ernst
    2018 schließen die beiden letzten Steinkohlezechen in Deutschland: Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren.

  4. hans sagt:

    Zu @ Brigitte Ernst
    Es ist schon ein komischer Zufall das der Kohleabbau in D. gerade dann wirtschaftlich wird wenn er eingestellt wird. Wieviel Kohle noch gebraucht wird ist eine politische Entscheidung. Kohle ist nur teuer geworden. Es stellt sich die Frage wie teuer wäre heute Kohle wenn es die Erneuerbaren nicht gäbe? Wäre dann Energie wiklich bald ein soziales Problem

  5. Brigitte Ernst sagt:

    @ hans und Henning Flessner

    Das mit der Kohle ist ja ein vielfältiges Problem. Einen Engpass wird es sicher nicht geben, weil wir ja aus verscheidenen Ländern importieren. Aber was das für die jeweiligen Standorte bedeutet, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen, ist eine andere Frage. In Kolumbien z.B. zeigen sich immense gesundheitliche Schäden bei der Bevölkerung rund um die Abbaugebiete, wahrscheinlich weil die Schutzstandards nicht so hoch sind wie bei uns.
    In Polen wird der Kohleabbau als sehr wichtig für die Volkswirtschaft angesehen, auch wenn er z.T. subventioniert werden muss. Von dort und auch aus Russland werden wir sicher noch lange Kohle einführen können. Deshalb sehe ich keine Notwendigkeit, jetzt noch für ein paar Jahre bei uns Braunkohle zu fördern.

  6. @hans
    Auch bei den gestiegenen Kohlepreisen ist die deutsche Steinkohle nicht konkurrenzfähig. Man könnte sich aber mal fragen, warum der Kohlepreis so stark gestiegen ist. Das könnte aber zu unangenehmen Erkenntnissen führen.
    @Brigitte Ernst
    Sie wollen also statt deutscher Braunkohle importierte Steinkohle verfeuern. Was ist damit gewonnen ausser einiger 10’000 Arbeitslose und höhere Stromkosten? Sind Sie sicher, dass man in einem Braunkohlekraftwerk so ohne weiteres auch Steinkohle verfeuern kann? Steinkohlekraftwerken liegen meistens an Flüssen, Braunkohlekraftwerke nicht. Sind Sie sicher, dass man die Steinkohle zu den Kraftwerken transportieren kann?

  7. hans sagt:

    Zu @ Henning Flessner
    Der Kohlepreis steigt weil die EE noch nicht den steigenden Energieverbrauch genügend abdecken können.Das wird noch wenige Jahre dauern.Die derzeitige Situation zeigt nur auf wie notwendig die Energiewende ist

  8. @hans
    Die Botschaft (vom Solar-Schlaraffenland) hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

  9. hans sagt:

    Das hat mit Glauben nicht viel zu tun.
    DiesesJahr werden ca 2/3 aller Gelder für neu Investitionen zur Energieerzeugung in die Erneuerbaren gehen. Bei PV wurde letztes Jahr die 100GW Grenze überschritten. Ich habe mal gelesen das es 400 GW im Jahr braucht um den jährlichen Mehrbedarf zu decken und nennenswert die alte Form der Energieerzeugung zurück zu drängen. Das sollte aber bei den derzeitigen Zuwachsraten kein unlösbares Problem sein. Es muss halt erst mal aufgebaut werden

  10. hans sagt:

    Sorry,für die schlechte Schrift ich bin nicht zu Hause sondern im Urlaub und schreibe auf dem Handy

  11. hans sagt:

    Kommen wir doch auf die Kohle im Hambacher Forst zurück. Ob man die noch abbauen muss ist schwer zu sagen. Zuerst einmal freue ich mich wenn ich sehe das die Jugend entlich aufsteht und sich beginnt zu wehren.
    Beim Thema Kohle haben wir die letzten Jahre die Situation das wir selbst abbauen und auch importieren. Dann machen wir Strom daraus und exportieren diesen. Also mit anderen Worten. Wir kaufen Kohle machen unsere Klimabilanz kaputt und exportieren Strom. Das sollte man zuerst einmal sein lassen. Jamaika hatte das erkannt und beschlossen 7 GW KohleKraftwerke still zu legen. Ob man dann noch Kohle für die Regelenergie die noch benötigt wird selbst abbaut oder kauft ist eine politische Entscheidung. Genau so wo und wieviel.

  12. @hans
    „Zuerst einmal freue ich mich wenn ich sehe das die Jugend endlich aufsteht und sich beginnt zu wehren.“
    Wo kämen wir auch hin, wenn jeder Gerichtsentscheidungen akzeptieren und Anordnungen der Polizei Folge leisten würde.

  13. Stefan Briem sagt:

    „Wo kämen wir auch hin, wenn jeder Gerichtsentscheidungen akzeptieren und Anordnungen der Polizei Folge leisten würde.“

    Genau. Wir wären ein Volk der stromlinienförmigen Jasager und Trittbrettfahrer, der obrigkeitshörigen Nichtselbstdenker und Blockwarte. Genau das wollen wir sein.

  14. @Stefan Briem
    Sie drücken sich missverständlich aus oder soll ich Sie so verstehen, dass Sie den Rechtsstaat ablehnen, weil es uns zu Blockwarten (= Nazis) macht.

  15. Brigitte Ernst sagt:

    Da die Verbrennung von Braunkohle der Umwelt am meisten schadet, weil sie bei (im Vergleich zur Steinkohle) höherem CO2-Ausstoß und geringerem Brennwert am umweltfeindlichsten ist, ganz abgesehen von der Wald- und Landschaftszerstörung, sollte man doch sinnvollerweise die Braunkohlekraftwerke als erste schließen.

    Henning Flessner: „Man könnte sich aber mal fragen, warum der Kohlepreis so stark gestiegen ist. Das könnte aber zu unangenehmen Erkenntnissen führen.“
    Werden Sie doch bitte etwas deutlicher. Wie ich Sie kenne, haben Sie doch längst eine Antwort auf diese Frage parat. Außerdem halten Sie nichts von der geplanten Energiewende. Wenn Sie hier mit offenen Karten spielen würden, wäre das der Diskussion durchaus zuträglich.

  16. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    Ich wollte lediglich IHR Verständnis vom Rechtsstaat karikieren.

    Das Urteil über den Hambacher Forst bedeutet, dass RWE den Wald roden darf. Es bedeutet nicht, dass RWE das auch tun sollte. Oder dass es richtig ist, den Wald zu roden. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns das eigenständige Denken verbieten lassen müssen. Selbstverständlich kann man trotz des Urteils zu der Auffassung kommen, dass es nicht richtig ist, den Wald zu roden. Und wissen Sie was? Diese Auffassung ist sogar rechtsstaatlich gedeckt. Stichwort Meinungsfreiheit. Wenn hier also jemand ein fragwürdiges Verhältnis zum Rechtsstaat hat, dann sind Sie das.

    Warum muss RWE ausgerechnet jetzt mit der Rodung anfangen, wo die Kohlekommission ihre Arbeit aufgenommen hat? Die Antwort ist klar: Um die Kommission zu spalten und eine Einigung zu verhindern. RWE hat lediglich die eigenen Unternehmensziele im Auge, nicht das Gemeinwohl. Das Unternehmen will einfach so lange wie möglich Braunkohle verstromen. Wie viel Kohlendioxid dabei frei wird, ist RWE völlig egal, weil das Kohlendioxid nicht für die Unternehmensbilanz relevant ist. Die Demonstranten im Hambacher Forst tun diesem Land also einen Gefallen, indem sie den Konflikt eskalieren lassen und unseren Blick auf den Unsinn lenken, den RWE da treibt. So viel Mumm hat unseren Respekt verdient. Da bin ich ganz bei hans.

  17. hans sagt:

    Wahrscheinlich geht es RWE darum Fakten zu schaffen und sich so zu positionieren das sie ein möglichst großes Stück abbekommen von dem Kuchen der Restkohle heißt.

  18. @Brigitte Ernst
    Ich habe nichts gegen die Energiewende. Es wäre eine schöne Sache, aber ich glaube nicht daran, dass sie etwas bringt gegen den Klimawandel. Ich habe einige Studien und Bücher dazu gelesen und selbst nachgerechnet. Es kommen immer gigantische Zahlen raus und dann weiß man sich nur zu helfen, indem man annimmt, dass wir unseren Energieverbrauch um 55% reduzieren (Greenpeace). Man kann auch ausrechnen, um wieviel Zeit man den Klimawandel verzögern kann, wenn wir von Braunkohle auf Steinkohle umsteigen. Man wird es nicht merken.
    Während wir unsere Energiewende machen, hat der Rest der Welt die Kohleförderung um 62% erhöht (2000-2017). Wir reden uns die Welt schön und der Rest der Welt hält uns für verrückt (S. Gabriel).
    Bei uns wird jeder neue Windpark von Anwohnern, Natur- und Tierschützern bekämpft. Sie gehen durch alle Instanzen, verlieren in der Regel und geben auf. Man stelle sich mal vor, die machen es künftig wie die Aktivisten im Hambacher Forst.

  19. @Stefan Briem
    Ich verstehe Sie nicht. Wenn ich Gerichtsentscheidungen und den Aufforderungen der Polizei Folge leiste, habe ich fragwürdiges Verhältnis zum Rechtsstaat? Gilt das auch, wenn ich bei der nächsten Verkehrskontrolle halte? Geben Sie dann Gas?
    Natürlich kann man gegen die Rodung sein und man darf dagegen demonstrieren, Unterschriften sammeln, das Internet nutzen, Leserbriefe schreiben, Flugblätter verteilen. Das gehört alles zur Meinungsfreiheit. Sich über Gerichtsentscheidungen hinwegsetzen, mit Fäkalien werfen und Aufforderungen der Polizei missachten, gehört nicht zur Meinungsfreiheit, sondern zu Straftaten.
    Warum will RWE jetzt roden? Aus Tierschutzgründen darf nur von Oktober bis Februar gerodet werden. Wenn man auf die Kohlekommission gewartet hätte, hätten die Gegner des Abbaus den Bericht der Kommission leicht um vier Wochen verzögern können und RWE hätte ein Jahr verloren. Welche Entscheidung der Kommission hätte denn dazu führen können, dass nicht gerodet wird? Der Vorschlag der Kommission wird irgendwas zwischen 2030 und 2038 sein. Das steht einer Rodung doch nicht entgegen.
    Wenn jetzt einige Kommissionsmitglieder einen auf beleidigt machen und mit Austritt drohen, dann sollten diese sich überlegen, ob man mit einem derart kindischen Verhalten in der Kommission am richtigen Platz ist.

