Facebook und das Überleben

Eigentlich ist dies eine wunderbare Idee: eine Webseite, die Menschen vernetzt und damit zusammenbringt, eine Webseite, über die man leicht Kontakte pflegen kann, die einen zum Beispiel an Geburtstage erinnert und auf der man andere Webseiten verlinken und auf diese Weise beispielsweise auf Medienartikel aufmerksam machen kann, die man gerade gelesen und hat und die einen beeindruckt haben. Eine Webseite, auf der man erfährt, was die Freunde so treiben und was sie umtreibt, auf der man sich zu Gruppen von Menschen mit ähnlichen Interessen zusammentun kann so wie ich mit meinen Frankreich-Freunden oder mit den Leuten, die an meinem Online-Krimi-Gewinnspiel teilnehmen wollen, auf der ich meine Frankreich-Blicke-Serie promoten und für meine Romane und eBooks werben kann. Ja, das wäre eine wirklich wunderbare Idee, wenn da nicht die Sache mit dem Datensammeln wäre, die Sache mit der Intransparenz hinsichtlich der Mechanismen, die auswählen, wer was zu sehen bekommt, und jetzt auch noch die Sache mit der möglichen Manipulation der US-Präsidentschaftswahl.

Es ist wirklich erstaunlich, was die Menschen Facebook anvertrauen. Hier der Krankenhausaufenthalt mit detailliertem, teils sogar intimem Bericht über die Dialyse – kann ja nur der Freundeskreis sehen, nicht wahr? Dort die Trauer über den Tod des Vaters, der lange gelitten hat, eigentlich ist es ja ein Glück, dass er nun erlöst ist, aber man vermisst ihn so sehr. Ähnliches liest man über Lebensbegleiter auf vier Beinen. Man erfährt: Dieser wurde angefahren und konnte nur per Not-OP gerettet werden, die leider ziemlich ins Geld ging, jener hat den Postboten so verbellt, dass man ganz furchtbar lachen musste ob des Klischees, und dann gibt es da noch die süßen Kätzchen, die wirklich süß sind, das lässt sich überhaupt nicht bezweifeln. Menschen berichten über Abschlussprüfungen, Trennungen von Lebenspartnern oder ihre neue Haarfarbe und scheinen dabei nicht einen Moment daran zu denken, dass sie damit nicht nur ihrem Freundeskreis etwas über sich erzählen, sondern auch:

Facebook.

Was macht Facebook mit diesen Daten? Als erstes, noch recht simpel, nutzt es sie, um Anzeigen in Deinem Blickfeld zu platzieren. Das kann man vielleicht noch hinnehmen, auch wenn man nicht versteht, wie das funktioniert; aber Google, Amazon und andere. machen das genauso: Da gibst Du ein Wort in die Suchmaske ein, und schon kommt eine Reihe von Vorschlägen, welche Suchbegriffkombi Du vielleicht meinen könntest. Aber so ganz vertrauensvoll kannst Du Facebook eigentlich nicht mehr begegnen, wenn Du ahnst, dass Deine Daten im Hintergrund irgendwie ausgewertet werden. Und Vertrauen ist das Kapital, von dem Facebook, ein milliardenschwerer Konzern, eigentlich lebt, denn nur wenn die Menschen ihm vertrauen, werden sie auf Facebook-Seiten ihre privaten Geschichten erzählen.

Nun kam aber die Sache mit dem US-Wahlkampf hinzu, und es steht der Verdacht im Raum, dass die Wahl mit Hilfe der undurchsichtigen Facebook-Mechanismen manipuliert worden sein könnte. Eine App hat Daten abgegriffen und illegal an die Analyse-Firma „Cambridge Analytica“ weitergegeben, und was die damit gemacht hat, lesen Sie besser in diesem FR-Bericht direkt nach. Es waren wohl vorwiegend Menschen aus den USA betroffen. Dort mag die Facebook-Nutzung um eine weitere Größenordnung unbekümmerter geschehen als hierzulande. Aber auch in Deutschland ist Facebook mittlerweile eine Größe unter den Medien: „Facebooks zunehmende Bedeutung als Nachrichtenkanal wurde für das Jahr 2015 durch das Reuters Institute der Universität Oxford belegt. Demnach bezogen 23 % von 1969 deutschlandweit Befragten aller Altersgruppen ihre Nachrichten von Facebook. In den USA lag der entsprechende Wert bei 41 % von 23.557 Befragten“, ist bei Wikipedia zu lesen.

Das Problem ist vielleicht gar nicht mal Facebook selbst. Oder die Naivität, mit der Viele es nutzen. Wie gesagt: Eigentlich ist Facebook eine wunderbare Idee. Das Problem ist vielleicht eher, dass diese schönen Ideen, die den Beginn des Aufbruchs ins Internetzeitalter begleitet haben, letztlich Profit abwerfen sollen bzw. müssen. Es geht ja nicht, dass etwas einfach nur gut und schön und auch nützlich ist. Der „Schatz“ der Big Data will gehoben werden. Da ist Musike drin. Money makes the world go around.

Aber so geht es nicht weiter, und das scheint sogar Facebook-Gründer Marc Zuckerberg jetzt begriffen zu haben. Facebook bekommt Druck von allen Seiten, von US-Ermittelern, der EU-Kommission, der deutschen Justizministerin. Natürlich gelobt der Konzern Besserung. Zuckerberg sagt, Facebook wolle „dienen“. Doch wem? Das ist wohl die Frage, die ganz grundsätzlich geklärt werden muss. Denn Facebook, Twitter und andere sind längst Grundversorger. Vielleicht ist der Zwiespalt, in dem sie sich bewegen, nicht auflösbar. DAnn werden andere kommen und ihren Platz einnehmen. Sie werden hoffentlich auf UserInnen treffen, die wissen, dass sich die Frage, wer wie mit ihren Daten umgeht, in erster Linie an sie richtet, denn sie sind die, die diese Daten preisgeben.

Balken 4Leserbriefe

Axel Stolzenwaldt aus Königstein:

„Warum eigentlich diese Aufregung? Man stelle sich ein großes Lagerhaus vor, in dem Menschen ihre privaten Sachen einlagern: Liebesbriefe, Fotos, Filme der ersten Freundin, Wutschreiben gegen Ämter. Der Besitzer dieses Lagerhauses sichert zu, dass alles privat bleibe. Nur: Er hat ein großes Tor in dem Lagerhaus und jedermann kann gegen eine mehr oder weniger geringe Gebühr durch das Tor gehen und sich alle Sachen in dem Lagerhaus anschauen und nach Belieben auch Kopien der dort befindlichen Dinge machen.
Welcher Mensch mit einigermaßen Verstand würde eigentlich seine persönlichen Sachen in so einem Lagerhaus ablegen? Wäre man eigentlich erstaunt, wenn etwas abhanden kommt? Und wenn etwas kopiert wird, kann der Lagerhausbesitzer eigentlich sagen, er sei bestohlen worden? Ist nicht eigentlich die Person, deren Sachen missbräuchlich verwendet wurden, bestohlen worden?
Seltsam. Ich habe keinen Facebook-Account und lebe immer noch. Aber müssen die öffentliche Institutionen wie der Hessische Rundfunk oder die Landesregierung einen Facebook-Account haben? Brauchen die das zum Überleben?“

Klaus Philipp Mertens aus Frankfurt:

„Es hat mich nicht überrascht, dass Facebook personenbezogene Daten an das Marktforschungsunternehmen Cambridge Analytica verkaufte und sich dabei auch über die Verwendung klar gewesen ist. So etwas praktiziert das asoziale Netzwerk ständig, es ist sein Geschäftsmodell und damit hat es einen riesigen wirtschaftlichen Erfolg.
Ob die Abnehmer der Daten Konsumartikelproduzenten, Banken, Versicherungen oder politische Parteien sind, ist dabei unerheblich. Facebook stellt seinen Nutzern ein Glashaus im Internet zur Verfügung, in welchem persönliche Eitelkeiten, politische und religiösen Überzeugungen und sonstige Vorlieben ausgestellt werden können. Die Exhibitionisten bleiben nicht unerkannt, selbst dann, falls sie ihre Identität zu verschleiern versuchen.
Hat von den Usern wirklich einer geglaubt, dass diese Internetplattform eine soziale Einrichtung wäre, die auf eigene Kosten den Durchschnittsmenschen bekannt machen wollte? Facebook ist nicht sozial, auch wenn es sich so nennt und die meisten Medien die Tarnbezeichnung „soziales Netzwerk“ munter verbreiten.
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat vor dem Hintergrund des Skandals Schwächen eingestanden und Besserung gelobt. Hinter dieser Absicht verbirgt sich der feste Entschluss, den Datenmissbrauch künftig auf eine Weise zu vollziehen, dass er den Nutzern nicht mehr auffallen wird. Denn das Geschäftsmodell lässt sich nur ändern, wenn Kosten und Rendite statt von den Datenkäufern von den Datenlieferanten aufgebracht würden. Dazu werden letztere nicht bereit sein und mutmaßlich würde die Mehrheit sich das auch finanziell gar nicht leisten können.
Die von der Europäischen Union und der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen werden mutmaßlich ins Leere laufen. Denn die Lobbyisten, welche die Institutionen unterwandert haben, werden einen Systemwechsel nicht zulassen.
So bleibt mir nichts anderes übrig als an die Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu appellieren: Bitte beenden Sie unverzüglich die Präsenz ihrer Sender auf Facebook ohne Wenn und Aber! Ein solches Warnsignal würde in der Bevölkerung verstanden.“