  20. hans sagt:

    Zu @ Henning Flessner
    Man kann zum Weltkohleverbrauch auch andere Zahlen nennen. Laut IEA stagniert er seit 3 Jahren. Ab 2021 wird er beginnen zu sinken.Das sind aber Prognosen die mit Vorsicht zu genießen sind. China und Indien sind Großverbraucher mit riesigen Zuwachsraten beim Energieverbrauch ,aber sie setzen auch massiv auf EE.

  21. Brigitte Ernst sagt:

    @ Henning Flessner

    „Wir reden uns die Welt schön und der Rest der Welt hält uns für verrückt.“

    Ich erinnere mich so dunkel, dass es da mal vor nicht allzu langer Zeit einen Weltklimavertrag gab, den 195 Staaten abgeschlossen haben (einer ist mittlerweile wieder ausgestiegen). Halten diese Staaten nur uns oder auch sich selber für verrückt?

  22. @Brigitte Ernst
    Warum haben die meisten Länder unterschrieben? Weil jedes Jahr 100 Mrd. Dollar verteilt werden sollen u.a. auch an China. Ist 3 Jahre später die Finanzierung gesichert? Nein.
    Wird der Klimawandel durch die versprochenen Emissionsreduzierungen aufgehalten? Nein.
    Wurden die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Reduktionen eingehalten? Nein.
    Nach 2040 dürfte kein CO2 mehr emittiert werden. Bis wann geht der deutsche Klimaschutzplan? 2050.
    Wie will man die CO2-Emission der deutschen Industrie um 50% senken? Man weiss es nicht, aber man will anfangen zu forschen.
    Beispiel China (von hans immer hervorgehoben):
    https://en.wikipedia.org/wiki/Electricity_sector_in_China#/media/File:Electricity_Production_in_China.png
    In China werden ca. 5% des Stroms aus Wind und Sonne hergestellt. Um auf 100% zu kommen, müsste man also die Installationen bis 2040 um den Faktor 20 vergrössern. Wenn aber kein CO2 mehr emittiert werden soll, steigt der Stromverbrauch etwa um den Faktor 5 (Greenpeace). Also sind wir schon beim Faktor 100. Das gilt aber nur, wenn man den Strom auch speichern kann, sonst kommt noch ein Faktor hinzu. Das soll realistisch sein?
    Zurück zum Hambacher Forst. Ob dort Braunkohle abgebaut wird oder nicht, hat auf den Klimawandel einen derart kleinen Einfluss, dass er nicht messbar ist.

  23. hans sagt:

    Zu @ Brigitte Ernst & Henning Flessner
    Auch das kann man wieder völlig anders darstellen.
    Haben die EE das Potential genug Energie für die Menschen bereit zu stellen? Eindeutig ja.
    Haben wir die Technik dieses Potential Preisgünstig abzurunden? Inzwischen eindeutig ja. Herr Flessner, vor einem Jahr haben sie Vattenfall unterstellt sie könnten da nicht rechnen weil sie in einer Aktion 3 Cent KWh angeboten haben. Inzwischen wird Windstrom in den USA für 1,5 Cent gehandelt. DaS billigste von PV das ich gelesen habe ist 1,9 Cent.
    Bekommen wir es geregelt das der Strom zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist? Das ist in erster Linie ein Netzproblem. In Asiens werden Hgü Netze mit 5000 km Länge gebaut. Also das Problem ist lösbar und den Rest muss PtG lösen.
    Und als letztes was ist die Alternative? Die Alternative haben diebeiden Irakkriege gezeigt. Kampf um die Rohstoffe und wahrscheinlich der3.Weltkrieg. Gut das es die Energiewende gibt und das sie funktioniert. Wobei es aber sicher nicht einfach wird.

  24. @hans
    Was Sie „nicht einfach“ nennen, nenne ich unrealistisch.

  25. Heute heisst es in der FR (Seite 46) über den Hambacher Forst:
    «Und beobachten mit Freude […] um doch noch zu verteidigen, was ihnen genommen werden soll: dass der belagerte Wald noch zu einem offenen Lehrraum für die vielen wird, die glauben, dass es die Zeit ist, die Demokratie selbst in die Hand zu nehmen.»
    Die Aktivisten lehren / lernen «die Demokratie selbst in die Hand zu nehmen»?
    Was will die Autorin (und die FR?) uns damit sagen? Gerichturteile nicht zu akzeptieren, bedeutet die Demokratie selbst in die Hand zu nehmen? In wessen Hand ist denn die Demokratie momentan?
    Wenn ich im Rahmen von juristischen Auseinandersetzungen von «selbst in die Hand nehmen» lese, interpretiere ich das als Aufforderung zur Selbstjustiz. Ich bin sehr irritiert.

  26. hans sagt:

    Der Hambacher Forst ist für die Energiewende ziemlich bedeutungslos. Politisch sieht das anders aus. Was da abgeht sollte der Politik hoffentlich zeigen das es bei der Energie Handlungsbedarf gibt

  27. Brigitte Ernst sagt:

    @ Henning Flessner

    Ich empfehle den Wikipedia-Artikel zum Stichwort „ziviler Ungehorsam“.
    „Durch einen symbolischen, aus Gewissensgründen vollzogenen und damit bewussten Verstoß gegen rechtliche Normen zielt der handelnde Staatsbürger mit einem Akt zivilen Ungehorsams auf die Beseitigung einer Unrechtssituation und betont damit sein moralisches Recht auf Partizipation. Die Normen können sich durch Gesetze, Pflichten oder auch Befehle eines Staates oder einer Einheit in einem staatlichen Gefüge manifestieren. Durch den symbolischen Verstoß soll zur Beseitigung des Unrechts Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung genommen werden. Der Ungehorsame nimmt dabei bewusst in Kauf, auf Basis der geltenden Gesetze für seine Handlungen bestraft zu werden […]
    Der z.U. steht als politisches Instrument zwischen dem positiven Recht, das verletzt wird, und dem Ziel, Gerechtigkeitsprinzipien für das Gemeinwesen durchzusetzen.“

    Ob das Werfen von Fäkalien ein moralisch akzeptables Mittel ist, kann natürlich hinterfragt werden, die prinzipielle Möglichkeit des zivilen Ungehorsams ist jedoch in unserem Rechtssystem verankert.

    Die konkreten Gesetzesbrüche, die im Rahmen des z.U. begangen werden, unterliegen der Strafverfolgung, jedoch werden bei der Strafzumessung „Beweggründe, Ziele und Gesinnung“ berücksichtigt, wobei es auch wegen Geringfügigkeit der Schuld zur Einstellung des Verfahrens kommen kann.

    Wenn man die Vorgänge im Hambacher Forst in diesem Zusammenhang betrachtet, wird klar, dass es hier nicht allein um die konkrete Rettung vergleichsweise weniger Bäume geht, sondern um das Problem der Zerstörung von Natur, also von Allgemeingut, für den Profit mächtiger Großkonzerne.

    Noch ein paar Worte zum Weltklimaabkommen:
    Dafür, dass Sie so erschüttert sind über die Gesetzesbrüche im Hambacher Forst nehmen Sie die Vertragsbrüche, ja die Erschleichung von Fördermitteln, die alle anderen Staaten außer Deutschland Ihrer Meinung nach begehen, erstaunlich locker. Verrückt ist also Ihrer Ansicht nach derjenige, der zumindest versucht, sich an Vereinbarungen im Interesse der Allgemeinheit zu halten und Fördergelder vertragsgerecht zu verwenden. Merkwürdige Einstellung!

  28. @Brigitte Ernst
    Da ich damit gerechnet habe (ich kenne meine Pappenheimer 😊), habe ich den Artikel zum zivilen Ungehorsam natürlich schon längst gelesen.
    «die prinzipielle Möglichkeit des zivilen Ungehorsams ist jedoch in unserem Rechtssystem verankert.“ Dem widerspreche ich, denn ich kenne keinen Artikel in unseren Strafgesetzen in dem „ziviler Ungehorsam“ erwähnt wird.
    Aus Wikipedia: „Nach Rawls wird er „[…] in Situationen ausgeübt, wo man mit Festnahme und Bestrafung rechnet und sie ohne Widerstand hinnimmt. Auf diese Weise zeigt der bürgerliche Ungehorsam, dass er legale Verfahrensweisen respektiert.“
    Das zu tun die Aktivisten aber gerade nicht. Sie leisten bei der Festnehme Widerstand, werfen mit Fäkalien, bauen Barrikaden.
    „Durch den symbolischen Verstoß soll [..] Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung genommen werden.“
    Dies haben die Aktivisten doch erreicht. Sie waren in jeder Zeitung und in jedem Fernsehkanal. Jetzt könnten sie den Wald verlassen. Das ist aber gerade nicht ihr hauptsächliches Ziel. Ziel ist es die Ausführung von Gerichtsurteilen zu verhindern. Im Gegensatz zum zivilen Ungehorsam werden von ihnen legale Verfahrensweisen nicht (!) respektiert.
    Das einzige was die Aktivitäten mit dem zivilen Ungehorsam gemein haben, ist, dass die Aktivisten meinen, sich über das Recht stellen zu dürfen, weil sie eine höheres Recht (göttliches Recht, Naturrecht oder Vernunftrecht) vertreten.
    Es ist dort ein Mensch zu Tode gekommen durch eine morsche Brücke. Die Staatsanwaltschaft hat zu prüfen, ob jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann. Geringfügige Schuld ist da vielleicht nicht der passende Ausdruck.

  29. Jürgen Malyssek sagt:

    Man lese: Henry David Thoreau, Über die Pflicht zum Gehorsam gegen den Staat (Civil Disobedience).

    „Die Natur stellt
    keine Fragen und
    beantwortet keine,
    welche die Sterblichen
    ihr stellen.
    Sie hat schon längst
    ihren Entschluss gefasst.“

    (H.D. Thoreau, ‚Walden‘)

  30. @Jürgen Malyssek
    Warum sollte man ein Buch über zivilen Ungehorsam lesen, wenn es sich hier, wie ich dargelegt habe, gar nicht um zivilen Ungehorsam handelt?
    Zum Zitat:
    Man kann die moderne Naturwissenschaft so verstehen, dass wir die Natur durch Experimente befragen.
    Dass Thoreau dem ablehnend gegenübersteht, verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass er einer Bewegung angehört, die auf deutschem Idealismus, englischer Romantik und indischer Philosophie beruht und rationales Denken kritisiert.

  31. Brigitte Ernst sagt:

    Wenn es ausreichen würde, unsere gesammelten Gesetze zu durchforsten, um alle historischen und rechtsphilosophischen Grundsätze zu erfassen, die in unser Rechtssystem eingeflossen sind, ganz abgesehen von den unzähligen Gesetzeskommentaren, die dazu verfasst wurden, bedürfte es keines Jurastudiums und keiner Professoren mit hochspezialisierten Lehrstühlen. Weder ein Physiker noch eine Sprach- und Literaturwissenschaftlerin wird diese hochkomplizierte Fülle so schnell erfassen können.
    Eine kleine Hilfe wäre vielleicht der Reclam-Band „Ziviler Ungehorsam“ mit Texten von Thoreau bis Occupy. Ich selbst, muss ich gestehen, habe noch nicht hineingesehen.

  32. @Brigitte Ernst
    In unserem Rechtssystem wird das Recht durch Gesetze gesetzt. Der zivile Ungehorsam beruft sich aber auf ein höheres Recht, z.B. göttliches Recht.
    Wenn in unserem Rechtssystem ziviler Ungehorsam als Rechtfertigungsgrund für Straftaten verankert wäre, dann müssten Straftaten, die im Rahmen von zivilem Ungehorsam passieren, straffrei gestellt werden. Dies ist offensichtlich nicht der Fall.
    Es könnte auch sein, dass RWE in den Fokus der Staatsanwalt gerät, denn RWE ist der Eigentümer der Baumhäuser und Hängebrücken. Alles was auf einem Grundstück errichtet wird, gehört dem Grundstückseigentümer. Jura ist fast so interessant wie Physik.

  33. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Henning Flessner

    Ich bin nicht vor Ort (gewesen), um die einzelnen Aktivitäten beurteilen zu können. Ich will auch nicht auf dem Zivilen Ungehorsam herumreiten, aber es bleibt anregend zu lesen, was ein Idealist und Romantiker wie Thoreau dazu zu sagen hat. Unser inzwischen entwickelter Rationalismus hat (gerade am Beispiel Hambacher Forst) sich ausschließlich zum ökonomischen Rationalismus entwickelt, ohne Rücksicht auf Natur und Kultur.

  34. @Jürgen Malyssek
    Heute haben die Aktivisten verkündigt, dass sie von der Verteidigung zum Angriff übergegangen sind und haben eine Bahnlinie blockiert. Den Zug haben sie durch Handzeichen angehalten. Wenn der Zugführer das falsch verstanden hätte, hätte es wieder mehrere Tote geben können. Das war eine Straftat, die nach §315 StGB mit 6 Monate bis 10 Jahre Gefängnis geahndet wird.
    Mit Romantik hat das nichts zu tun. Hier zerstören vollkommen irregeleitete Jugendliche ihr Leben. Die wohlmeinende Presse und andere Unterstützer machen sich daran in meinen Augen moralisch mitschuldig. Man muss die Jugendlichen vor sich selbst schützen.

  35. Anna Hartl sagt:

    @Henning Flessner
    Es geht um Idealismus und um das Hier und Jetzt.
    Nicht irgendwann hören wir auf, unsere Umwelt zu zerstören, sondern JETZT!
    Wie wollen wir den nachfolgenden Generationen die Erde hinterlassen?
    Wir haben kein Recht immer weiter gegen die Erkenntnis zu handeln, dass der Mensch die Erde und das Leben darauf schwer geschädigt hat.
    Wofür ist Erkenntnis sonst nützlich, als danach zu handeln?
    Diese Menschen fordern nur ein, danach zu handeln.
    Aus meiner Sicht sind sie genau die Sorte Bewegung, die wir mit am dringendsten brauchen.
    Diese “ Jugendlichen“ müssen vor wirtschaftliche Interessen zuerst und weiter so auf ihre Kosten geschützt werden und wenn Sie schon mit moralisch kommen, dann sollten Sie auch bitte erklären, was an dem Handeln von RWE moralisch ist!

  36. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Henning Flessner

    Ich befürworte ja auch nicht die gewaltsamen Aktionen. Aber ich glaube auch, dass die früheren Protestaktionen (Wackersdorf, Castortransporte usw.) alle zurecht nicht gewaltlos zu machen waren. Dazu hat der Staat durch sein gewaltsames Eingreifen mit beigetragen. Wir haben auch bei G 20 erlebt. Immer wieder stellt sich die Frage nach Recht und Unrecht.
    Ich möchte nicht das Klagelied mit einstimmen, dass es sich (immer wieder) um „vollkommen irregeleitete Jugendliche“ handelt. Ich bringe auch das, was Sie mit der Bahnlinie-Blockade beschreiben, nicht mit Romantik in Verbindung.

    Wie hier und auch in der Vergangenheit setzen Jugendliche durch ihre Protestformen oft ihr Leben auf’s Spiel, während wir Altvorderen so klug vom Schreibtisch daherreden dürfen. Wer bringt denn letztlich die jungen Menschen in diese Gefahr, wenn alle Mittel, die sie bisher (friedlich) eingesetzt haben, immer wieder mit Füßen getreten werden?
    Wenn einfach keine Vernunft von der politischen Herrschaft kommt, sondern immer wieder die Durchsetzung der Interessen der Nutznießer allen natur- und menschenschädlichen Wirtschaftsobjekten das Ende vom Lied sind?

    Kann man den jungen Menschen vielleicht auch zugestehen, dass sie eben nicht verrückt sind, sondern um ihre Zukunft kämpfen? Auch wenn wir Alten diesen Mut und diese Kräfte nicht mehr so drauf haben. Jedenfalls bin ich froh, wenn ein Teil der Presse nicht schon wieder auf die Protestler draufhaut, sondern versucht, die Gründe für die Eskalation herausarbeitet.

    Man muss die Jugendlichen nicht vor sich selbst schützen, jedenfalls kann das nicht die einzige Botschaft sein. Wir müssen auch aufgrund der Erfahrungen der Proteste der Geschichte (auch seit 1968)erkennen, dass es inzwischen Staat und Kapital, also Wirtschaftsmacht sind, die ‚fehlgeleitet‘ sind und für den Schutz ihrer Menschen genau das Gegenteil von dem tun, was sie großspurig verkünden und somit die Kluft zwischen der Bevölkerung und der Herrschaft immer größer wird. Das ist ein Kapitel, das unter Irregeleitete Politik und Macht zu schreiben ist. Diese Rücksichtslosigkeit, diese Blindheit vor den Bedürnissen der Menschen (jedenfalls derjenigen, die noch nicht haßerfüllt und irregeleitet sind), dieser Raubbau an der Natur und diese schreiende Ungerechtigkeit unserer sozialen Systeme!

  37. Stefan Briem sagt:

    Ich finde es eigentlich schon recht klar zu erkennen, wer hier die Golfbälle gegen den Kopf bekommen hat.

    Herr Flessner, selbstverständlich handelt es sich beim Widerstand im Hambacher Forst im Kern um zivilen Ungehorsam. Die Protestierenden greifen dabei zu Mitteln, die jedes für sich unschön bis illegal sein mag, aber das berührt den Kern ihres Anliegens nicht: Wenn schon jetzt erkennbar ist, dass wir die Braunkohle unter dem Hambacher Forst nicht mehr brauchen werden, dann ist es Unsinn, den Forst abzuholzen, und dann ist Widerstand gegen die Profitgier von RWE angesagt. Und gegen die Nichtstuer in Berlin.

    Das mal zum einen. Aber auch noch was Grundsätzliches. Vor Jahren haben Sie hier noch argumentiert, dass es Unsinn wäre, etwas gegen den Klimawandel zu tun, weil er nicht vom Menschen gemacht ist. Inzwischen ist ziemlich klar, dass die Erwärmung der letzten Jahrzehnte auf menschliche Einflüsse zurück geht, und jetzt argumentieren Sie, dass man nichts zu tun braucht, weil es sowieso zu spät ist. Sehr ironisch, nicht wahr? Wenn man Leuten wie Ihnen folgt, braucht man niemals etwas zu tun. Dann säße der Mensch heute noch in seiner Steinzeithöhle und sagt zu sich: Warum soll ich die Landwirtschaft erfinden oder die Hütte oder das Rad? Ich hab es hier mollig warm und bin sicher, auch wenn es ein bisschen rußt.

    Halten Sie den Ball schön flach, Herr Flessner!

  38. @Stefan Briem
    „Vor Jahren haben Sie hier noch argumentiert, dass es Unsinn wäre, etwas gegen den Klimawandel zu tun, weil er nicht vom Menschen gemacht ist.“
    Das habe ich niemals behauptet.

  39. @Stefan Briem
    Ich habe Argumente gebracht, wo das Verhalten der Aktivisten dem zivilen Ungehorsam widerspricht. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann wiederlegen Sie doch meine Argumente.
    Sie stellen die Behauptung auf, dass die Kohle im Hambacher Forst nicht mehr benötigt wird. Leider fehlt jegliche Begründung fpr diese Behauptung, mit der ich mich argumentativ auseinandersetzen könnte.
    Ich würde es begrüssen, wenn man bei allem Dissens doch höflich mit einander umgehen könnte.

  40. @Ana Hartl
    Wir haben uns vollkommen von Elektrizität abhängig gemacht. Ohne Strom funktioniert nichts mehr. Es kommt nicht mal mehr Wasser aus der Leitung. Daher muss die Versorgungssicherheit (zu mindestens bis wir wieder in Baumhäuser umgezogen sind) die höchste Priorität haben.
    Die Aktivisten wollen, dass wir sofort aus der Braunkohleverstromung aussteigen.
    RWE sagt, dass dann die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Selbst Greenpeace geht davon aus, dass wir die Kohle noch bis 2030 brauchen.
    Die Folge könnte ein Blackout sein und der kostet Menschenleben. Wer handelt also moralischer, der, der einen Blackout verhindern will oder der, der ihn billigend in Kauf nimmt, um die Welt zu retten?
    Es gibt Menschen auf diesem Planeten, die zu wenig zu essen haben, kein sauberes Trinkwasser haben, unter Krankheiten leiden und wir wollen 1000 Mrd. Euro für die Energiewende ausgeben und es gibt Leute, die das für unmoralisch halten?

  41. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    „Das habe ich nie behauptet!“

    Nein, und dass Sie nicht genug Belege für den Klimawandel sehen, die Sie überzeugen, das haben Sie auch nie gesagt. Und da Sie nicht überzeugt sind, brauchen wir auch nicht darüber zu reden. Genau so funktioniert Ihre Methode. Sie diskutieren nicht, sondern Sie sagen, dass wir nicht drüber zu reden brauchen. Und wo andere doch drüber reden, sind Sie nicht überzeugt. Ja, dann halten Sie sich doch raus!