Werner Fröhlich aus Altenstadt:

„Der Marktplatz ist seit jeher ein Ort für soziale Begegnungen. Kürzlich träumte ich: Jemand stellt sich splitternackt auf den Marktplatz. Im Nu sammeln sich ringsherum eine Menge Schaulustige. Der Exhibitionist ist empört und ruft einen Polizisten herbei. „Warum gibt es hier keine Schutzwand um mich herum, die meine Privatsphäre schützt?“ fragt er vorwurfsvoll. Der Schutzmann versucht vergeblich, die Gaffer wegzuschicken. Sie finden es toll, und nach und nach reißt sich einer nach dem anderen die Klamotten vom Leib, bis sie alle nackt auf dem Marktplatz stehen. Als nun einer ruft: Schützt unsere Privatsphäre, wachte ich völlig verstört auf. Was für ein perverser Traum! Künftig schreibe ich das Wort „ferrückt“ mit einem kleinen f auf blauem Grund.“

Hermann Roth aus Frankfurt:

Ist es wirklich so überraschend, dass ein Konzern wie Facebook, der seine Gewinne mit der Generierung und dem Handel von Nutzerdaten macht, keine Skrupel kennt, diese Marktmacht für die Profitmaximierung zu nutzen? Solange der Prozess der Digitalisierung von den allermeisten politischen Akteuren nur unter wirtschaftlichen Interessen ohne eine kritische gesellschaftliche Diskussion und ohne Konzepte der Regulierung begleitet wird, muss es zwangsläufig zu einer Gefährdung der demokratischen Willensbildung in unseren „marktkonformen“ Demokratien kommen. Wer eine bestenfalls naive Vertreterin der unkritischen Digitalisierungsmanie zur Staatsministerin für Digitales ernennt, zeigt seine Geringschätzung für Datenschutz, Verbraucherschutz und für einen kritischen Diskurs über die Notwendigkeit der Regulierung und Begrenzung digitaler Entwicklungen. Dorothee Bär, für die Datenschutz „wie aus dem 18.Jahrhundert“ ist und die sich „eine smarte Datenkultur für Unternehmen“ wünscht, ist die ideale Erfüllungsgehilfin von Facebook, Apple, Google und Co. Wer jetzt nicht wahrhaben will, dass diese Internetkonzerne mit ihren Geschäftsmodellen und ihrer Marktmacht unsere Demokratie bedrohen, hat bereits durch die „Aufmerksamkeitsökonomie“ seine Fähigkeit, zu erinnern, selbstständig zu denken und Entscheidungen für sich selbst zu treffen, weitgehend eingebüßt. Die flächendeckende Ausstattung von Schulen mit Tablets ist nur zu verantworten, wenn es gleichzeitig mehr gut ausgebildete Pädagogen gibt, die in der Lage sind, Tablets und Notebooks als technische Werkzeuge zu begreifen, deren Einsatz im Schulalltag wiederum auf sinnvolle Nutzungen einzuschränken und den kritischen Umgang mit diesen Medien als Beitrag zu einer umfassenden Demokratiebildung zu leisten. Dringendste Aufgabe unserer „kleinen GroKo“ ist aber nicht die Digitalisierung der Schulen und auch nicht die Förderung der Entwicklung von Flugtaxis, sondern die gesetzliche Regulierung der Aktivitäten von Firmen wie Facebook, Google, Apple, Twitter und Amazon. Ich stimme Daniel Baumann ausdrücklich zu, wenn er sagt, dass die Bundesregierung an diesen Skandalen mitschuldig ist, solange sie nur zuschaut.“

45 Kommentare

  1. Ralf Rath sagt:

    Bedenkt man, dass digitale Plattformen wie nicht zuletzt Facebook buchstäblich ins Blaue hinein programmiert werden; ohne jede Rücksicht darauf, welche gesellschaftlichen Voraussetzungen unter allen Umständen zu erfüllen sind, nimmt es nicht wunder, wenn die Grundfesten eines modernen Gemeinwesens dadurch mittlerweile äußerst massive Erschütterungen erfahren. In den späten 1990er Jahren lag hiesig der Befund weit in die Tiefe reichender Verwerfungen bereits vor, längst bevor etwa Facebook an den Start ging. Am Beispiel so genannter „Full Service Networks“ untersuchte das Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig, das Institut für Medienwissenschaft und Film der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen an der Georg-August-Universität multidisziplinär im Auftrag des Landes Niedersachsen die Gegebenheiten vor allem im Hinblick auf die damalige Weltausstellung „Expo 2000“. Dass Facebook aus den seinerzeit gewonnenen Erkenntnissen offenkundig keine Lehren zog, spricht somit nicht für deren Seriosität. Sich dennoch dazu anzuschicken, besserem Wissen frontal zuwider an den globalen Märkten tätig zu sein, mündet zwangsläufig in ein heilloses Desaster ein. Man darf angesichts dessen gespannt sein, womit Herr Zuckerberg als faktischer Alleininhaber von Facebook sein Handeln anlässlich seiner Anhörung vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika begründet. Zu befürchten ist indes, dass ihm bis heute nicht bewusst ist, was für ein folgenschwerer Fehler es ist, den Zentralbegriff zur Eigenlogik alles Sozialen gleichsam über Bord zu werfen und stattdessen der kalifornischen Ideologie den Vorzug zu geben.

  2. Ralf Rath sagt:

    Aktualisierung meines um 13:01 Uhr geposteten Kommentars: Laut Max Horkheimer sollte der „Name der Ideologie … dem seiner Abhängigkeit nicht bewussten, geschichtlich aber bereits durchschaubaren Wissen, dem vor der fortgeschrittensten Erkenntnis bereits zum Schein herabgesunkenen bloßen Meinen, im Gegensatz zur Wahrheit, vorbehalten werden“ (zit. n. Lenk, K., 2009: 119). Vor allem die Havard University, die Herrn Zuckerberg vergangenes Jahr die Ehrendoktorwürde andiente, steckt seitdem ziemlich in der Bredouille, weil der Angehörigen der Ivy League sämtliche Argumente versagen. Angesichts des Gebarens des von ihr mit akademischen Weihen bedachten Kandidaten führt sie selbst jedwede wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Natur des Menschen ad absurdum. Sollte die Harvard University keine Überlegungen anstellen, Herrn Zuckerberg zumindest im Anschluss der Anhörung vor der Kongress in Washington die Ehrendoktorwürde wieder abzuerkennen, spottet sie im Besonderen der Frankfurter Schule und ihren Vertretern noch posthum.

  3. Klaus Philipp Mertens sagt:

    Eigentlich könnte es einem gleichgültig sein, wenn der Nachbar/die Nachbarin wegen seines/ihres Facebook-Accounts und dessen intensiver Nutzung von Dritten in die Kategorien „Spießer“, „Sexmaniak“ oder „Markenfetischist“ eingeordnet wird und seine/ihre Kennziffern an kommerzielle Interessenten veräußert werden. Aber im Zeitalter der konsequenten und unbeschränkten Datenerhebung bzw. -ausspähung lebt man selten auf einer Insel. Das alte Sprichwort „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist“ gewinnt eine neue Bedeutung. Auch dann, wenn man den persönlichen Umgang bzw. die Nachbarschaft gar nicht beeinflussen kann. Denn sollte man sich in einer Wohngegend befinden, in der eine größere Anzahl „anrüchiger“ bis „delikater“ Facebook-Profile anzutreffen ist, wird offensichtlich auch die Anwohnerschaft über den selben Kamm geschoren. Dort scheint sich das, was man früher vom so genannten Scoring kannte, auf neuer Ebene fortzusetzen.

    Bevor Google und Facebook personenbezogene Daten einsammelten, nutzten vor allem Versandhändlern, Banken und Versicherungen solche Scoring-Daten von Marktforschungsunternehmen, die zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit heranzogen wurden. Gar nicht selten hatten diese mit der zu beurteilenden Person wenig, mit deren Umfeld hingegen sehr viel zu tun. Eine „gute“ Wohngegend steigerte die Bonitäts-Einschätzung. Hingegen führte eine Straße, wo auch Sozialhilfebezieher oder Kunden mit größeren finanziellen Verpflichtungen lebten oder die sehr lang war (Hausnummern jenseits von 100), zu Abwertungen.

    Ich persönlich erhielt vor vier Jahren das Angebot eines irischen (!) Adressen-Verlags, der das Google-Signet als Reverenz auf seinem Briefkopf führte. Der hatte aus den Beobachtungen, dass ich mich regelmäßig mit Leserbriefen, u.a. in der FR, zu Wort melde, außerdem Vorsitzender eines Kulturvereins bin, der häufig Veranstaltungen zu literarischen Themen mit politischen Bezügen im Programm hat und darüber hinaus (damals jedenfalls noch) als Geschäftsführer eines Verlagsunternehmens tätig war, das auch „linke“ Themen favorisierte, geschlossen, dass ich ein Interesse daran besitzen müsste, die E-Mail-Adressen von Mitgliedern der SPD in Frankfurt, Hessen sowie in angrenzenden Bundesländern für Werbezwecke kaufen zu wollen. Den Brief habe ich mit einem kurzen Kommentar an die Geschäftsstelle der Frankfurter SPD weitergeleitet – und von dort nie eine Rückmeldung bekommen.

    An letzteres musste ich wieder denken, als sich vor ziemlich genau einem Jahr der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas mit Facebook-Vertretern getroffen und dabei die strikte Einhaltung des Datenschutzes eingefordert hatte. Die Sache ging aus wie das berühmte Hornberger Schießen.

    Auch ein anderer Punkt in der Datenschutz- bzw. Facebook-Diskussion bereitet mir Sorgen. Denn ich frage mich, warum ausgerechnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk diesen Datenkraken nutzt.

    Schließlich weiß die Fachwelt seit mindestens drei Jahren, dass Facebook auch Daten von Internetnutzern sammelt, die gar keinen Facebook-Account besitzen, sondern z.B. über die Links von Sendeanstalten dort landen. Ende März 2015 berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“ über eine entsprechende Studie der Universität Leuven in Belgien.
    In dem 67-seitigen Papier kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass jeder Internetnutzer, der auch nur annähernd mit Facebook in Berührung kommt, zu Werbezwecken ausgeleuchtet wird. Sobald ein Nutzer beispielsweise eine öffentliche Facebook-Seite anklickt, hinterlegt Facebook einen entsprechenden Cookie im Browser. Wird anschließend eine der circa 13 Millionen mit Social-Plugins wie der „Gefällt mir“-Box oder dem „Facebook“-Login bestückten Websites besucht, erkennt Facebook das und archiviert die gesammelten Nutzerdaten, um daraus Profile zu erstellen. „Es gibt nichts, was die Tracking-Praktiken von Facebook bei solchen Nutzern in irgendeiner Weise legitimiert“, so einer der Autoren.

    Und ich füge hinzu: Es gibt weder eine juristische noch eine fachliche Rechtfertigung dafür, dass ARD und ZDF ihre erweiterten redaktionellen Angebote bei Facebook platzieren. Wenn jemand in der Lage wäre, eine gesicherte Internetkommunikation auf die Beine zu stellen, dann vor allem die Öffentlich-rechtlichen mit ihrer umfassenden und modernen Technik. Doch unter dem vermeintlichen Druck der Einschaltquoten verstößt man bewusst gegen die Vorgaben der Staatsverträge und vergießt angesichts des aktuellen Facebook-Skandals sogar Krokodilstränen.

  4. Bronski sagt:

    @ Klaus Philipp Mertens

    „Es gibt weder eine juristische noch eine fachliche Rechtfertigung dafür, dass ARD und ZDF ihre erweiterten redaktionellen Angebote bei Facebook platzieren.“

    Es gibt sehr wohl eine fachliche Erklärung dafür: die Reichweite. Grundsätzlich ist es via FB möglich, sehr viele Menschen zu erreichen. Es muss nur jemand anfangen, einen redaktionellen Beitrag zu teilen, dann kann auch ein Plusminus- oder Panoramabeitrag oder Beiträge anderer Polit-Magazine, die tendenziell eher ein überschaubares Publikum haben, per Lawineneffekt ganz groß rauskommen. Gerade im Verbreiten von Nachrichten liegt eine der großen Stärken von Facebook. Das nutzen natürlich auch die Rechten. Und wie das in der gegenwärtigen Strukturkrise der Medienlandschaft so ist, kommt es auf die Reichweite an, also darauf, sich einen Ruf zu verschaffen, eine Community aufzubauen. Manche würden vielleicht abfällig vom „Schielen auf die Quote“ sprechen – Sie sprechen vom „vermeintlichen Druck der Einschaltquoten“ -, aber das ist nun mal das Geschäft der Medien. An Facebook kommen die Medien derzeit nicht vorbei.

    Es gibt keine gesicherte Internetkommunikation. Das ist technisch ausgeschlossen. Selbst wenn Sie Hightech-Verschlüsselungssoftware benutzen würden, um die Kommunikation mit einer dann vermutlich eher kleinen Community abzusichern, können Sie gewiss sein, dass der Code in Kürze gehackt werden kann. Jede technische Weiterentwicklung zieht Reaktionen nach sich. Bei jedem Schritt, den Sie im Internet machen, entstehen Daten, die irgendwo gespeichert werden und die abgegriffen werden können. Dessen muss man sich ganz einfach bewusst sein, wenn man im Netz unterwegs ist. Der beste Datenschutz besteht darin, immer darauf zu achten, was man von sich preisgibt. Das heißt: So wie man Kindern eine Verkehrserziehung angedeihen lässt, so brauchen sie auch möglichst früh eine Netzerziehung. Das ist einer der Gründe dafür, warum wir mit der Digitalisierung endlich vorankommen müssen.

    Über den Datenschutz hinaus, den viele Menschen ganz einfach nicht verinnerlicht haben, wenn Sie auf FB Persönliches posten, stellt sich aber die Frage nach der kriminellen Energie, die ja wohl im Fall von Cambridge Analytics eine große Rolle gespielt hat. Dass Daten in großen Mengen anfallen, wird sich auch künftig wohl nicht verhindern lassen. Da braucht sich niemand was vorzumachen. Die Daten entstehen, ob man will oder nicht. Selbst wenn Sie sich nicht im Netz bewegen, produzieren Sie unentwegt Daten, die irgendwo aufgezeichnet werden, z.B. per Videoüberwachung, Kreditkarteneinsatz, Bonuspunkte sammeln oder was auch immer. Und diese Daten sind letztlich immer auch über das Netz zugänglich, weil sie in der Regel auf Rechnern mit Netzzugang gespeichert werden. Die Frage ist, wie mit diesen Daten umgegangen wird, und da muss Einiges geschehen, wie der Facebook-Skandal zeigt. Facebook, Google und Twitter sind gewissermaßen Grundversorger, da sie Quasi-Monopolisten sind. Das heißt, dass sie nicht einfach nur Konzerne sind, die Profit erwirtschaften sollen, sondern dass sie darüber hinaus eine Verantwortung haben.

    Marc Zuckerberg sprach viel davon, dass Facebook den Menschen dienen solle. Ich bin kein Facebook-Fan, aber ich nutze es praktisch täglich und weiß die Möglichkeiten und Vorteile zu schätzen. Vor den möglichen negativen Folgen möchte ich natürlich trotzdem geschützt werden. Ich hoffe, dass der gegenwärtige Skandal bei den Facebook-Machern die Einsicht in ihre eigene Verantwortung fördert. Immerhin sollten sie gemerkt haben, dass sie vom Vertrauen der Facebook-Nutzer leben, denn die erst verschaffen ihnen die Basis, auf der sie ihre Werbung verkaufen können. Sollte das nicht reichen, muss Facebook reguliert werden. Das ist auch schon anderen Monopolisten passiert, wenn auch nicht in der globalisierten Welt, sondern davor (Standard Oil Company, At&T bzw. Bell).

  5. Brigitte Ernst sagt:

    Obwohl ich nicht bei facebook bin und meinen Twitter-Account nicht nutze, weil mich gleich zu Anfang das dort verwendete Denglsch abstieß. „Folgen Sie Karl Soundso“, wurde mit empfohlen umd ich assoziierte „Führer, wir folgen dir“ und „Kinder müssen immer brav ihren Eltern folgen“. Das zu tun widerstrebte mir schon immer, also ließ ich es, zumal ich keine Lust hatte, meine Zeit mit den Kurzabsonderungen x-beliebiger Leute zu vergeuden. Auch unter dem Verb „teilen“ verstand ich bisher etwas anderes als es online üblich ist. Ich teile vielleicht mein Butterbrot mit einem Freund, aber gedankliche Inhalte pflege ich immer noch mitzuteilen.

    Natürlich ist mir klar, dass ich, wie Bronski schon sagte, im Grunde ein gläserener Mensch bin, sobald ich mich ins Netz begebe (und auch schon voher). Was mich vor einem Jahr besonders erschreckte, waren nach einem Wohnungsverkauf plötzliche Angebote von Immobilienfirmen. Ich hatte lediglich mit dem Makler, dem Käufer und der Notarin E-Mail-Kontakt gehabt, also muss entweder einer von diesen meine Daten weitergegeben haben, oder mein E-Mail-Account wurde angezapft.
    Aber im Grunde stören mich solche Angebote nicht, denn ich bin einer Werbung ja nicht hilflos ausgeliefert und muss nicht jeden Quatsch, der auf meinem Bildschirm erscheint, kaufen.

    Was mich wundert, ist, dass einige in diesem Blog, der ja jedem zugänglich ist, offen erzählen, wann sie verreist sind. Ich hätte da Angst, dass ich in meiner Abwesenheit unliebsamen Besuch bekäme.