    Beim Hambacher Forst auch wieder. Der Beitrag an Kohlendioxid, der durch die Verbrennung der Braunkohle vom Hambacher Forst in die Atmosphäre gelangen wird, ist so minimal, dass er global unbedeutend ist. Haben Sie sinngemäß so gesagt. Auch das heißt wieder: Also brauchen wir nicht drüber zu reden. Immer dieselbe Masche. Fast wie bei Wolfgang Fladung, den ich inzwischen fast vermisse. Der war wenigstens aufrichtig entrüstet mit seiner leiernden Schallplatte und hat nicht alles hinter Scheinrationalität versteckt, so wie Sie. Oder haben Sie wirklich nicht begriffen, dass es beim Widerstand im Hambacher Forst um ein politisches Signal geht? Nicht in erster Linie um das konkrete CO2, das am Ende in die Atmosphäre gelangt, sondern um Widerstand und Protest gegen eine Politik, die beendet werden muss, wenn Deutschland den internationalen Verpflichtungen gerecht werden will, die es unterzeichnet hat. Aber nein, da brauchen wir nicht drüber zu sprechen. Ist alles irrelevant. Die Eiszeit hat der Mensch ja auch überstanden. Die kommende Heißzeit wird er hinkriegen. Das mag ja sogar stimmen, wenn man das vom Standpunkt des Menschen als Art betrachtet. Ja, die Art wird sicher irgendwie überleben. Aber wie viele Milliarden Menschen werden sterben, weil Herr Flessner und andere Bremser immer wieder gesagt haben: Es lohnt sich nicht, darüber zu reden? Ei, geh fott!

  42. Anna Hartl sagt:

    @Henning Flessner
    Die weitere Zerstörung der Umwelt kostet auch Menschenleben und zwar jetzt. Leise und schleichend, täglich. Der Dreck den wir in die Umwelt entlassen, wird durch intakte Wälder gemindert, dezimieren wir diese weiter vernichten wir das was uns hilft, mit dem, was wir bisher abgerichtet haben, zu leben.
    Nicht so augenfällig wie bei einem eventuellen Blackout, aber es passiert.
    Ergo kann ich kein moralisches Handeln von RWE erkennen. Ganz zu schweigen davon, dass RWE nur die eigenen wirtschaftlichen Interessen im Blick hat.
    Außerdem halte ich Menschen dazu fähig, wenn sie einsehen, dass der eingeschlagene Weg nicht gangbar ist, alles dafür zu tun, mit ganzer Energie die Lösungen voranzutreiben, die vertretbar sind.
    Wenn sie auf einem Waldweg auf einen umgestürzten Baum treffen, schreien sie nicht nach einer Motorsäge, sie suchen sich einen anderen Weg.

    Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Sprechen Sie sich gegen die Energiewende aus?
    Die Verwüstung auf der Erde nimmt zu. Der Wasserspiegel steigt. Regen bleibt aus oder fällt in unvorstellbaren Mengen. Die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen sind bedroht und wir machen weiter so?
    Wenn wir nicht handeln wird sauberes Wasser und genügend zu essen nicht mehr das Problem sein!

  43. @Stefan Briem, Anna Hartl
    Ich halte die Diskussion, wie groß der menschliche Teil am Klimawandel ist, für reine Zeitverschwendung.
    Das Klima ändert sich.
    Ich halte auch den Strukturwandel, den die Kohlekommission jetzt diskutiert, für ein geringes Problem.
    Die wichtige Frage ist mMn, ob wir durch den deutschen Weg (Ausstieg aus Nuklear- und Kohlestrom, Verzicht auf CCS), den Klimawandel aufhalten können.
    Ich bin hier der gleichen Meinung, wie der Weltklimarat (IPPC), dass dies nur mit erneuerbaren Energien nicht möglich ist (siehe hier https://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg3/ipcc_wg3_ar5_chapter7.pdf Seite 569).
    Ich teile auch die Einschätzung von Greenpeace, dass mit der Energiewende unser Stromverbrauch von 600 TWh auf 3000 TWh steigen wird und dass man diese Menge in Deutschland mit Wind und Sonne nicht erzeugen kann. Ich bin jedoch nicht der Meinung von Greenpeace, dass man den Stromverbrauch von 3000 TWh einfach auf 1300 TWh reduzieren kann.
    Noch ein Hinweis zu RWE: es wird in der deutschen Presse immer wiederholt (siehe auch Bronskis Einleitung), dass RWE die Energiewende verschlafen habe. RWE wird 2019 der drittgrösste Grünstromproduzent Europas sein und will 2020 60% seiner Einnahmen mit Grünstrom erzielen.

  44. hans sagt:

    Die 1000 Milliarden sind wenn ich mich recht erinnere aus einer Studie vom RWI. Diese Studie ist auch schon einige Jahre alt und auf der Basis der aktuellen Preise der EE kompletter Blödsinn. Vom RWI hat man zu diesem Thema auch schon lange nichts mehr gehört. Da lässt sie wieder jemand im Stich weil die Argumente aus gehen

  45. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    „Ich halte die Diskussion, wie groß der menschliche Teil am Klimawandel ist, für reine Zeitverschwendung.“

    Ich nicht, im Gegenteil, sie führt zum Kernproblem: Wie viele Menschen wird dieser Planet unter den kommenden Bedingungen ernähren können? Und zwar nicht nur wie viele von denen, die dann erst geboren werden, sondern vor allem wie viele von denen, die dann schon da sind. Dürren, Fluten und Stürme werden zunehmen, der Meeresspiegel wird steigen, die Ackerflächen werden abnehmen. Das ist kein utopisches Szenario mehr, das Sie einfach so abtun können, sondern das ist eine sich nähernde Realität. Die Frage ist, wie schnell sie sich nähert. Je nachdem, wie schnell wir es schaffen, klimarelevante Gase zu begrenzen und damit wenigstens noch in der Nähe des Zwei-Grad-Ziels zu bleiben, wird dieses Szenario mehr oder eben auch weniger katastrophal ausfallen. Und deswegen kommt es darauf auf, dass wir den Ausstoß von Treibhausgasen möglichst schnell verringern. Deutschlands Anteil am globalen Ausstoß mag gering sein, aber wenn ein entwickeltes Land wie Deutschland ernst macht mit der Bekämpfung des Klimawandels (und wenn es ihm damit auch noch wirtschaftlich gut geht, was nämlich der Fall sein wird), dann ist das ein politisches Signal an die ganze Welt. Deswegen ist Ihre Haltung, Herr Flessner, zutiefst inhuman. Ihr Bremsertum wird Millionen Menschen töten.

    Was Ihr ewig gleiches Genörgel wegen der Grundlast betrifft: Dafür brauchen wir keine AKWs und auch keinen Kohlestrom. Es hat auch hier niemand behauptet, dass die Energiewende nur mit Erneuerbaren funktionieren wird. Aber jetzt bin ich mal an der Reihe: Darüber brauchen wir nicht zu reden, solange der erklärte Wille zum Ausstieg aus der Kohle nicht umgesetzt ist. Denn dieser Ausstieg wird ja nicht sofort erfolgen, sondern mit Übergangszeiten. Und wenn die Sache erst einmal beschlossen ist, dann wird auch mehr Druck hinter der Grundlastfrage sein. Aber darüber brauchen wir wie gesagt jetzt nicht zu sprechen. Eines nach dem anderen.

  46. hans sagt:

    Zu @ Stefan Briem
    Sie brauchen das Ganze nicht so schwarz zu sehen. Ich habe ja schon öfters geschrieben und auch schon Beispiele angeführt das Solar die Ideale Fluchtursachenbkämfung ist. Vor einigen Tagen habe ich mir mal angesehen wie das eigentlich mit Meerwasserentsalzung funktioniert.Wenn man bei Wikipedia schaut findet man Anlagen die 180 kwh pro m3 brauchen.Wenn man bei Siemens auf die Homepage geht findet man eine Anlage die weniger als 2 kwh pro m3 braucht.Wenn man dann noch weiß welches Potenzial Solar hat geht einem die Wüste aus und damit sollte sich das Thema Hunger auch mit der Energiewende erledigen

  47. hans sagt:

    Saudi Arabien hat dieses Jahr verkündet 200 GW Solar bis 2030 neu bauen zu wollen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt was sie damit wollen? Das ist für die Energieversorgung viel zu viel. Als neue Möglichkeit steht jetzt im Raum das Land in einen Agrarstaat zu verwandeln

  48. @Stefan Briem
    «Dafür brauchen wir keine AKWs und auch keinen Kohlestrom. Es hat auch hier niemand behauptet, dass die Energiewende nur mit Erneuerbaren funktionieren wird.“
    Was wollen Sie denn außer Erneuerbaren noch nutzen? Erdgas? Fusion?
    Ich bezweifele, dass die Energiewende funktioniert. Aber nehmen wir mal an, dass sie funktioniert. Wird damit der Klimawandel aufgehalten. Nein, denn dazu müssten die CO2-Emissionen bis 2040 auf null abgesenkt werden (https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/koennen-wir-die-globale-erwaermung-rechtzeitig-stoppen/) und das ist in allen Energiewendeszenarien, die ich kenne, gar nicht vorgesehen.
    „Denn dieser Ausstieg wird ja nicht sofort erfolgen, sondern mit Übergangszeiten.“ Dann fahren Sie doch mal zum Hambacher Forst und erzählen Sie das den Aktivisten. Die wollen sofort aussteigen.
    Wenn ich Sie richtig verstehe, wollen Sie erst aus der Kohle aussteigen und dann überlegen, wie man Sie ersetzt.
    Seit 20 Jahren wird eine riesige Werbekampagne für die Energiewende gefahren. Fast jeden Tag hört oder liest man etwas über den Klimawandel und die Energiewende. Bereits im Kindergarten werden die Kinder entsprechend geschult. Vorgestern hörte ich auf Phoenix, dass der Mangel an sozialem Wohnungsbau auch mit dem Klimaschutz zu tun habe, heute fragt ein Leserbrief, ob die Renten klimasicher sind. In der ARD heißt es, dass 60% der Journalisten den Grünen nahestehen. Es gibt zwar keine neuen Erkenntnisse, aber die Prognosen für den Klimawandel werden täglich apokalyptischer. Der Strompreis hat sich verdoppelt.
    Was ist in diesen 20 Jahren geschehen? Die Kohleförderung wurde um 62% erhöht, die privaten Haushalte in Deutschland reduzieren ihren Stromverbrauch nicht, isolieren ihre Häuser nicht und kaufen keine E-Autos. Ich glaube, dass es mit den jetzigen Menschen leider nicht funktioniert. Den Vorwurf in diesem Fall ein Pessimist zu sein, akzeptiere ich.

  49. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    „Wird damit der Klimawandel aufgehalten. Nein, denn dazu müssten die CO2-Emissionen bis 2040 auf null abgesenkt werden.“

    Eine weitere beliebte Methode zur Diskreditierung des Klimaschutzes ist das Aufstellen von Maximalzielen. Fürs Erste wäre viel damit gewonnen, wenn der Klimawandel zumindest verlangsamt werden würde. Damit würde man Zeit gewinnen. Ich spreche nicht davon, dass wir derzeit in der Lage sind, ihn zu stoppen.