  6. Ralf Rath sagt:

    Exemplarisch für meine Kritik an Facebook möchte ich den jüngst von einer Krankenschwester dort veröffentlichten Brief an die Frau Bundeskanzler erwähnen. Binnen weniger Tage stieß der offene Brief an die Regierungschefin auf solch eine Resonanz, dass sogar private Radiosender auf die Welle aufsprangen und für seine weitere Verbreitung außerhalb von Facebook sorgten. Dass der Brief inhaltlich eklatante Schwächen aufwies, weil er von Frau Merkel die Lösung von Problemen in der Krankenpflege verlangte, obwohl jene allein in den Händen des Pflegepersonals der besagten Universitätsklinik liegt, fiel bis heute keinem auf. Darüber hinaus ist die fragliche Krankenschwester gewählte Personalrätin und kann die Möglichkeiten der Mitbestimmung nutzen. Umso verstörender ist deshalb, dass inzwischen darauf zugunsten eines vor aller Augen entfachten Strohfeuers verzichtet wird und sich vor allem schwerkranke Patienten einem Medienrummel ausgesetzt sehen, der ihre gesundheitliche Krise noch erheblich verschärft anstatt sie notwendig abzumildern.

  7. Klaus Philipp Mertens sagt:

    @ Bronski

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Bundesrepublik ist zur politisch und kommerziell unabhängigen Information verpflichtet und er muss diese Aufgabe deswegen anders wahrnehmen als ein offizieller Staatsrundfunk und selbstverständlich auch anders als ein privater Anbieter. Der Unterschied liegt in der Qualität und der Breite der Informationen (einschließlich der Unterhaltungsprogramme). Das haben seine Initiatoren, allen voran die britische Besatzungsmacht, so vorgesehen. Als Beispiel diente die BBC. Die Staatsverträge atmen trotz einiger späterer Änderungen bis heute diesen Geist der Freiheit.
    Die Reichweiten-Philosophie der Intendanten und ihrer Hauptabteilungsleiter und Chefredakteure stellt dieses System jedoch infrage. Zudem lässt sich die Durchdringung von ARD-/ZDF-Nachrichten in Randbereiche (unverschämt formuliert: zu den Intelligenteren unter den Dummen) mittels Facebook nicht belegen.

    Vor dem Hintergrund, dass ich persönlich bereits in das Visier der Datenkraken gekommen war, habe ich mich vor zwei Jahren schriftlich an die ARD gewandt. Ich bat darum, mir die gesetzlichen Grundlagen mitzuteilen, die eine Zusammenarbeit der Sender mit Facebook erlaubten. Dabei verwies ich auf meine Recherchen im Archiv des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg, bei denen ich nicht fündig geworden wäre. Die Antwort war eindeutig. Eine Fundstelle konnte man mir nicht nennen, aber dafür Anleitungen, wie ich die gemeinsamen Angebote von ARD und Facebook technisch optimal nutzen könnte.

    Ich persönlich fühle mich trotz des Verzichts auf Facebook und Twitter sehr gut angebunden sowohl an die allgemeinen als auch an die fachlichen Kommunikationsstränge des Internets. Statt Google nutze ich metager.de (Universität Hannover), was bei spezielleren Recherchen allerdings eine exakt formulierte Boolesche Suche notwendig macht (UND, ODER, NICHT sowie Anführungszeichen bei den Begriffen).

    Es ist eine andere und durchaus delikate Frage, ob die Medien an Facebook nicht vorbeikommen oder ob sie sich das nur einreden bzw. einreden lassen. Die mir vorliegenden Qualitätsanalysen lassen eher die Interpretation zu, dass die Einbußen der Printmedien exakt auf die inhaltliche Verflachung und Austauschbarkeit der redaktionellen Angebote zurückzuführen sein könnten, welche die Verlage angesichts Facebook & Co meinen riskieren zu sollen.

    Das nach meiner Ansicht grundsätzliche Problem ist (unabhängig von der möglicherweise nie vollständig erzielbaren Sicherheit im Netz) jedoch die Frage, ob die persönlichen Daten eines Menschen zur Ware werden dürfen. Der Artikel 1 des Grundgesetzes bietet nach meiner Einschätzung hinreichend rechtliche Argumente, dieses zu verbieten. Sollte ein solches Verbot durchsetzbar sein (angesichts der Absichten sowie der intellektuellen Ressourcen der gegenwärtigen Regierung zweifele ich daran), stünden die gesamte Medienbranche, die Konsumgüterproduzenten und andere am Scheideweg. Denn dann wären Tugenden gefragt, welche das enge Korsett von Facebook, Google und Konsorten auf ewig sprengen würden. Ich jedenfalls werde mir die Finger wund schreiben, dass es dazu kommt.

  8. Ralf Rath sagt:

    Nicht mehr ganz aktuelle, aber nach wie vor von Medizinern unbestrittene Hochrechnungen sagen voraus, dass allein auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland rund 40.000 Menschen im Jahr 2020 nur deshalb zusätzlich und insofern vermeidbar zu Tode kommen, weil die Nutzung elektronischer Medien durch Dritte ihre individuelle und an sich unantastbare Lebenswirklichkeit illegitim relativiert (Spitzer, M., 2005: 6). Das sind beinahe so viele wie vergangenes Jahr laut den Angaben des Drogenbeauftragten der Bundesregierung infolge von Alkoholmissbrauch früh verstorben sind. Man könnte jetzt einwenden, dass alkoholische Getränke keinem Verbot unterliegen und daher auch der Konsum von Inhalten, die elektronische Medien zugänglich machen, nicht des Aufhebens wert ist. Offen bleibt dennoch, welche Grenze die Morbiditäts- und Mortalitätsrate unter der Bevölkerung besser nicht überschreiten sollte, damit noch von humaner Normalität gesprochen werden kann. Die uneingeschränkte Freiheit Erwachsener, sich nach Belieben um den Verstand saufen zu dürfen, kann somit nicht der Maßstab sein, der allen voran an Facebook angelegt werden muss.

  9. Jürgen Malyssek sagt:

    Das Chaos in Zuckerbergs Imperium, wie Focus titelt, zeigt doch nur, in welchem unkontrollierbarem Zustand sich facebook und die allmächtigen Internetriesen befinden.
    Was wird den Nutzern noch alles abverlangt, um sich vor Datenmissbrauch bzw. Datenverwertung zu sichern? Ganz abgesehen davon, dass die Nutzer selbst offen sind wie ein Scheunentor.
    Und mit der Eigenverantwortung ist es auch nicht weit her, für das, was dem Kraken gedankenlos an Daten in die Fangarme getrieben wird.
    Ich kann mich sehr damit anfreunden, was Herr Mertens mit dem Schutz der persönlichen Daten und dem Artikel 1 des GG verbindet, nämlich: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung (!) aller staatlichen Gewalt.“ Klarer kann es eigentlich nicht ausgedrückt sein.

    Ohne allen Nutzern und insbesondere den Journalisten pauschal auf den Fuß zu treten, würde ich mir wünschen, dass man facebook, Google & Co. auf Dauer das Handwerk legen könnte oder zumindest ihnen alle erdenklichen Grenzen setzen würde (Die Staatsgewalt!!!). Denn von der Masse der Nutzer ist keine wirkliche Vernunft zu erwarten. Es sein denn, es kostet ihnen auf einmal Kopf und Kragen, sich weiterhin schamlos, tugendfrei und kritiklos in diesem virtuellen Kosmos zu bewegen.

  10. Matthias Aupperle sagt:

    @ Ralf Rath
    @ Jürgen Malyssek

    Sie verbreiten hier doch sehr „starken Tobak“ (….20.000 zusätzliche Tote durch Mediennutzung, p.a., Facebook staatlich „das Handwerk legen“. Ich habe den Eindruck, Sie sind beide keine Facebook-Nutzer und wissen nicht, worüber Sie schreiben.

    @ all

    Es war keinesfalls von Anfang an (z.B. beim Börsengang) klar, dass das Geschäftsmodell von Facebook funktioniert. Andere oder ähnliche sog. „Soziale Medien“ sind gescheitert (man munkelt, dass die Holtzbrinck-Gruppe beispielsweise bei „Schüler VZ“ (wer kennt das heute noch?) einen größeren zweistelligen Millionbetrag verloren hat). Wie soll sich denn so ein „soziales Netzwerk“ wie Facebook finanzieren. Die Hardware- und Softwareinfrastruktur bei Facebook ist immens teuer. Wenn Facebook versuchen sollte, so etwas über Beiträge der Nutzer zu finanzieren und auf die Verwendung der Nutzerdaten zu verzichten, wäre das Unternehmen m. E. schnell insolvent.

    Ich jedenfalls schätze Facebook. Ich kann mich mit alten und neuen Freunden angenehm austauschen und bestens Kontakte halten. Ich bin dort unter einem Pseudonym registriert. Die für mich geschaltete Werbung (u.a. Treppenlifter, Inkontinenzprodukte, Potenzpillen, Kreuzfahrten, schnelle Sportwagen, Seniorenresidenzen and der Côte d’Azur) nehme ich nur gelegentlich (mit Humor) wahr. Meine abonnierten Seiten sind bewußt so ausgewählt, dass ich mich nicht in einer Blase bewege, sondern auch Sachen zu lesen bekomme, die mich ärgern oder auch zum Nachdenken bringen. Meine Veröffentlichungen und meine „Likes“ (breites Spektrum) wähle ich im Bewußtsein aus, dass ich nicht nur von meinen Freunden und Abonneten beobachtet werde. Eine kritische Distanz zu sog. Tatsachenbehauptungen ist beim Umgang mit Facebook unabdingbar.

    Ich sehe es als eine Aufgabe der Schule an, den Kindern frühzeitig einen verantwortungsvollen und bewußten Umgang mit solchen Medien beizubringen.