    Es wundert mich, dass gerade Sie als Ingenieur so wenig Vertrauen in den menschlichen Erfindungsgeist haben, dass Sie sich offenbar nicht vorstellen können, dass die Lösungen, die wir brauchen, ganz einfach noch nicht gefunden sind. Da muss noch viel geschehen. Ich kann es mir noch nicht richtig vorstellen, dass es mit der Kernfusion noch klappt, aber das wäre natürlich das Gelbe vom Ei. Es gibt immer wieder kleine Fortschritte, aber von echter Stromerzeugung im großen Stil ist man weit entfernt. Im letzten Viertel unseres Jahrhunderts soll es so weit sein. Nun, wenn wir es schaffen, bis dahin zu überbrücken, wäre doch schon viel gewonnen. Dabei können Gas-Großkraftwerke helfen, die grundlastfähig sind, aber auch Solarstromimporte aus Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien, wo die Sonne sicherer scheint, und neue großformatige Speichertechnologien. Vielleicht gelingt auch noch der Durchbruch in der Brennstoffzellentechnologie.

    Überall gibt es Vorbehalte und Probleme, vermutlich ist ein Mix aus allem die vorübergehende Lösung. Fest steht jedenfalls, dass die Verbrennung fossiler Kraftstoffe eine Technologie des 19. Jahrhunderts ist. Sie ist unserer hochtechnisierten Welt eigentlich schon lange nicht mehr würdig. Ich halte es also mit hans. Die Energiewende läuft bereits, aber sie braucht noch viel mehr Schwung. Vor allem braucht sie politischen Willen und Pioniergeist. Letzteres ist eigentlich etwas, was deutsche Ingenieure immer ausgezeichnet hat. Aber Ihnen scheint er abzugehen. Sie sind kein Pessimist. Sie verwalten lediglich den Stillstand. Na gut, wenn es Sie glücklich macht …

  50. hans sagt:

    Ich zitiere mal aus der Erinnerung was Franz Alt in seinem letzten Buch geschrieben hat. Die Sonne schickt in einer Stunde 10000 mal soviel Energie auf diesen Planeten wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Bei Wind ist es nicht ganz so viel aber immer noch viel mehr als genug. Das Ganze können wir inzwischen für 2 Cent pro kwh umsetzten. Am Ende der Energiewende wird Energie sparen kein großes Thema sein.
    Noch 2 Bemerkungen zu den 50% Einsparungen von denen Herr Flessner so gerne spricht und als fast unmöglich bezeichnet. Ich habe die Studie nicht gelesen aber die Umstellung beim Verkehr vom Verbrennungsmotor auf Elektro sollte in dem Sektor mehr als 50% bringen. Deshalb hat die Bahn Oberleitungen gebaut.
    Ich habe zu Hause eine Gasheizung die 20000 kwh im Jahr braucht. Mit einer Wärmepumpe würde man das wohl mehr als halbieren können. Für solche Umstellungen braucht es aber Rahmenbedingungen und Übergangszeiten.Die müsste der Staat setzen in dem er die kwh Gas genau so belastet wie die kwh Strom. Ich glaube übrigens nicht mehr das D. noch eine große Rolle bei der Weltenergiewende spielen wird

  51. @Stefan Briem
    „Eine weitere beliebte Methode zur Diskreditierung des Klimaschutzes ist das Aufstellen von Maximalzielen.“
    Diese Forderung kommt nicht von mir, sondern von führenden Klimaforschern, die unter anderem die Bundesregierung und den Papst beraten. Vielleicht haben Sie schon mal was vom PIK in Potsdam gehört. Von daher trifft mich dieser Vorwurf nicht.
    Bis die Kernfusion kommt, hat der Klimawandel längst stattgefunden. Die Anti-Atomkraftbewegung wird Fusionskraftwerke sicherlich in Deutschland auch verhindern. Die Grünen haben ja bereits gefordert, aus der Technik auszusteigen.
    Eigentlich sind wir ja gar nicht weit auseinander. Sie wissen auch noch nicht wie die Energiewende technisch weiter gehen soll. Sie hoffen, dass es irgendwann schon eine Lösung geben wird. Ich wüsste einfach nur gern die Lösung schon etwas früher.
    Ich bin kein Ingenieur.

  52. @Stefan Briem
    Noch etwas, das wir gemein haben: das Vertrauen in den menschlichen Erfindungsgeist.
    Deshalb glaube ich auch, dass der Mensch mit dem Klimawandel fertig wird, vor allem wenn man bedenkt, dass die Veränderungen ja sehr langsam eintreten (Jahrzehnte bis Jahrhunderte).

  53. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    „Deshalb glaube ich auch, dass der Mensch mit dem Klimawandel fertig wird.“

    Noch so ein inhumaner Satz von Ihnen. „Der Mensch“ als Art wird es schaffen, sich anzupassen. Das glaube ich auch. Fertig werden wird er mit dem Klimawandel nicht, sondern der Klimawandel wird über die Veränderung der Rahmenbedingungen, unter denen „der Mensch“ dann lebt, den Menschen verändern. Auf dem Weg dahin werden Millionen oder Milliarden Menschen sterben. Menschen! Plural. Diese Opfer müssten nicht alle sein, wenn wir heute richtig reagieren würden. Sie sind doch auch ein Mensch und wollen leben, oder? Wenn Sie Kinder haben, dann wollen Sie denen doch sicher auch einen Planeten hinterlassen, auf dem man es weiterhin aushalten kann.

    „Diese Forderung kommt nicht von mir, sondern von führenden Klimaforschern…“

    Aber Sie bringen sie hier ein. Sie wollen damit Ihre eigene Position untermauern.

    Die Grünen haben was gegen die Kernfusion, weil das wieder eine großtechnische Lösung ist, während die Grünen auf dezentrale Lösungen setzen und weil sie sehen, dass die Fusionsforschung viel Geld verschlingt. Das sind zwei wichtige Einwände, die ich nachvollziehen kann, aber deswegen würde ich nicht den Ausstieg aus der Forschung befürworten. Dann wäre all das Geld verschleudert, das bisher hineingesteckt worden ist.

    Hans ist ein Fan der Solarwirtschaft. Ich bin ein Fan der Wasserstoffwirtschaft, und ich bin überzeugt davon, dass diese Wirtschaft funktionieren würde, wenn man die Folgen des Klimawandels einpreist. Mit Wasserstoff ließen sich auch grundlastfähige Kraftwerke betreiben. Aber auch dafür müssten die politischen Rahmenbedingungen geändert werden, und daher heißt es weiterhin: Raus aus der Kohle! Solidarität mit den Besetzern des Hambacher Forstes!

  54. @Stefan Briem
    Bevor Sie mich in Ihrem religiösen Eifer noch zum Massenmörder ziehe ich es vor, Ihnen nicht mehr zu antworten.

  55. hans sagt:

    @ Stefan Prime
    Beim Thema Wasserstoff machen sie ein Fass auf das wirklich noch viele Jahre Zeit hat bevor fest steht ob es nötig ist. Wasserstoff gewinnen geht nur mit einem sehr schlechtem Wirkungsgrad. Deshalb muss man in der Endphase der Energiewende sehen ob man das überhaupt benötigt.

  56. hans sagt:

    Sorry Stefan Briem

  57. hans sagt:

    Vor ein paar Wochen war in der FR ein Gespräch mit Herrn Schellnhuber vom Pik Potsdam. Die wichtigste Aussage war in einem Halbsatz versteckt.Er sagte sinngemäß das er es für möglich hält das die große Transformationen (Energiewende)durch die niedrigen Preise der EE auch sehr schnell erfolgen kann.Ich denke das ist nicht nur möglich sondern sehr wahrscheinlich. Die derzeitigen Preise werden Wirkung zeigen wenn ich nur einigermaßen verstanden habe wie Marktwirtschaft funktioniert

  58. @hans
    Mir ist in dem Interview aufgefallen, dass Herr Schellnhuber sich sehr vorsichtig ausdrückt, was die Zukunft betrifft. Er sagt, dass er es für möglich hält, nicht dass es so kommt. Er wurde in Leserbriefen, wenn ich mich richtig erinnere, für seine „lasche Haltung“ dann auch kritisiert.
    Aus dem „Es könnte so kommen“ der Klimaforscher wird im Mund der Aktivisten (und mancher Journalisten) ein „Es wird sicher so kommen“ und das bestimmt die öffentliche Diskussion.

  59. hans sagt:

    Zu @ Henning Flessner
    In den Leserbriefen wurde seine Lasche Aussage zum Klima kritisch gesehen. Über das was ich geschrieben habe wurde soweit ich es mitbekommen habe garnichts gesagt. Das wundert mich aber nicht wirklich. Ich habe ein paar Tage später den Presseclub zu dem Thema gesehen. Man hätte schreiend raus laufen können über die Inkompetenz die sich da gezeigt hat. Können Leute sich nicht ein bisschen vorbereiten wenn sie sich da hin setzen. In D.hat man einen falschen Blick auf die Entwicklung der Energiewende. Sie schreiben diese kostet 1000 Milliarden Euro und gleichzeitig will Saudi Arabien 200 GW Solar bauen weil man damit so billig viel Energie erzeugen kann. Sind größere Gegensätze denkbar?

  60. @hans
    Vor Jahren erzählte ein Journalist im Presseclub, dass wir keine Stromkosten mehr haben, wenn die EEG-Förderung ausgelaufen ist. Niemand widersprach. Sich vor ein Millionenpublikum setzen und keine Ahnung vom Thema haben, diesen Mut muss man erstmal aufbringen. Ich hätte den nicht.
    Die 200 GW sollen 200 Mrd. Dollar(?)kosten. Aber das ist nur eine Absichtserklärung. Das ist meistens nicht viel wert. Mit solchen hätten wir uns das Büro tapezieren können.

  61. hans sagt:

    Warum sollten die 100-120GW die dieses Jahr neu gebaut worden sind anders zu sehen sein?
    Das man bei PV nur Absichtserklärungen macht über diesen Zeitraum ist wohl klar. Im Sommer 2018 sind die Weltmarktpreise für PV Module um 30% gefallen. Die Preise wirken. Davon können sie ausgehen. Gestern konnte man bei SPON lesen das China sein AKW Programm überlegt einzustellen und durch Wind und Solar zu ersetzen.

  62. @hans
    Ich habe den Artikel auch gelesen. Das sind bisher wohl nur Gerüchte.
    Wenn der IPPC Recht hat, dass man den Klimawandel nur mit Erneuerbaren nicht in den Griff kriegt, ist das ja für den Klimaschutz kein gutes Zeichen.
    Zurück zu Deutschland. Es werden immer mehr wetterunabhängige Kraftwerke außer Betrieb genommen. RWE legt z.B. vier Braunkohleblöcke still. 2023 haben wir nach jetziger Planung noch 75 GW. Die Lastspitze liegt bei 81.8 GW. Bei Dunkelflaute reicht es dann nicht mehr. Bisher wollte man den Rest importieren. Jetzt stellt man fest, dass unsere Nachbarn auch ihre Kapazitäten reduzieren oder im Winter selber importieren müssen wie Frankreich und die Schweiz.
    Wer jetzt sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung fordert, weiß nicht, was er sagt.

  63. Stefan Briem sagt:

    @ Flessner

    Ich habe heute leider keine Zeit, sonst würde ich Ihnen kräftig einschenken. Daher in aller Kürze: Alles, was den Betrieb dreckiger Großkraftwerke verkürzt, ist ein Gewinn für die gesamte Menschheit. Zukünftige Generationen eingeschlossen. Das betrifft auch Atomkraftwerke mit ihrer unverantwortlichen Müllproduktion. Darüber hat Deutschland ja zum Glück längst entschieden, und da ist ein Ende in Sicht.

  64. Bronski sagt:

    @ all

    Dies ist keine Debatte über Atomkraft. Darüber ist zum Glück keine Debatte mehr nötig, was Deutschland betrifft. Hier geht es um Braunkohle und den Hambacher Forst. Bitte zurück zum Thema.
    Gruß und ein schönes Wochenende
    Bronski

  65. hans sagt:

    Es ist klar das wir am Ende wieder bei der Dunkelfaute landen und man Braunkohle braucht um damit umgehen zu können. Das ist schlicht falsch. Man benötigt dafür keine Grundlast sondern Regelenergie. BraunkohleKraftwerke sind eher schlecht regelbar. Die Lösung sind Gas und Netze. Dafür gibt die angedachte EU Energieunion Sinn

  66. hans sagt:

    Stand heute ist es eher so das mit dem Anstieg des Anteils der EE an der Stromversorgung die Regelenergie immer weniger gebraucht werden. Pumpspeicherkraftwerke werden nicht gebaut sind nicht ausgelastet oder werden sogar still gelegt

  67. Ob der Strom in wenigen Jahren noch reicht, ist verhältnismässig einfach auszurechnen, da die Kraftwerke bereits da sind und der Verbrauch sich gut vorhersagen lässt.
    Beim Klimaschutz, wo man von viel längeren Zeiträumen redet und fast noch nichts da ist, ist es viel komplizierter.
    Ich sehe zum Klimaschutz heute vereinfacht fünf Positionen:
    1. Die Aktivisten: man muss sofort aus der Kohleverstromung aussteigen, um den Klimawandel aufzuhalten.
    2. Die Grünen Man muss bald aussteigen und man kann den Klimawandel nur mit erneuerbaren Energien aufhalten.
    3. Den Weltklimarat (IPPC): Man kann den Klimawandel nur mit erneuerbaren Energien nicht aufhalten. Man braucht auch Kernkraft und CCS (Carbon Capture & Storage) dazu.
    4. Man kann den Klimawandel nur aufhalten, wenn man das Bevölkerungswachstum in armen Ländern durch billige Energie (Kohle) stoppt.
    5. Man kann den Klimawandel gar nicht aufhalten. Man sollte sich mit den Folgen beschäftigen.
    Welche Position ist jetzt die richtige? Fast jede Position macht Annahmen über das Verhalten der Menschen in der Zukunft und die kennen wir nicht. Also muss jeder für sich entscheiden, was er für das Wahrscheinlichste hält.

  68. Heute erschien in der FR ein Interview mit Frau Dr. Kemfert zum Thema. Auffällig ist, dass das Foto der Dame fast so viel Platz einnimmt, wie der Text des Interviews. Nachdem ich den Text gelesen habe, bin ich der Meinung, dass man das Foto durchaus noch größer hätte machen können. Man hätte nichts vermisst, was man nicht schon vorher gewusst hätte.

  69. Brigitte Ernst sagt:

    @ Henning Flessner, 28.September, 14:27

    Zu Punkt 4: Wie kann man das Bevölkerungswachstum in armen Landern durch billige Energie stoppen?

  70. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Das ihnen das nicht gefällt was Frau Kempfert gesagt hat wundert mich nicht wirklich. Wenn die Frau recht hat können sie ihre Position in die Tonne treten. In der Studie Kombikraftwerk 2 ist das übrigens auch bewiesen worden und im meinem vorletzten Beitrag steht hier weitgehend das selbe. Wenn Frau Kempfert recht hat benötigt man noch nicht einmal die überregionalen Netzte. Wobei mir nicht ganz klar ist warum man ohne Zwang auf die Speicher in Norwegen und die billige Solarenergie in Südeuropa verzichten sollte. Die Dunkelflaute ist ein reales Problem das so alle 2-3 Jahre auftritt. Darauf muss man vorbereitet sein um die Situation händeln zu können.
    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=5&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjRtMLSouDdAhVi-SoKHTEqAhMQjBAwBHoECAAQCw&url=http%3A%2F%2Fwww.kombikraftwerk.de%2Ffileadmin%2FKombikraftwerk_2%2FAbschlussbericht%2FKurzbericht_Kombikraftwerk2_final.pdf&usg=AOvVaw1Y6aYputqimUJRySQvMTzG
    zu @ Brigitte Ernst
    Man geht davon aus das man mit dem Anheben des Lebensstandards das Bevölkerungswachstum bremsen kann und preiswerte Energie ist eine Möglichkeit das zu erreichen. Da hat Herr Flessner recht. Nur Kohlekraftwerke sind dafür völlig ungeeignet weil man dafür ein gut ausgebautes Netz benötigt. Deshalb hat man es auch noch nicht gemacht. Außerdem ist Kohle zu teuer. Da bietet sich eher an was die Stiftung Solarenergie praktiziert.

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiLlI3RpeDdAhULlosKHcJBABUQFjAAegQIAhAC&url=https%3A%2F%2Fstiftung-solarenergie.de%2F&usg=AOvVaw1370huh8uLzkVxqpVzLcCS

  71. Dieser Position liegt folgender Gedankengang zugrunde:
    Wenn man sich Geburtenrate anschaut und mit dem BIP der Länder vergleicht, dann stellt man fest, dass Länder mit einem BIP von weniger als 1500 Dollar eine Geburtenrate von 5 bis 8 haben. Bei einem BIP von mehr als 4000 Dollar liegt die Geburtenrate zwischen 1,2 und 2. Es gibt nur wenige Länder (z.B. Saudi-Arabien), die eine Ausnahme bilden.
    Der erste Schritt zum Wohlstand ist die Elektrifizierung des ganzen Landes ist. Die billigste versorgungssichere Energie ist die Kohle.
    Wenn man also die armen Länder mit Hilfe von Kohlekraftwerken elektrifiziert, und dadurch reicher macht, sollte die Geburtenrate sinken.

  72. @hans
    Ich habe mit Afrikanern gesprochen. Die haben mir sinngemäß gesagt: „Ihr seid mit Kohle und Öl reich geworden und jetzt wollt ihr uns das verbieten. Wenn das, was wir hier (in Frankreich) sehen, das Ergebnis eines Fehlers ist, möchten wir diesen Fehler auch möglichst schnell machen.“ Die verstanden übrigens erheblich mehr von Energieversorgung als die in deutschen Medien präsentierten Energie-Experten.

  73. @hans
    Frau Dr. Kemfert ist Ökonomin. Wenn der Strom ausfällt, rufen Sie dann die Elektrikerin oder den Steuerberater?

  74. hans sagt:

    Die Energiewende ist technisch eigentlich als gelöst anzusehen. Die nötige Regelenergie, Grundlast benötigt man nicht wenn genug Regelenergie vorhanden ist, lässt sich wie im Link zu erkennen über preiswerte Solarenergie auf jeden Fall genügend bereit stellen.

    https://deref-web-02.de/mail/client/3bBbVn9YlpU/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.chemietechnik.de%2Fthyssenkrupp-bringt-grossindustrielle-wasserelektrolyse-auf-den-markt%2F%23

  75. hans sagt:

    zu Henning Flessner
    Günstige Kohle? Ich glaube sie sollten sich wirklich mal auf den neusten Stand bringen. Um wieviel ist Kohle teurer? Das 3 oder 4 fache?
    https://www.greentechmedia.com/articles/read/us-wind-prices-20-megawatt-hour
    Trump wird der erste grüne Präsident der USA

  76. @hans
    In einer Studie habe ich gelesen, dass der Elektrolysebedarf für die deutsche Energiewende bei 80 GW liegt. Für die ganze Welt dürften es dann ca. 4000 GW sein. Thyssen-Krupp (ist hier eigentlich Schleichwerbung erlaubt?) kann 0.6 GW pro Jahr liefern. Das würde dann 6600 Jahre dauern. Natürlich könnte man die Produktion erhöhen, aber ist das realistisch?
    Dies meinte ich, wenn ich geschrieben habe, das beim Nachrechnen immer gigantische Zahlen rauskommen.

  77. hans sagt:

    zu Henning Flessner
    Ich kenne die Produktion von Thyssen-Krupp. An dem was da angegeben ist werden keine hundert Leute arbeiten. Man kann fast sagen das lässt sich beliebig hoch skalieren und wo man den billigen Strom her bekommt den man dafür braucht habe ich ja auch aufgezeigt.
    Wie ich schon geschrieben habe hat man bei der Studie darauf verzichtet überregionale Netze zu nutzen Mit einem Netz ähnlich Desertec würde sich das mit Sicherheit massiv reduzieren lassen.

  78. Stefan Briem sagt:

    Jetzt hätte ich Zeit und wollte eigentlich was schreiben, aber das hat sich erledigt. Wenn einer hier schreibt, dass Kohle die günstigste Energieform ist und dass die Energie-Experten in deutschen Medien samt und sonders nichts von dem verstehen, was sie sagen und schreiben, dann wissen wir ja, wen wir künftig auf keinen Fall mehr zu fragen haben. So einer disqualifiziert sich von allein. Darüber braucht man gar nicht mehr zu diskutieren.

    @ hans

    Ich glaub, der Flessner will einfach nur provozieren. Dem geht’s nicht um eine ernsthafte Debatte. Ich schlage vor, Sie fallen nicht länger auf ihn rein.