    Jeder Versuch, Facebook drastsich zu regulieren, wird scheitern; denn Facebook kann seine Rechenzentren und seine Konzernzentrale in Länder verlagern, die wir rechtlich nicht erreichen können (offshore). Facebook zu sperren (eine Art Zensur) wird ebenfalls scheitern. Jeder halbwegs technisch Versierte kann solche Sperren über zwischengeschaltete Server (bspws. Tunnelung über VPNs) umgehen (die chinesische Führung ist hier leidgeplagt). Man kann nur das WWW komplett abschalten, wie in Nordkorea.

  11. Ralf Rath sagt:

    Es ist übrigens nicht allzu abwegig, den übermäßigen Genuss von Trinkalkohol mit dem exzessiven Konsum der von Facebook angebotenen Inhalte zu vergleichen. Facebook lebt sogar davon, die vermeintliche Überflüssigkeit jeglicher Bedeutung radikal zu offenbaren. Dadurch erzielen die Macher des Netzwerks ebenfalls einen „Effekt der Trunkenheit“ (Lacan), der für sie den unschätzbaren Vorteil hat, nahezu unstillbar zu sein. Wenn man so will, könnte daraus der Schluss gezogen werden, dass Facebook lediglich die Fortsetzung der bürgerlichen Komödie mit anderen Mitteln nunmehr im Internet betreibt, indem es jeweils das High-Tech-Arsenal plündert und sich nimmt, was dort jeweils auf Lager ist. Von einer sozialen Innovation indes lässt sich nicht im Entferntesten reden. Vielmehr verkauft Facebook den sprichwörtlichen alten Wein letztlich bloß in neuen Schläuchen.

  12. Matthias Aupperle sagt:

    @ Ralf Rath

    Sie schreiben: „Von einer sozialen Innovation indes lässt sich nicht im Entferntesten reden. Vielmehr verkauft Facebook den sprichwörtlichen alten Wein letztlich bloß in neuen Schläuchen.“

    An diesem Satz kann jeder intelligente Facebook-Nutzer erkennen, dass Sie nicht wissen, worüber Sie schreiben. Da helfen auch keine Zitate irgend welcher Säulenheiliger.

  13. Ralf Rath sagt:

    @Matthias Aupperle
    Falls Sie meine Befähigung in Abrede stellen möchten, mich zur Frage der Soziologie des Internets am Beispiel von Facebook fundiert zu äußern, empfehle ich Ihnen zuvor die Lektüre des gemeinsam vom IfN, IMF und SOFI verfassten Abschlussberichts zu „Full Service Networks als Plattform für multimediale Applikationen“ und meine in der Fußnote 1 auf Seite 38 ausdrücklich neben dem Projektleiter und den Sachbearbeitern gleichberechtigt angeführte Beteiligung. Sie müssten sich also an das Land Niedersachsen und dort namentlich an Herrn Weil als den amtierenden Ministerpräsidenten wenden, das die Untersuchung seinerzeit finanzierte, um Ihren Einspruch zu erheben, wenn von Ihnen noch Wert auf demokratische Gepflogenheiten gelegt wird. Scheuen Sie diese Mühe, bleibt mir keine andere Wahl, als Ihre an meine Adresse gerichteten Bemerkungen als von vornherein hinfällig zu betrachten.

  14. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Matthias Aupperle

    Sie haben recht, ich bin kein Facebook-Nutzer und werde es auch nicht mehr werden. Zu den 20.000 zusätzlichen Toten kann ich nichts sagen. Die Zahlen sind von Herrn Rath.
    Zu dem „Handwerk legen“ stehe ich, insofern, weil ich die Begrenzung der Macht und der Manipulation von facebook für äußerst wichtig erachte. Glaube aber, dass es nicht passieren wird. Es gibt so gut wie keine kritische Distanz mehr zu diesen Dingen. Ich erlebe in meinem persönlichen Umfeld, dass viele persönlichen Missverständnisse und Verwerfungen vor allem deshalb passieren, weil nicht mehr von Angesicht zu Angesicht mit einander gesprochen wird, sondern die Apps die Kommunikation bestimmen. Insofern weiß ich von was ich rede.
    Ihre Wertschätzung für und Ihren Nutzen und Ihren Umgang mit facebook kann ich – so wie Sie’s beschreiben -, nicht kritisieren. Sie wissen, was jedenfalls was Sie tun.
    Meine Kritik geht in die Richtung, wie in der massenhaften kritiklosen Nutzung, die alle Schleusen öffnet, Privates und Öffentliches nicht mehr unterscheidbar zu machen und der Möglichkeiten der Algoritmensysteme dieser digitalen Branche, auf die der normal Sterbliche auf Dauer keinen Einfluss mehr haben kann.
    Es mag ja viele intelligente Facebook-Nutzer geben. An der Masse der Nutzer geht diese Intelligenz jedenfalls vorbei.
    Eines scheint mir aber, zumindest schleichend verloren zu gehen: Die soziale Intelligenz.
    Ich vermute auch sowas wie Urteilskraft und Wahrnehmung der Welt, Empathie …
    Wir können uns ja mal in 20 – 30 Jahren darüber unterhalten, wie die dann entstandene Klassengesellschaft der Gewinner und Verlierer aussieht. Ich weiß, ach! der Apokalyptiker spricht. Und den Fortschritt kann niemand aufhalten. Starker Tobak.
    Ich bin letztlich illusionslos.

  15. Matthias Aupperle sagt:

    @ Ralf Rath

    Lieber Herr Rath, ich will Ihnen nicht zu nahe treten und Ihre soziologische Kompetenz bezweifeln, die sich u. a. durch gelegentlich schwer verständliche Sätze äußert, aber Ihre Aussage, dass sich bei Facebook von einer sozialen Innovation indes sich nicht im Entferntesten reden ließe und vielmehr Facebook sprichwörtlichen alten Wein letztlich bloß in neuen Schläuchen verkaufen würde, zeugt von großer Unkenntnis. Facebook ist DIE Innovation in sozialen Beziehungen untereinander. Es war noch nie so komfortabel machbar, echten und intensiven Kontakt zu alten und neuen Freunden zu halten, ihnen eine Teilhabe am eigenen Leben zu ermöglichen und mit ihnen in einen regen Austausch zu treten.

  16. Ralf Rath sagt:

    @Matthias Aupperle
    Ihr Vorwurf, dass ich nicht weiß, wovon ich schreibe, begleitet mich inzwischen mein halbes (Berufs-)Leben lang. Andere Vorhaltungen, die mir ebenfalls immer wieder begegnen, laufen darauf hinaus, meinen Schreibstil wiederholt als „Geschwurbel“ zu bezeichnen oder die Qualität meiner Einlassungen als „dummes Geschwätz“ zu diffamieren bzw. gleich von „heißer Luft“ zu reden, sobald ich nur den Mund aufmache. Sie haben also die freie Auswahl und können sich ungeniert bedienen, welchen der Anwürfe Sie künftig in Anschlag bringen. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie können sich auch andere Formen ausdenken, die geeignet sind, in aller Öffentlichkeit die Integrität meiner Person in Zweifel zu ziehen.

  17. Brigitte Ernst sagt:

    @ Matthias Aupperle

    Ich sehe nicht ganz ein, was Facebook für mich als Individuum mehr vermag als ganz normale E-Mail-Kontakte. Da kann ich dann entescheiden, was ich jedem einzelnen meiner Verwandten und Freunde individuell übermitteln möchte, dazu brauche ich kein Facebook. Das sehen auch einige junge Leute in meinem Umfeld so. Zumal die vielen sogenannten Freunde, die sich da ansammeln, zum Teil gar keine echten sind.

    Sie haben recht, der Schule hat man mittlerweile auch die Aufgabe zugeschoben, die Schüler zu einem vernünftigen Umgang mit diesen Medien zu erziehen. Was glauben Sie, wie aufnahmebereit und lernfähig Pubertierende sind, wenn Lehrkräfte davor warnen, leichtfertig mit den ihnen so wichtigen Medien umzugehen und nicht alles, womit sie im Kreis ihrer „Freunde“ glänzen wollen, zu veröffentlichen? Die lassen sich ihren Spaß nicht gerne vermiesen und deshalb die Warnungen zum einen Ohr rein umd zum anderen raus gehen.

  18. Ralf Rath sagt:

    Auf die Frage, ob sich wenigstens in den vergangenen bald 100 Jahren spätestens seit dem Erscheinen von Helmuth Plessners so genannter „Grenzschrift“ nennenswert eine gesellschaftliche Erneuerung vollzogen hat, lautet der am 8. März 2018 in Frankfurt am Main vom Campus-Verlag veröffentlichte und weltweit gültige Befund der Sozialwissenschaften: „not yet“ (Dörre et al. (eds.), 2018: 25). Die Behauptung von Herrn Aupperle, dass Facebook davon ausgenommen ist, weil es angeblich ein einzigartiges Beispiel für soziale Innovationen gibt, ist demnach vom aktuellen Wissensstand nicht gedeckt. Offen daher, was es austragen soll, sich hier im FR-Blog mit beliebig zugeschriebenen Eigenschaften auseinanderzusetzen, die Facebook nachweislich nicht besitzt.