  79. @hans
    Sie machen in meinen Augen immer die gleichen Fehler. Sie verwechseln Preise mit Kosten. Manchmal liegen die Preise erstaunlicherweise unter den Kosten. Sie nehmen an, dass der billigste Preis irgendwo auf der Welt immer gleich überall gilt. In der letzten Ausschreibung ist der Windstrom in Deutschland wieder teurer geworden, trotz angeblich permanent fallender Preise.
    Wenn Sie Wind oder Solarstrom mit Kohlestrom vergleichen wollen, dann muss der Strom auch die gleiche Qualität haben. Das heisst, dass der Wind- oder Solarstrom zur Verfügung stehen muss, wenn ich das Licht anmache. Zum Wind- und den Solarstrom müssen Sie also zusätzlich die Kosten für die Speicherung und Elektrizitätserzeugung aus dem Gespeicherten hinzurechnen.
    Sie setzen immer voraus, dass der Wind überall weht und die Sonne scheint. Es gibt aber große Gebiete, in denen fast nie Wind weht, z.B. in den Tropen.

  80. Unter dem Interview mit dem RWE-Vorsitzenden weist die FR heute auf den Umstieg auf Ökostromanbieter hin und verweist auf eine Webseite.
    Schauen wir uns mal die empfohlenen Anbieter an. Die ersten sind die Bürgerwerke. Sie betreiben Anlagen mit 26 MW. Da der Verbrauch in Deutschland bis zu 81800 MW steigen kann, ist das wohl keine Lösung.
    Die zweiten sind Greenpeace Energy. Ihr Strom besteht zu 88% aus Wasserkraft.
    Die dritten sind Naturstrom mit 55% Wasserkraft und 30% EEG-Strom(??).
    Die vierten sind Polarstern mit 100% Wasserkraft.
    Die fünften sind EWS Schönau mit 100% (Wasser und Wind). Wieviel der Windanteil ist, erfährt man nicht.
    Am Ende der Liste ist Lichtblick mit ebenfalls 100% Wasserkraft.
    Die Ökostromanbieter scheinen Wind- und besonders Solarstrom zu hassen wie der Teufel das Weihwasser.
    Wasserkraft macht in Deutschland ca. 3.5% der Stromerzeugung aus. Wie soll das funktionieren, wenn wir jetzt alle Ökostrom wollen und nur so wenig zur Verfügung steht?

  81. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Wissen wie wir beide uns wirklich unterscheiden? Sie schauen immer in die Vergangenheit und ich versuche in die Zukunft zu sehen.
    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=303351&link=https%3A%2F%2Fwww.photovoltaik.eu%2Farticle-840885-30021%2Fagora-weniger-kohlestrom-stabilisiert-strompreise-.html
    Oder wenn sie Greenpeace Energie schon ansprechen. Der Versorger kauft gerade Strom aus Windkraftanlagen die 2020 aus der Förderung fallen.
    Ähnliches macht der Versorger in dem Link den ich einstelle und ist damit so günstig das er Industrieunternehmen beliefern kann.

    https://www.windkraft-journal.de/2018/09/04/wind-ppa-in-deutschland-ermoeglicht-weiterbetrieb-von-sechs-windparks/126913
    Merken sie wirklich nicht das der Umbruch begonnen hat?

  82. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Können sie mir einen Grund sagen warum ein Energieversorger keinen Solarstrom der 2020 aus der Förderung fällt kaufen sollte. Ich denke der Strom wird zwischen 2 und 4 Cent KWh kosten.

  83. hans sagt:

    In Belgien läuft gerade ein Großversuch wie zukunftsfähig es ist die Energieversorgung eines Landes auf 6 jahrzehntealte , störungsanfällige Großkraftwerke zu setzen. Achtung: das ist keine Satire von Postillion
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/belgien-droht-der-strom-blackout,R51cnge

  84. hans sagt:

    Kommen wir auf den Hambacher Forst zurück. Um da die Braunkohle abbauen zu können muss die A4 verlegt werden. Kosten 192 Millionen Euro. Davon zahlt RWE 84,5 Millionen den Rest der Steuerzahler. So viel zum günstigem Kohlestrom

  85. hans sagt:

    Belgien geht unaufhaltsam auf eine Atomdunkelflaute zu und Frankreich schwächelt auch mit ihren Strom produzierenden Schrotthaufen. So wird das nichts mit Herr Flessners gesicherter Leistung. In D. muss im Winter jedes Windrad und jedes Reservekraftwerk auf Volllast laufen um unsere Nachbarn über die Zeit zu bringen. So wird das nichts mit dem Kohleausstieg, aber die EE sind daran sicher nicht schuld.

    French nuclear output drops to 41 GW on three unplanned outages

    1.3 GW Belleville-2 in unplanned shutdown overnight

    0.9 GW Gravelines-6 also taken offline overnight

    0.9 GW Tricastin-2 restart attempt delayed again

  86. @hans
    Unsere westlichen Nachbarn haben wie jeden Winter Stromknappheit. Die Schweiz will künftig im Winter ein Drittel des Stroms importieren. Was sagen unsere Energie-Experten dazu?
    Im Hambacher Forst empfiehlt man alle Kohlekraftwerke sofort abzuschalten.
    Frau Dr. Kempf sagt, dass zusätzliche Stromleitungen überflüssig sind und dass wir keinen Strom mehr exportieren sollten.
    Wenn bei uns Dunkelflaute ist, importieren wir einfach Strom. Es ist schließlich nicht überall gleichzeitig Winter in Europa.
    Herr Briem sagt uns, dass es Milliarden Tote gibt, wenn wir nicht aus der Kohle aussteigen. Was zählen da ein paar frierende Nachbarn? Opfer müssen gebracht werden, wenn wir die Welt retten wollen.

  87. hans sagt:

    Das was in Belgien derzeit ab geht ist schon außergewöhnlich. Da stehen 5 von 6 Atomkraftwerken wegen Störung und das möglicherweise Monate lang.
    Hoffentlich macht man da nichts, aus der Not, zulasten der Sicherheit.
    Was kann man aber daraus auf jeden Fall schließen?
    Versorgungssicherheit wird man auf keinen Fall mit Jahrzehnten alten Anlagen bekommen. Das bedeutet das ein viele 100 Milliarden teurer Neuaufbau der Kraftwerke eh anstehen würde auch ohne Energiewende und deshalb sind die Argumente wie teuer diese Energiewende ist auch nichts anderes als leere Propaganda.

  88. @hans
    „Um da die Braunkohle abbauen zu können muss die A4 verlegt werden. Kosten 192 Millionen Euro. Davon zahlt RWE 84,5 Millionen den Rest der Steuerzahler.“
    Die A4 wird nicht nur verlegt, sondern auch verbreitert. RWE zahlt die Verlegung, die Verbreiterung der Steuerzahler (wurde bereits 2008 so vereinbart).

  89. hans sagt:

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=303418&link=https%3A%2F%2Fwww.iwr.de%2Fnews.php%3Fid%3D35512
    Es ist schon spannend was an der Strombörse derzeit so passiert. In D. ist Spitzenlaststrom fast genau so teuer wie Grundlast. Strom in D.ist deutlich billiger als in der Schweiz und Frankreich.
    Langfristig werden wir wohl folgende Entwicklung sehen. Neue EE Anlagen produzieren deutlich günstiger als diese Börsenpreise aussagen und wirken deshalb preissenkend. Der Trend wird sich noch verstärken wenn die Anlagen die aus der Förderung fallen auf den Markt kommen. Gleichzeitig wird dann entsprechend die EEG Umlage beginnen zu fallen. Frankreich und die Schweiz werden fast ohne EE nicht von den günstigen Preisen profitieren. Deshalb werden die Börsenstrompreise weiter auseinander laufen. Das wird man besonders jetzt im Winter wieder sehen. Sind die derzeitigen Zahlen schon Vorboten dieser Entwicklung?

  90. @hans
    Belgien ist ein gutes Beispiel dafür, wo man hinkommt, wenn man die Zukunft der Energieversorgung Politikern überlässt.
    Auf der Website des grünen Energieexperten O. Krischer (Studium der Biologie ohne Abschluss) findet man die Lösung. Man baut einen zusätzlichen Interkonnektor zu Deutschland.
    Auf deutsch: die Hälfte des belgischen Stroms wird aus Deutschland importiert und wenn wir gleichzeitig nichts exportieren, können wir noch ein paar Kohlekraftwerke abschalten.
    Ich wundere mich, dass Kabarettisten sich dem Thema nicht annehmen. Mit dem was in der Energiepolitik abgeht, kann man mehrere Abende füllen. Aber vermutlich haben die auch nur Theaterwissenschaft oder Germanistik ohne Abschluss studiert.

  91. Interessant ist das Verhalten der GRÜNEN zum Hambacher Forst. Sie wollen dort ihren kleinen Parteitag abhalten. Sie fordern einen Rodungsstop bis zum Bericht der Kohlekommission. Sie fordern aber keinen langfristigen Erhalt des Hambacher Forstes. Er wurde auch in ihrem letzten Wahlprogramm (270 Seiten) ncht erwähnt. Sie hätten also wohl nichts dagegen, wenn im Januar 2019 gerodet wird.

  92. hans sagt:

    Es ist völlig klar das es eine der sinnvollsten Maßnahmen wäre die die EU je beschlossen hat wenn sie die Energieunion mit Leben erfüllen würde. Dazu braucht es Netze vernünftige Regel für eine dann funktionierende Marktwirtschaft und schon ginge es mit der Energiewende europaweit los.

  93. Heute zeigt die FR ein Bild des Kraftwerkes Drax in England, dass vorbildlich (zum Teil) von Kohle auf nachhaltige Holzpelletverbrennung umgestellt hat. CO2 aus der Holzverbrennung zählt nicht als klimaschädliche Emission, weil Bäume wieder nachwachsen und GB kann so seine Emissionsminderungsversprechen einhalten. Wenn RWE auf die Verbrennung der Braunkohle aus dem Hambacher Tagebau verzichtet, kann Deutschland seine CO2-Emissionen reduzieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte man die CO2-Emissionen noch weiter reduzieren, indem den Hambacher Forst abholzt und als Holzpellet nachhaltig verbrennt.
    Die Holzpellets für Drax kommen übrigens aus den USA, wo man dafür großflächig Wälder abholzt.

  94. Anna Hartl sagt:

    Rodung des Hambacher Forstes gestoppt.
    Heute ist ein sehr guter Tag 🌲

  95. @hans
    Es ist eine 1000 MW HGÜ-Leitung zwischen Deutschland und Belgien in Planung. Wenn das Gericht den Braunkohleabbau verhindert wegen einer Fledermaus (die vielleicht soundso bald von der nächsten Windturbine erledigt wird), dann kann man diese Leitung einsparen und der BUND kann sich auf seine Fahnen schreiben, dass er den Weiterbetrieb der belgischen Kernkraftwerke immerhin für einige Jahre gesichert hat.
    Ich bin sicher, das Ganze liefert uns noch viel Unterhaltung.

  96. hans sagt:

    @ Henning Flessner
    Die Leitung wird nicht umsonst sein. Sie muss nur weiter bis Portugal gezogen werden. Ost- Westleitungen verkürzen die Nacht Und am Atlantik gibt es viel Wind.

  97. Der Weltklimarat (IPCC) hat einen neuen Bericht herausgebracht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das 1,5° Ziel erreichbar ist, geht gegen null.
    Auch das Erreichen des 2°-Ziel ist nicht sehr wahrscheinlich. Was die Länder bisher an Reduzierung angeboten haben, reicht bei weitem nicht.
    Der Bericht hat noch zwei unschöne Nachrichten. In allen Szenarien kommt Kernenergie vor, einmal sogar ein Ausbau auf das Fünffache und das es ohne CCS nicht geht. Beides wird ja von den GRÜNEN und den deutschen Medien abgelehnt. Schwierig, weil der IPCC doch normalerweise die Wahrheit verkündet.
    Insgesamt ist das Fazit der FR (Herr Wille) doch eher pessimistisch. «Die Wahrheit ist: Sowohl der Turboumbau der Weltwirtschaft zur Solarökonomie als auch die Erzeugung riesiger «negativer Emissionen» liegt derzeit jenseits der Vorstellungskraft.»
    Die Lösung sieht man in einer Erhöhung des CO2-Preises. Die FR sieht den Menschen erstaunlicherweise als homo oeconomicus. Erhöht man den Preis, so sinkt der Verbrauch. Komischerweise hat das bisher weder beim Strom noch beim Benzin funktioniert. Vielleicht ist der Preis noch nicht hoch genug. Gibt da auch einen Kipppunkt? Für die meisten Menschen in Deutschland sind die Strom- und Benzinkosten kein sehr großer Posten in ihren Ausgaben. Das Problem soll also gelöst werden, indem die ärmeren die Kohlen aus dem Feuer holen.

  98. Es heißt, dass im Hambacher Forst wieder gesägt und gehämmert wird. Da Fledermäuse Lärm nicht mögen, löst sich das Problem mit den Fledermäusen vielleicht von alleine oder greift der BUND zum Schutz der Fledermäuse ein?

  99. hans sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/erneuerbare-energien-immer-wichtiger-beim-weltweiten-verbrauch-a-1232109.html
    Die IEA ist eigentlich eine Lobbyorganisation von Atom, Öl und Kohle die versucht schon seit Jahrzehnten die EE klein zu reden. Inzwischen können sie aber das Kommende nicht mehr ignorieren.

  100. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Ich gebe ihnen ja recht das wegen dem Klimawandel es zu keiner Energiewende kommen wird. Die Energiewende wird kommen weil sie billiger ist als es nicht zu machen. Ob das schnell genug geht um den Klimawandel zu verhindern ist eine offene Frage.

  101. BvG sagt:

    Technischer Hinweis:

    Kontrolliertes Abholzen und Wiederaufforsten der Wälder, Einlagerung in abgeräumte Braunkohle- und Steinkohlelagerstätten ist die Lösung.

    Man sollte der Natur folgen.

    Es fehlt eine Unterscheidung von produktiven und erhaltenden Wäldern.

    Produktive Wälder sind stoffumschlagende Produktionsflächen, erhaltende Wälder sind naturbelassene Regenerationsflächen.

    Die Lösung ist nicht, Kohle oder sonstige fossile Energieträger zu vermeiden, die Lösung ist, solche massenhaft über den Verbrauch hinaus zu produzieren.

  102. Anna Hartl sagt:

    @Henning Flessner
    Lieber gehämmert als gar kein Wald und die Grube, die beim Gewinnen der Kohle entsteht, ist sinnbildlich für die Grube, dir wir den nachfolgenden Generationen graben. Von dem Dreck, der aus der gewonnenen Kohle in die Umwelt entlassen wird, ganz zu schweigen.

  103. @hans
    Da mögen Sie ja recht haben, aber dann reden wir von verschiedenen Energiewenden. Ich meinte, die von Klimaschützern geforderte mit keinen CO2-Emission ab 2040 oder 2050.

  104. Unser Haus liegt 4m über dem Meeresspiegel. In den letzten beiden Jahren sind die Immobilienpreise um 10% gestiegen. Jetzt versucht man uns in Panik zu versetzen. Alles unter 5 m sei überschwemmungsgefährdet. Die FR beteiligt sich an der Kampagne heute mit einer Karikatur.
    Man mache sich keine Sorgen um uns. Für die nächsten 200 Jahre besteht kein Grund zur Sorge, dass wir kommen. Wenn die Landratten im Süden zusammenrücken müssen, weil die Fischköpfe kommen, sagen wir 30 Jahre vorher Bescheid. Es gilt auch weiterhin: «Gott schuf das Meer, der Friese die Küste.»

  105. Eine gerade erschienene Arbeit der Harvard University (https://keith.seas.harvard.edu/files/tkg/files/climatic_impacts_of_wind_power.pdf ) behauptet, dass Windturbinen zu einer Temperaturerhöhung führen und man dies auch schon gemessen hat. Wenn man die konventionelle Stromproduktion durch Windturbinen ersetzt, reduziert sich der Temperaturanstieg zwar durch die verringerten Emissionen, aber dies wird wieder durch die Windturbinen zunichte gemacht. Kohle- und Gaskraftwerke durch Windturbinen zu ersetzen, hat also für den Klimawandel keinen großen Effekt.
    Das ist das schöne an der Forschung: manchmal kommt genau das Gegenteil raus, von dem was man haben wollte.

  106. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Das Geld für die Forschung hätte man sich sparen können. Mit neuen Windrädern kann man deutlich billiger Strom produzieren als mit Atom Kohle oder Öl. Das reicht als Begründung umzusteuern.

  107. hans sagt:

    Wenn man schon forschen will dann sollte man so etwas machen. https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=303578&link=https%3A%2F%2Fwww.iwr.de%2Fnews.php%3Fid%3D35521
    Das benötigt man in ca 20 Jahren für die letzten % der Energiewende. Bis dahin reicht das völlig aus als Speicher
    https://www.iwr.de/ticker/waermespeicher-neue-riesen-thermoskanne-in-halle-an-der-saale-in-betrieb-artikel908

  108. Manfred Wetzel, sagt:

    Das OVG Münster hat die Rodung des restlichen Hambacher Waldes bis auf weiteres ge-stoppt und gleich zweiTage später erklärt der Welt-Klima-Rat: Es ist spät, sehr spät, aber ge-rade noch nicht zu spät.
    Der RWE-Vorstandsvorsitzende Schmitz, im Interview mit der FR um Argumentativität bemüht, erklärt wenige Tage vor dem OVG-Urteil, „was sollen die paar Bäume im Hambacher Wald angesichts der ca. 9 Millionen Bäumen allein in NRW“. Offenbar kennt er nicht das berühmte nicht nur Gleichnis, sondern auch Ereignis von den Winzern eines Weinbaudorfes, die ihrem Pastor zu einem runden Geburtstag ein Faß Wein derart spendieren wollten, daß jeder einen Liter seines besten in das Faß schüttet. Doch – wie bekannt: Als das Faß geöffnet wurde, kam heraus nur „des reinsten Wassers“, denn jeder Weinbauer dachte, wenn ich statt Wein Wasser hineinkippe, merkt es keiner und der Pastor sowieso nicht. Und also will auch Schmitz abholzen lassen, so, als täte es kein anderer auf der Welt. Und also verkennt er völlig, daß nur ein globaler Bewußtseinswandel unseren Planeten vor dem Schlimmsten bewahren kann und dafür jeder einzelne Wald, jeder einzelne Baum zählt – so wie jeder einzelne Liter Wein in des Pastors Geburtstagsfaß zählte. Dafür aber ist der Hambacher Wald längst zum Symbol geworden.
    Kurz nach dem OVG-Urteil aber läßt Schmitz die Hosen runter: Ein Gewinn im niedrigen dreistelligen Millionenbereich geht der RWE dadurch verloren – soviel ist der Hambacher Wald also ökonomisch gesehen Wert. Nach dem ökologisch-ökonomischen Ein-mal-eins hätte die RWE für die Abholzung eben diesen Betrag zu zahlen – die Gewinnerwartung würde dann auf Null schrumpfen und jedes Interesse an der Abholzung wäre passé.
    Doch während der RWE-Vorstandsvorsitzende einräumt, daß die Braunkohle-Verstromung und also der Braunkohle-Abbau nicht unbegrenzt weitergeht, sehen das die „Kollegen“ von der IG BCE – und nicht nur im RWE-Betriebsrat – ganz anders: Sie wollen die unbegrenzte Braunkohle-Verstromung und also den unbegrenzten Braunkohle-Abbau – ja, dann wohl, „so-lange der Vorrat reicht“ oder jedenfalls solange, bis die Meeresspiegel infolge der Klima-Erwärmung soweit ansteigen, daß den Braunkole-abbauenden „Kollegen“ das Wasser nicht nur mehr bis zum, sondern über dem Hals steht.
    Die Schwarz-Gelbe Landesregierung in NRW aber sieht zu, ihr Innenminister, der jüngst erst mit der Forderung hervorgetreten ist, bei der Abschiebung von Ausländern müsse das „Rechtsempfinden der Bevölkerung“ bedacht werden – das erinnert fatal an das „gesunde Volksempfinden“ (Hitler) -, weiß nichts besseres zu tun als die Waldbesetzer zu kriminalisie-ren – so wie das auch die „Kollegen“ von der IG BCE tun. Und die SPD? Ja – sie schweigt, natürlich aus Angst, die sie (noch) wählenden „Kollegen“ zu verlieren. Aber so kann sie nicht weitermachen, denn, wie weiterdenkende Sozialdemokraten klar erkennen: Die SPD muß wieder zu einer klaren Werte-Partei werden und diese Werte können jedenfalls nicht mehr nur die sein wie von Kaiser Wilhelms Zeiten bis weit ins 20. Jh. Ohne Wenn und Aber müssen die ökologischen Grundpositionen hinzukommen: vom Verkehr und von der Landwirtschaft, den beiden seit eh und je großen blinden Flecken der SPD, bis hin zur Energie.

  109. Heute schreibt die FR auf Seite 28, dass zum Aufhalten des Klimawandels wohl nur die Wahl zwischen CCS und Geoengineering besteht und bezieht sich damit auf den letzten Bericht des IPCC.
    Wer so etwas äußert, wird in Deutschland normalerweise als Klimaskeptiker bezeichnet.
    So etwas abzudrucken: chapeau!