  19. Matthias Aupperle sagt:

    @ Brigitte Ernst

    Liebe Frau Ernst, das, was Sie im ersten Abschnitt schreiben, habe ich lange Zeit auch gedacht. Ich habe Facebook dann ausprobiert und erkenne heute, dass ich mich irrte. Facebook ist eine kommunikative und soziale Innovation.

    Eine medienpädagogische Ausbildung der Lehrer ist m. E. dringend angezeigt. Im Kreise des Lehrkörpers an den Schulen tummeln nach meiner Beobachtung zu viele „digitale Analphabeten“, die überhaupt nicht wissen, was sie nicht wissen.

  20. Klaus Philipp Mertens sagt:

    Jedes Medium verlangt eine gewisse kritische Distanz, die man ihm gegenüber unbedingt aufbringen sollte. Das hilft dabei, die Informationen besser auf ihre Zuverlässigkeit einschätzen zu können.
    Wenn ich beispielsweise in „Hart aber fair“ ausgewählte Stimmen des Volkes vorgelesen bekomme, die sich mittlerweile mehrheitlich per FACEBOOK äußern, nehme weitgehend nur noch Distanzlosigkeit in der beschriebenen Bedeutung wahr. Und das im Sinn jenes „gesunden Volksempfindens“, das sich politisch immer wieder als höchst ungesund bis gefährlich herausstellt.

    Das wirft die Frage auf, ob FACEBOOK exakt auf jene Zielgruppen fixiert ist, die sich mit oberflächlichen, gar falschen und lancierten Informationen zufrieden geben? Auf die Preisgabe privater Details, die allzu häufig die Grenzen des guten Geschmacks unterschreiten, will ich gar nicht eingehen. Obwohl beide Gruppen unter den Gesichtspunkten von Marketing und politischer Beeinflussbarkeit anscheinend zusammen gehören.

    Es mag sein, dass ich hinsichtlich meiner Informationsquellen von gestern bis vorgestern bin; na gut, ich bin ein alter Radikaler. Aber möglicherweise auch deswegen ich immer noch Herr meiner Entscheidungen. Ich informiere mich täglich aus der FR, aus tagesschau.de, deutschlandfunkd.de, deutschlandfunkkultur.de, weltexpresso.de sowie aus hr-info.de. Zwei- bis dreimal pro Woche lese ich die FAZ und die Süddeutsche Zeitung; als Wochenzeitung den FREITAG. Abgeschlossen wird das durch die Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Hinzu kommen noch ein paar literarische Periodika (Akzente, Chaussee, Horen, Merkur) sowie Fachzeitschriften für Literatur- und Sprachwissenschaft, Philosophie, Theologie und Jurisprudenz, die monatlich oder vierteljährlich erscheinen. Die Infos halte ich in Form von Schlagzeilen und Fundstellen im Archivsystem „Zettelkasten“ fest, das auf einer Idee von Niklas Luhmann beruht. Letzteres erleichtert mir auch das Verfassen von Artikeln und Leserbriefen, weil die Quellen, auf die ich mich beziehe, immer präsent sind.

    Im persönlichen Informations- und Meinungsaustausch befinde ich mich mit ca. 800 Personen, der seit 23 Jahren per E-Mail bestens funktioniert (davor per Postbrief und Telefon). Nach eigenen Versicherungen nutzt niemand FACEBOOK, What’s App und/oder Twitter. Dieser Kreis setzt sich zusammen aus Kolleginnen und Kollegen der Verlagsbranche (ca. 65 Prozent) sowie aus Bekannten und Freunden, die ich im Verlauf meiner ehrenamtlichen Kulturarbeit kennenlernte. Mit ca. 10 Prozent aus dem großen Kreis korrespondiere ich mindestens einmal pro Monat.

    Ich vermute, dass ich wegen meiner Interessen bei FACEBOOK ohnehin ein nicht integrierbarer Fremdling wäre. Da ich zudem keine Neigungen verspüre, mir ein Bild über die dort verhandelten Themen und Personen zu machen (was bei Journalisten wie Bronski anders sein könnte), zieht es mich nicht dorthin. Einmal ganz abgesehen davon, dass ein Geschäftsmodell, das auf Sammlung und Weitergabe persönlicher Daten basiert, nicht meinen Vorstellungen von seriösen Geschäften entspricht.

  21. Ralf Rath sagt:

    In der Frankfurter Rundschau vom 3. November 2017 äußert sich Oskar Negt klipp und klar: „Wir leben in einem kapitalistischen System, das nicht darauf aufgebaut ist, dass den Menschen geholfen wird, sondern dass sie vernichtet werden“. Wie man angesichts dessen dazu kommen kann, die Facebook Inc. sei allen voran in der Lage, die Verhältnisse vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen, erschließt sich keinem verständigen Beobachter. Darüber hinaus deren schärfste Kritiker als „digitale Analphabeten“ zu bezeichnen, wie nicht zuletzt hier im Thread geschehen, richtet sich vor aller Augen selbst. Keine Spur mehr von zivilisatorischen Errungenschaften wie der Gewaltenteilung.

  22. Brigitte Ernst sagt:

    @ Matthias Aupperle

    Die beste Ausbildung hilft nichts gegen die Abwehr von Jugendlichen, wenn Erwachsenen sich in ihre Jugendkultur einmischen wollen. Mit guten Ratschlägen hat man da selten Erfolg. Man sieht das doch auch am Drogenkonsum. Den lassen sich die Heranwachsenden auch nicht von Erwachsenen verbieten.

  23. Brigitte Ernst sagt:

    @ Matthias Aupperle

    Facebook mag eine kommunikative und soziale Errungenschaft sein. Zum Glück wird keiner dazu gezwungen, sie als Mitglied zu nutzen (zum Teil kann man es nicht vermeiden, mit ihr in Berührung zu kommen, wenn man z.B. Informationen der Rundfunkanstalten nutzen möchte).
    Ich habe gar kein Interesse daran, ständig mit 500 „Freunden“ in Kontakt zu stehen. Mein Leben, zumal im Ruhestand, bewegt sich da in kleinerem Kreis und gestaltet sich beschaulicher und überschaubarer. Die Teilnahme an diesem Blog ist für mich schon eine Lebensform, die mir früher eher fremd war. Mehr Zeit möchte ich nicht im Netz verbringen, da gehe ich lieber mit einem Freund, einer Freundin beim individuellen Gespräch in der Natur spazieren, sehe dabei blühende Blumen und höre die Vögel singen. Das lockert zudem auch die vor dem Computer verkrampfte Muskulatur.
    Ein interessantes Phänomen dieses heute üblichen ständigen Aufenthalts im Netz ist ja auch die Unfähigkeit mancher junger Leute, mit den Menschen, die ihnen gegenübersitzen, zu kommunizieren. Vier Leute sitzen an einem Tisch und jeder hat das Smartphone am Ohr oder starrt auf dasselbe und nimmt das Hier und Jetzt gar nicht mehr wahr. So möchte ich nicht leben.

  24. Matthias Aupperle sagt:

    @ Brigitte Ernst

    Liebe Frau Ernst, ich kann gut nachvollziehen, was Sie scheiben. Ich habe zum Mediennutzungsverhalten ähnliche Gedanken und Gefühle wie Sie. Doch dann und wann ist meine große Neugier, aber auch die Sorge, abgehängt zu werden, größer. Wie sagt der Volksmund: Probieren geht über studieren. Und so bin ich als Dreiundsechzigjähriger für meinen Geschmack hinsichtlich der neuen Medien, aber auch digital, recht up to date.

  25. Brigitte Ernst sagt:

    @ Matthias Aupperle

    Wenn mich ein Medium oder Thema interessiert, ist es für mich wichtig, auf diesem Gebiet Bescheid zu wissen. So kenne ich mich mit der Fotobearbeitung und Anfertigung von Fotokalendern und -büchern aus. Auf Gebieten, die mich nicht interessieren, habe ich nicht den Ehrgeiz, up to date zu sein. Wozu auch?

  26. Matthias Aupperle sagt:

    @ all

    Hier ein Beitrag aus der FAZ vom 01.04. zu diesem Thema. Dieser Beitrag führt uns wieder etwas zurück zum Eingangsreferat von Bronski.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/britischer-milliardaer-jim-mellon-facebooks-aktienkurs-wird-sich-halbieren-15521990.html

  27. Ralf Rath sagt:

    @Matthias Aupperle
    Was Sie „starken Tobak“ nennen, habe ich mir nicht ausgedacht. Es handelt sich um keine freie Erfindung. Die Zahl von voraussichtlich mindestens 40.000 zusätzlichen und insofern vermeidbaren Toten im Jahr 2020 allein in Deutschland infolge des Konsums von Inhalten, die über elektronische Medien zugänglich sind, entstammt einschlägiger und von mir zitierter Literatur. Mich dafür haftbar zu machen, ist deshalb nicht möglich. Wenn Sie die Zahl für zu hoch gegriffen halten, dann müssten Sie die Annahmen der Extrapolation hinterfragen. Innerhalb der Medizin jedenfalls wird die Voraussage meiner momentanen Kenntnis nach nicht bezweifelt. Aber selbst die Führung von Facebook räumt inzwischen ein, dass die Nutzung der Plattform „Leben kostet“, wie ein öffentlich gewordenes Memo eines dortigen Spitzenmanagers zu verstehen gibt; wobei allerdings auch hier nicht klar ist, von welchen Realitäten ausgegangen wird. Beidesmal scheint die Irrlichterei Dritter im Zentrum der Kritik zu stehen, die einen Mangel an klarer sozialer Struktur eintreten lässt, der nachweislich pathogenen Einfluss auf die weitere Lebensgeschichte des Einzelnen hat. Würden Dritte in ihrem Irrlichtern vor allem auf Facebook innehalten, so die Schlussfolgerung, hätte der Einzelne begründete Aussichten auf ein langes Leben und müsste nicht schon früh seinem eigenen Tod direkt ins Auge blicken, auch wenn er noch nie einen Account bei Facebook hatte. Ob solche Annahmen, die historisch bis auf Goethes Ballade vom „Erlkönig“ zurückreichen, aufrechterhalten werden können oder ob sie im Lichte besseren Wissens hinfällig sind, vermag ich nicht zu sagen. Dazu wäre gesellschaftliche Grundlagenforschung erforderlich, die bislang aus zutiefst nichtigem Anlass heraus von keiner Seite, auch nicht von der neuen Bundesregierung die materiell nötige Förderung erfährt.

  28. hans sagt:

    Es ist doch völlig klar das alle Personen die in ihrem Leben möglicher weise noch einmal sich einen neuen Arbeitgeber suchen wollen sich Gedanken machen sollten was das Internet zu ihrer Person sagt. Das betrifft nicht nur Facebook. Das ist auch der Grund warum ich hier nur mit einem Teil meines Namens schreibe. Bei Facebook habe ich einen Buchstaben weg gelassen. Zum Glück haben das auch meine 3 Kinder verstanden und angenommen nach dem ich ihnen gezeigt habe was man finden kann schon wenn man eine Person googelt. Was man da immer mal lesen kann macht mich eigentlich fassungslos und erklärt auch ein Stück weit die Wahlergebnisse in D.

  29. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Das ist doch gerade eines dieser grenzenlosen Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten von Facebook & Co., die u.a. nötigt zur Anonymität und/oder zweiten Identität. Und das machen wir dann mit, in dieser Absurdität, diesem Widerspruch von Kontrolle und Fortschritt. Wenn es einen schon fassungslos macht, was man alles finden kann, wenn man eine Person googelt, dann ist es an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen, so verrückt das Ganz sowieso schon ist.
    Nehmen Sie’s bitte nicht persönlich, aber ich verstehe insgesamt bald nicht mehr, wie weit diese Entwicklung noch gehen soll und was es auf Dauer mit uns Menschen machen wird?
    Fortschritt???

  30. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Ich nehme da nichts persönlich. Es muss jeder für sich selbst entscheiden wie er mit der Realität umgeht oder sie für sich auch versucht aus zu blenden. Ändern wird man das nicht können.

  31. Brigitte Ernst sagt:

    @ hans
    Jürgen Malyssek

    Ich schreibe hier auch nur so offen unter meinem Klarnamen, weil ich längst aus dem Berufsleben ausgeschieden bin. Sonst wäre ich da auch vorsichtiger.

  32. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Keine Frage – Facebook ist Realität und irgendwie muss man damit umgehen. Aber Kritik an Facebook oder an den Zumutungen der Digitalisierung ist nicht gleichzusetzen mit Ausblendung dieser. Auseinandersetzung ist Umgang mit der Wirklichkeit. Wenn nichts mehr zu ändern ist, dann ist es vorbei.

  33. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Brigitte Ernst

    Es sagt schließlich einiges über die Fragilität unserer Informationsgesellschaft und die Grenzen der Meinungsfreiheit aus.

  34. Brigitte Ernst sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Ohne Facebook verteidigen zu wollen möchte ich nur darauf hinweisen, dass es bereits in den 1960er und 70er Jahren riskant war, seine linke Gesinnung offen z.B. bei Demos zu offenbaren. Bereits Presseveröffenlichungen, Filme und Fotos konnten Jahre später zu Problemen bei der Einstellung in den Schuldienst führen, dafür brauchte man kein Internet. Ich glaube, wir alle erinnern uns.

  35. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Brigitte Ernst

    Ja, ich erinnere mich daran. Da liefen auch die Spitzel des Verfassungsschutzes mit. Aber der heutige Einfluss der Internetbetreiber auf öffentliche Meinungsäußerung übersteigt alle bisherigen Vorstellungen von Kontrolle, Überwachung und vernichtenden Folgen.
    Dabei sehe ich einen Mark Zuckerberg als einen ganz gefährlichen Betreiber und Steuerer dieses Sumpfes an Datenmassen. Das gefährliche an ihm ist seine Vorstellung, er sei ein Weltverbesserer und guter Kapitalist. Er ist in Wirklichkeit einer der mächstigsten Datensammler, die man sich vorstellen muss. Darüber hinaus ist er machtbesessen, obsessiv auf eine kindliche Art, die gerade durch seine persönliche Oberflächlichkeit an Gefahr gewinnt, weil er alle naiven Nutzer (und davon gibt es Milllionen) einfängt wie eine Spinne im Netz.
    Er und sein Werk sind das, was Harald Welzer die „smarte Diktatur“ nennt.

  36. I. Werner sagt:

    Ich habe hier vor Jahren schon mal geschrieben von meinem Alptraum, dass es im Morgengrauen bei mir klingelt und ich wegen meiner „falschen“ Gesinnung abgeholt werden sollte. Damals war das Internet noch nicht so verbreitet aber schon sehr im Kommen. Der Gedanke hat mich damals sehr beschäftigt, was einmal sein könnte, wenn unser Militär nach rechts umkippt (gewisse Tendenzen, die Bundeswehr zu unterlaufen gibt es ja) und unsere Demokratie und unsere Rechtsstaatlichkeit außer Kraft setzt. Wie gesagt, ein Alptraum, wirklich nur geträumt. Aber wenn man mit den Datensammlungen heute wirklich so viele Profile der Nutzer erstellen kann, auch wenn sie nur putzige Katzenbilder oder tanzende Vögel ins Netz stellen, dann wird mir doch bang. Und was ist mit Mails, die man mit Freunden austauscht? Wie schön und praktisch das Internet für den schnellen Datenaustausch ist, es erleichtert und beschleunigt ja auch Vieles, aber ich sehe auch sehr massiv die Gefahren, die darin stecken. Der gläserne Mensch halt, der niemand sein will,

  37. Bertram Münzer sagt:

    So neu ist das, was Facebook und Co. betreiben nun nicht. Schon immer wurden Daten gesammelt (und verkauft), um unser Kaufverhalten und wohl auch die politische Gesinnung zu beeinflussen. Natürlich galt damals wie heute – je mehr man weiß, desto besser. Doch es hat sich Entscheidendes verändert. Die Reichweite und Verfügbarkeit der Datenakquise ist jetzt global. Und sie versteckt sich u.a. hinter dem Mäntelchen von „Social Media“, nutzt persönliche Kommunikation um Geschäfte zu machen. Auch die Qualität der Daten ist neu: intimer und persönlicher. Und sie werden dauernd übermittelt. Sind unmittelbar verfügbar. Verändert hat sich auch das Ziel. Stand früher die Beeinflussung des Konsumverhaltens im Mittelpunkt des Interesses, wird heute massiver denn je versucht, Gesellschaftliches und Politisches zu beeinflussen. Die Hybris der Macher ist grenzenlos: Sie wollen die Welt verändern, sie sagen verbessern. Es geht also um Macht, um Deutungshoheit. Und dazu sind Unternehmen durch Nichts legitimiert. Wer hat sie darum gebeten? Wer kontrolliert sie? In den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts – ich erinnere mich noch – haben sich die Bürger dieses Landes erregt, als man sie – im Rahmen einer Volksbefragung – nach Wohnungs- und Familiengröße fragen wollte, als Befrager in die Wohnungen kommen sollten, um diese und andere Fragen zu stellen. Die Furcht vor „Big Brother“ war damals riesengroß. Heute zeigen Massen sich und ihre Lebensumstände ungefragt und ungeniert der ganzen Welt. Persönliches ist heute vorrangig nicht mehr schützenswert, sondern hat eher den Charakter exhibitionistischer Selbstdarstellung angenommen. Und so werden sie selbst zum (Handels-) Objekt und seit Neuestem – zumindest wird es jetzt bekannt – auch zum Spielball politischer Interessen. Das wissen wir und machen doch mit. Ich nenne das informationelle Selbstenteignung. Mag sein, dass man auf den Plattformen leichter „Freundschaften“ pflegen und Netzwerke knüpfen kann. Warum reichen eigentlich nicht die E-Mail, Whatsapp (Ich weiß – auch Facebook)und vor allem die persönlichen Kontakte? Denn der Preis für diese Vernetzung ist hoch – wir zahlen mit einem Stück unserer persönlichen Freiheit und liefern uns Algorithmen aus, deren Beurteilungskriterien wir – in aller Regel – nicht kennen. Geschäftsgeheimnis! Langsam werden wir wach. Sehen auch die dunklen Seiten dieser „schönen neuen Welt.“ Es ist an der Zeit, endlich nicht nur das hohe Lied der Digitalisierung zu singen. Es muss endlich eine breitangelegte und ergebnisoffene Debatte über die digitale Zukunft geben. Über ihre Anwendung, ihre Sicherheit, ihre Folgen für das Individuum und die Gesellschaft, über Licht und Schatten. „Die Frage ist also nicht, welche Zukunft man hat oder erduldet, die Frage ist, welche Zukunft man haben will und wie man darauf hinlebt und hinarbeitet.“ schreibt Heribert Prantl in der Pfingstausgabe 2015 der Süddeutschen Zeitung. Und da bleibt viel zu tun …

  38. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Bertram Münzer

    Das ist eine entscheidende Frage: In welcher Welt wollen wir in Zukunft leben? In einer Welt, in der alles durchprogrammiert, durchkontrolliert, dominiert wird durch Maschinen, Roboter, Algorithmen oder in einer Welt, in der wir uns persönliche Entwicklungen, Erfahrungen, Erkenntnisse und menschliche Fähigkeiten erschreiten, in einem halbwegs autonomen Lebensprozess erwerben?
    Ich bin, Herr Münzer, Ihren Überlegungen gerne gefolgt.

  39. Jürgen Malyssek sagt:

    @ I. Werner

    Ihr Alptraum erinnert mich nicht unwesentlich an einen ähnlichen, in dem ich von einer bösen Macht verfolgt werde, weil ich mich anscheinend von deren Doktrine, deren Zwang befreien will und in einer kräftezehrenden (scheinbar ausssichtslosen) Flucht nur durch ein rechtzeitiges Aufwachen erlöst werde. Das Gefühl einer Riesenmaschinerie ausgeliefert zu sein!

  40. Ralf Rath sagt:

    Nachdem die insgesamt rund zehnstündige Anhörung von Herrn Zuckerberg vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika beendet ist, bleibt vor allem dessen Selbstdiagnose von Facebook als eine „idealistische und optimistische Firma“ zurück. Sämtliche Kritiker sind demnach nichts weiter als Miesepeter, um es umgangssprachlich zu formulieren. Dass diese angeblich bloß schlecht gelaunten Zeitgenossen handfeste Gründe haben, damit das Geschäftsgebaren des fraglichen Technologieunternehmens endlich auf den Prüfstand gestellt wird, hatte wenigstens während der Anhörung keinerlei Bedeutung. Künftige Regulierungen jedoch, wenn sie mehr als kosmetische Korrekturen sein sollen, kommen nicht umhin, sich mit den längst unabweisbar auf dem Tisch liegenden Befunden zur Sozialpathologie von Facebook auseinanderzusetzen. Immerhin erklärte Herr Zuckerberg, grundsätzlich keinen Einspruch gegen Regulierungen zu erheben; wobei er unbestimmt einschränkt, dass entscheidend ist, welche Regulierungsmaßnahmen ergriffen werden. Notwendig können es nur solche sein, die leistungsfähig genug sind, zumindest die Pathologie der Situation zu überwinden, die eintritt, sobald sich ein Nutzer dort anmeldet.

  41. Jürgen Malyssek sagt:

    Sie haben weitestgehend recht, mit dem, was Sie hier sagen, Herr Rath. Für mich grenzt diese Selbstbeweihräucherung Zuckerbergs und die Selbstdarstellung von Facebook als „idealistische und optimistische Firma“, verbunden mit einem unglaublichen kindlichen Weltbild, ans Unerträgliche. Ich hätte es nicht ausgehalten, dieser Anhörung 10 Stunden zuzusehen. Für mich jedenfalls bleibt der Eindruck, nach kürzeren Eindrücken dieser Veranstaltung, zurück: Wirklich was zu befürchten hat dieser Sonnyboy eines weltbestimmenden Konzerns von Herrschaft und Politik nicht! The show must go on.
    Die Süddeutsche-digital (11.04.) kommentiert den Auftritt und die Strategie Zuckerbergs und die Situation der technisch unbedarften Abgeordneten des Ausschusses: „Der (Zuckerberg) konnte künstliche Intelligenz unhinterfragt als Allheilmittel für Probleme von Desinformation bis „hate speech“ darstellen – dabei ist die Transparenz solcher Algorithmen eine zentrale Frage der nächsten Jahre.“
    Der Chef von Facebook präsentierte sich als „König der Selbstregulierung“.
    Man darf gespannt sein, wie Europa reagiert. Aber vielleicht ist das von mir schon bloßer Zweckoptimismus?

  42. Ralf Rath sagt:

    Wie Sie, Herr Malyssek, irritierte mich die Anhörung eher, als dass sie zur Aufklärung des geneigten Publikums beitrug. Hinzu kam der deshalb nicht nachvollziehbare Kursanstieg der Facebook-Aktie im Verlauf der Gespräche. Wenn Herr Zuckerberg wenigstens Belege dafür angeführt hätte, dass sein Unternehmen nicht die „Menschlichkeit einer menschlichen Existenz bedroht“, wofür der Soziologe Hans Paul Bahrdt schon vor über drei Jahrzehnten einen zweifelsfreien Nachweis einforderte, wäre es mir möglich gewesen, ihm zu vertrauen. Allein, er blieb eine dementsprechende Antwort darauf sowohl den Senatoren als auch den Vertretern des Repräsentantenhauses schuldig; wobei ihm die ganze Zeit offenbar gar nicht bewusst war, welche Folgen die Nicht-Abgeltung solch einer Bringschuld nach sich zieht. Bedenkt man, dass er das Amt des dortigen Vorstandsvorsitzenden bekleidet, überrascht umso mehr, wie überaus gering seine ökonomischen Kompetenzen angesichts dessen entwickelt sind. Eines der weltweit am höchsten an der Börse notierten Unternehmen leistet sich einen Vorsteher, dem die einfachsten Obliegenheiten im Wirtschaftsleben fremd sind. Zwar sind hiesige Konzerne wie insbesondere die Volkswagen AG keine Vorbilder, was die Frage der mitunter eklatanten Kompetenzdefizite in den Führungsetagen anbelangt. Sie öffnen aber zumindest ihre Tore für Untersuchungen durch unabhängige Wissenschaftler. Davon könnte Facebook gegenwärtig nicht weiter entfernt sein.

  43. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Ralf Rath

    Dass der Facebook-Aktienkurs im Verlauf der Anhörung angestiegen ist, sagt doch alles über die Einstellung und das Weltverständnis der Aktionäre und der Masse Mensch in Zeiten des Turbokapitalismus.
    Dem Zuckerberg scheint es jedenfalls leichter Hand zu gelingen, seine Kritiker an der Nase herumzuführen. Was er von der „menschlichen Existenz“ hält, das kann ich mir zumindest vorstellen. Und eines späteren Tages wird er auf Werbetour in eigener Sache in der Welt unterwegs sein und seine Vorstellungen von guten Taten und Menschheitsbeglückungen verbreiten. Der gute Mensch von Silicon Valley!

  44. Brigitte Ernst sagt:

    Da ich wenig Ahnung von der Geschäftswelt habe, rätselte ich lange Zeit darüber, wie man mit einem Unternehmen wie Facebook Gewinne erzielen kann. Jetzt habe ich’s kapiert. Man verscherbelt die persönlichsten Daten der Nutzer an Firmen, die damit ihrerseits Profite machen.
    Ich weiß gar nicht, wofür sich Zuckerberg entschuldigt hat. Für sein Geschäftsmodell? Wenn ihm die fatalen Auswirkungen seines Tuns tatsächlich leid täten, müsste er den Laden dicht machen.
    Alles andere ist Verlogenheit.

  45. Werner Engelmann sagt:

    @ Brigitte Ernst, 3. April 2018 um 11:27

    Bespitzelung in den 60er und 70er Jahren: Wie wahr!
    In Berlin waren die Polizeikameras damals schon, deutlich sichtbar, auf dem KaDeWe installiert. Dabei ging es nicht nur um Überwachung in der Öffentlichkeit.
    Bei meinem über 3stündigen Verhör wurden mir Papiere aus meinem Linguistik-Tutorium und Protokolle des Studienausschusses (7 Mitglieder) einer studentischen Organisation vorgelegt. Der Denunziantenverein „Nofu“ („Notgemeinschaft Freie Universität“) benennt in einer Broschüre (die ich besitze) etwa 1000 Namen (z.T. mit Telefon/ Adresse) linker („staatsfeindlicher“) Angehörige einer einzigen Hochschulgruppe). Verteiler: Sämtliche relevanten Institutionen in Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Forschung, Bund, Länder und Gemeinden). Tragende Mitglieder: Alexander und Gesine Schwan (später Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl, die sich nie klar von dieser „Aktivität“ distanziert hat).

    „…konnten Jahre später zu Problemen bei der Einstellung in den Schuldienst führen“:
    Sehr milde ausgedrückt.
    Die offiziellen Zahlen lt. Wikipedia („Radikalenerlass“): 1,4 Millionen Überprüfungen, 11000 Verfahren, 1100 Berufsverbote.
    Trotz Verurteilung der Bundesrepublik durch den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ist bis heute keine Rehabilitierung erfolgt, wie von Betroffenen gefordert.
    Allein Niedersachsen beschloss 2016 die Einrichtung einer Kommission (!) „zur Aufarbeitung der Schicksale der von niedersächsischen Berufsverboten betroffenen Personen und der Möglichkeiten ihrer politischen und gesellschaftlichen Rehabilitierung“.
    Anmerkung: Inzwischen sind alle Betroffenen – sofern sie überhaupt je eine Anstellung gefunden haben – längst in Rente.